Nebenkostenabrechnung - Grundsteuer

Liebe/-r Experte/-in,

vor drei Tagen habe ich meine erste Nebenkostenabrechnung erhalten und war ziemlich erschrocken, dass ich schon für 4,5 Monate (15.02. - 30.06.) 195 € nachzahlen soll.
Jetzt habe ich mir die Rechnung mal genauer angeschaut und folgende Punkte sind aufgelistet:

* Frischwasser inkl. Schmutzwasser u. MwSt.
* Müllgebühren
* Grundsteuer Anteil
* Gebäude- und Haftpflichtversicherung
* Strom Treppenhaus
* Heizkosten und Warmwasser

Im Mietvertrag steht:

Zitat:„Zusätzlich zur Miete bezahlt der Mieter für Wasserversorgung, Entwässerung, Müllabfuhr (weitere Betriebskosten hier eintragen:smile:____________ eine Vorauszahlung in Höhe von 120€ monatlich.“(In der freien Zeile ist nichts eingetragen.)

Bei meiner Internetrecherche bin ich darauf gestoßen:
-> http://www.rewirpower.de/home/wohnen_
Dort steht: „Ist hier vereinbart, dass der Mieter zusätzlich zur Miete noch Kosten für Wasser, Abwasser und Müllabfuhr zu tragen hat, muss er diese drei Kostenarten zahlen, aber nicht mehr.“
Leider weiß ich aber nicht, wie aktuell dieser Artikel ist.

Nun habe ich bei meiner Maklerin nachgefragt, sie meint jedoch, es sei ganz normales Verfahren, die Grundsteuer, Versicherung,… auch ohne spezielle Erwähnung im Mietvertrag auf den Mieter abzuwälzen.

Hier bei w-w-w habe ich eine ähnliche Frage von 2008 gefunden,deren Antworten sich mit „Rewirpower“ decken (nur wenn es aufgelistet ist), da sich aber so etwas auch ändern kann, wollte ich noch einmal nachfragen.

Es ist schon ziemlich krass, dass damit die Nebenkosten 35% höher ausfallen (43€ mehr pro Monat!!!) als erwartet.Jetzt bin ich mir nicht sicher, was stimmt und wie ich weiter verfahren soll.

Vielen Dank für deine Antwort,
Shane

Hallo,

im Prinzip ist das, was Du schreibst, schon richtig, die Kosen müssen übernommen werden, sofern es vereinbart ist.

Dies ist keine Rechtsberatung, ist lediglich die Wiedergabe meiner Meinung nach aktuellem Kenntnisstand.

Nun kenne ich Deinen Mietvertrag nicht, weiss nicht ob im Anhang die Nebenkostenberechnungsverordnung dabei ist, wo das auch nochmal drin steht. Im Prinzip ist es aber schon so richtig, es ist, laut Deiner Schilderung nicht ausdrücklich vereinbart. Somit würde ich dieser Abrechnung erstmal widersprechen. Dafür hast du max. einen Monat nach Erhalt der Abrechnung Zeit, besser gesagt ein paar Tage weniger wegen dem Postweg. Oder direkt mit Zeugen vorbeibringen und Empfang quitieren lassen.

Über die Maklerin mag ich jetzt kein Wort mehr sagen, meine Bauchschmerzen über ihr Kommentar ist schon sehr arg. Zur Klarstellung: Gewissenhafte Leute haben eine entsprechende Ausbildung (zB. Immobilienkaufmann oder Immobilienfachwirt IHK) gemacht (gerade beim IFW taucht diese Fragestellung immer wieder auf).

Lass Dich beraten von einem Rechtsanwalt oder Mieterschutzverein, kostet zwar ein bisschen was, dann bist du aber in Zukunft gut aufgehoben, auch wenn jetzt vielleicht der Streitwert geringer als die damit usammenhängenden Gebühren.

Freundliche Grüße,

J.L.

Ja, das ist korrekt…abgerechnet werden kann nur, was im Mietvertrag ausgewiesen ist. Also Wasser, Entwässerung und Müllabfuhr.

Hallo Jürgen,
besten Dank für deine Antwort, du hast uns sehr geholfen.
Dankende Grüße, Shane

Hallo nochmal.
Wir haben nun die nächste Nebenkostenabrechnung von den neuen Vermietern mit denselben Kosten erhalten. Die Vermieter haben den alten Vertrag übernommen, es gilt also das gleiche was ich oben beschrieben habe.

Konsequenterweise haben wir gegen alle nicht im Mietvertrag gelisteten Positionen widersprochen, obwohl wir eigentlich durchaus bereit wären, zum Beispiel Treppenhausstrom zu bezahlen.
Nun kamen unsere Vermieter vorbei und erzählen uns, dass das Geld von irgndjemandem bezahlt werden müsse und sie stark mit den Kosten des Hauskaufs belastet seien. Rein rechtlich hätten wir zwar Recht aber wir sollten doch bitte menschlich sein. Und wenn wir auf der rechtlichen Schiene fahren wollten, könnten wir das tun, dann würden sie auf diesen Zug aber aufspringen. Zitat: „Wie du mir, so ich dir.“

Wir möchten jetzt zu den Vermietern gehen, und folgendes vorschlagen: Wir sind „menschlich“ und zahlen den Gemeinschaftsstrom und die Hausversicherung, gesetzt den Fall, das wird schriftlich fixiert und wir sind dann auch mitversichert. Grundsteuer möchten wir aber wirklich nicht bezahlen, da wir keinen Grund besitzen. Hier wäre also der Punkt, wo sie ein bisschen „menschlich“ sein dürften.

(Der letzte Posten, die Kosten für die Abrechnung, ist sowieso nicht umlegbar, da müssen wir also gar nicht drüber diskutieren, das betrifft ja nur ihre Zeitersparnis.)

Wenn sie auf diesen Deal eingehen, werden wir alle in Frieden leben, wenn nicht, werden wir nichts bezahlen und auf unserer Nachzahlung beharren, bzw. den Rest einfach von der Miete kürzen.

Jetzt zur eigentlichen Frage:
Findet ihr unseren Handlungsvorschlag gut, sind wir zu nett oder sollten wir entgegenkommender sein? Und vor allem: Können die uns was tun? Wenn ja, was? Mieterhöhung? Rausschmiss? Vertragsänderung?

Vielen Dank im Voraus für alle Antworten.
Grüße, Shane