Nebenkosten explodieren

Hallo Zusammen!

Wir, das sind insgesamt 2 Erwachsene und 1 Kleinkind unter 2Jahren leben in einem komplett renovierten Bauernhaus Bj. 1818. Das Haus hat ca. 60cm dicke Aussenwände + 1 Innendämmung (Dämmwolle + Gipskarton) in allen Räumen außer im Flur.

Das Haus 104m² + ungenutzten Dachboden wird mit Flüssiggas beheizt und Warmwasser wird über einen Warmwasserboiler per Strom erzeugt.

Nun unser Problem.
Mit einer extrem hohe Stromrechnung pro Jahr (ca. 6000kw pro Jahr) mussten wir uns abfinden, da durch die Warmwassererzeugung einiges verbraten wird. Dieses konnten wir bis jetzt verkraften.

Nun haben wir aber eine Abrechnung unseres Flüssiggasanbieters bekommen und haben einen Jahresverbrauch von 3400l. Was Heizkosten von 2200€ Netto p/a beträgt. Umgerechnet bedeutet das 197€!!!

Alles in allem betragen damit die Nebenkosten für Strom und Gas 310€ pro Monat.

Kann mir jemand verraten, ob dieses normale Werte sind oder zahlen wir zuviel?

Gruß
M.B

Hallo!

6000 kWh Strom sind für 3 Personen bei Warmwasser über Strom relativ normal.

Die Heizkosten - nun, man müsste mal wissen, welchen Brennwert euer Flüssiggas hat (sollte auf der Rechnung stehen).

Bei einem schnellen Googeln hab ich einen Wert von 12 kWh/l gefunden.

Das würde einem Jahresverbrauch von 40.800 kWh und auf die Fläche umgerechnet einem Heizbedarf von 392 kWh/m2 entsprechen.

Das ist ein Wert, der „in der freien Wildbahn“ durchaus vorkommt, der aber auch anzeigt, das da dringend was getan werden sollte.
Bundesweiter Durchschnitt ist derzeit 138 kWh/m2 (Q: http://www.l-iz.de/Politik/Sachsen/2008/08/Wärmeverb…), zugegeben incl. aller modernen Häuser. Aber auch bei eurer „Antiquität“ sollte man einen Verbrauch von unter 200 kWh/m2 anstreben. Frag mal einen lokalen Energieberater, was geht. Vieleicht auch erst mal eine Thermographie machen lassen, um zu sehen, wo die Wärme verschwindet.

Kanst dir ja an zwei Fingern ausrechnen, was das im Jahr einspart, und dann nachrechnen, wie schnell sich eine dicke Außenisolation (oder so) rechnen würde.

lg, mabuse

hallo marquez,

nur mal als vergleich:

  • strom
    2 pers., stromverbrauch liegt bei knapp 3000kwh p.a… allerdings bereiten wir das warmwasser nicht über einen boiler, sondern über elektronisch geregelte durchlauferhitzer. das kann schon eine menge ausmachen.
    stromverbrauch scheint mir realistisch bei eurer konstellation - dennoch könnte sich ein durchrechnen alternativer möglichkeiten rechnen.

-gas
ebenfalls 2 personen, 150qm wohnfläche, erdgasversorgung. unser verbrauch liegt bei ca. 24000kw, also ca. 2400cbm gas. sind allerdings auch isolierte außenwände, und wir haben einen kaminofen.
wenn ich den wert des vorposters ansetze, dann liegt ihr mit 60000kw zimelich „oben“, aber gemessen am alter und der entsprechenden (nicht)wäremdämmung noch im bereich des vertretbaren.
aber auch hier sollte sich ein durchrechnen alternativer möglichkeiten (außendämmung, geschoßdeckendämmung, dachdämmung, kamin oder kaminofen etc.) durchaus rechnen!

was mich allerdings verwirrt an deinem posting: du schreibst vom „explodieren“ der nk - war das denn in der vergangenheit anders? falls da euer gasverbrauch deutlich geringer war, um wieviel denn? was hat sich geändert? vielleicht kann man dem übel so auf die spur kommen?!

saludos, borito

Hi!

Die Brennwertangabe kann ich auf der Rechnung leider nicht finden. Es handelt sich dabei ja um das normale Autogas nur für Energienutzung im Haushalt vergünstigte Gas.

Eine Dämmung von Außen kommt nicht in Frage, da das Gebäude unter Aussendenkmalschutz steht. Eine Wärmeaufnahme wäre aber sicherlich sinnvoll, gerade wegen der Haustür und dem Dach.

Alles in allem sehr ärgerlich, da wir nur zur Miete wohnen und ich erst mal mit meinem Vermieter sprechen muss. Für das gleiche Geld kann ich ein Haus bauen.

Der Klempner schließt einen Heizungsfehler aus!

Gruß
M.B:

Leider gibt es noch keinen direkten Vergleich, da wir nun erst das 1 volle Jahr dort wohnen. Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich wahrscheinlich nicht eingezogen! Allein 300€ für Heizung und Strom, da geht ja wohl gar nicht klar.

Hallo,

Hätte ich das vorher gewusst,
wäre ich wahrscheinlich nicht eingezogen!

Die Pflicht zur Vorlage eines Energiepasses bei Neuvermietung ist aber schon älter als ein Jahr. Die Vermieter „vergessen“ das gerne mal (weil es auch keine Folgen hat - da hat der Gesetzgeber was vergessen) und warum die Mieter das nicht verlangen, ist für mich unverständlich, obwohl es doch „dauernd“ in der Presse ist.

Cu Rene

Alles in allem sehr ärgerlich, da wir nur zur Miete wohnen und
ich erst mal mit meinem Vermieter sprechen muss. Für das
gleiche Geld kann ich ein Haus bauen.

Hallo!

Dann müsstest Du mal über einen Umzug nachdenken.

Ich wohne selbst auch in so einer relativ alten Bude,
also nicht ganz so alt, 100 Jahre jünger,
aber mein Eigentum.

Wir haben in den letzten Jahren bei vielen Renovierungsarbeiten immer die Wärmedämmung im Hinterkopf behalten,
also bei Fussböden, Decken, Türen, usw.
Immer alles ordentlich gemacht,isoliert, Dampfbremsen eingebaut, so nach und nach alles zugluftfrei gebaut,
das hat schon recht viel gebracht. Es ist zwar noch einiges zu tun,
aber wenn ich den Heizölverbrauch vor 15 Jahren und jetzt vergleiche,
will ich nicht sagen, dass es sich gelohnt hat,
aber es hat was gebracht.

Aber in einem so alten Haus, zur Miete,
das geht nicht. Entweder ruinirst Du Dich finanziell, oder den Vermieter, wenn der das alles auf aktuellen Stand bringen will.
Da ist tatsächlich ein kleines, neues Haus billiger gebaut.

Grüße, Steffen!

Hei!

Alles in allem sehr ärgerlich, da wir nur zur Miete wohnen und ich erst mal mit meinem Vermieter sprechen muss.

Dann vergiss es. Zieh um bzw. überlege dir, in eine eigenes Häuschen zu investieren. Noch ist die Gelegenheit wegen der niedrigen Zinsen günstig.

lg, mabuse

Kleine Korrektur
Bei denkmalgeschützen Gebäuden ist ein Energiepaß nicht erforderlich, da wohl jeder weiß, daß das keinen Sinn macht.

Cu Rene