Ich habe vor kurzem ein Medikament benutzt welches eine sehr gute Auswirkung auf ein anderes medizinisches Problem hat. Das merkwürdige, diese Nebenwirkung hat nichts mit der eigentlich gewünschten Wirkung zu tun. Ich habe daraufhin das Internet durchforstet, auf der Suche nach ähnlichen Erfahrungen, konnte aber nichts finden. Die wirkstoffe des Medikaments sind auch nicht für diese Nebenwirkung bekannt. Nun stelle ich mir die Frage, ob man nicht mit dieser Entdeckung Geld machen kann. An wen könnte man sich da wenden? An große Pharmakonzerne, oder kleine Forschungsinstitute?
Hallo,
DU kannst absolut keinen Gewinn aus der Sache ziehen, denn die Rechte auf Wirkstoffe liegen bei ihren geistigen Eigentümern, in der Regel der Pharmakonzern, der den Wirkstoff entwickelt und patentiert hat.
Selbst wenn die Patente auf den Wirkstoff abgelaufen sind, bedeutet das nicht, dass du nun mit deiner Nebenwirkung einen Gewinn erzielen kannst. Um aus der Nebenwirkung eine Wirkung zu machen, musst du viele klinische Studien machen lassen, die diese neue Wirkung bei einer größeren Gruppe von Patienten hinreichend nachweisen. Du alleine bist nämlich nicht repräsentativ.
Ich verweise zum 2. Mal an diesem Tag aud die Arzneimittelzulassung.
Barbara
Selbst wenn eine Pharmafirma ein Patent auf die Wirksubstanz hat, kannst Du die neue Wirkung dieses Wirkstoffs patentieren. Das Problem dabei ist, dass Du das Produkt für Deine neue Wirkung nicht verkaufen kannst, ohne eine Lizenz vom Inhaber des Wirkstoffpatents zu haben. Umgekehrt kann der Inhaber des Wirkstoffpatents das Medikament nicht mit „Deiner“ Indikation verkaufen, wenn Du das „Anwendungspatent“ hast.
Eine Patentierung ist ohne weiteres möglich. Du brauchst einen Patentanwalt und etwa € 3000.- um eine Anmeldung beim Deutschen Patentamt zu tätigen. Damit hättest Du einen Grundschutz. Eine EU Patentanmeldung kostet dann schon mal 5mal so viel. Bis Du in den wichtigsten Märkten der Welt ein Patent erteilt hast, sind 100 000.- € realistisch.
Meine Empfehlung: Wende Dich an eine große möglichst Deutsche Firma die das Medikament auf dem Markt hat und biete an, im Rahmen eines Geheimhaltungsabkommens Deine Idee zu offenbaren. „Ich habe eine neue Indikation für den Wirkstoff xy gefunden und bin bereit im Rahmen eines Geheimhaltungsabkommens Ihnen diese Indikation zu offenbaren“
Udo Becker
Hallo,
verstehe ich dich richtig…?
Da hat jemand ein gut wirksammes Mitel gegen z. B. bestimmte Schmerzen entwickelt (ASS)…und nun stellst du fest, dass das Mittel als Nebenwirkung auch eine sehr gute, blutverdünnende Wirkung hat…!
Und damit willst du jetzt Geld verdienen?
Gruß
rolli
2 Fragen
Moin Udo Becker,
wenn ich den UP richtig verstanden habe, dann ist die besagte NebenWirkung doch als solche bereits bekannt. Meinst Du, dass der von Dir beschriebene Weg zum AnwendungsPatent trotzdem gangbar wäre?
Noch eine Frage: Wäre es möglich, nicht nur eine Lizenz zu erwerben, sondern das Medikament selber beim Hersteller zu kaufen ( mangels ProduktionsAnlage ), von der Aufmachung her umzugestalten und unter anderem Namen zu verkaufen?
Freundliche Grüße
Thomas
* für Deine Empfehlung
Geld, Geld, Geld
Hallo,
in der Packungsbeilage wirst du diesen oder einen ähnlich lautenden Satz finden:
„Informieren Sie bitte ihren Arzt oder Apotheker, wenn […]Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind.“
Muss man sich denn immer an allem bereichern?
LG
Moin!
Noch eine Frage: Wäre es möglich, nicht nur eine Lizenz zu
erwerben, sondern das Medikament selber beim Hersteller zu
kaufen ( mangels ProduktionsAnlage ), von der Aufmachung her
umzugestalten und unter anderem Namen zu verkaufen?
Vom Arzneimittelrecht ist er ja entbunden und kann einfach so (egal wie) ein Medikament
auf den Markt bringen?
Nichtmal Kosmetika kann man so einfach auf den Markt bringen.
Aber wenn die Dollarzeichen in den Augen blinken, dann ist die freie Sicht getrübt.
Gruß, Fo
Hallo dummbatz,
Muss man sich denn immer an allem bereichern?
ich würde die Sache mehr vom praktischen Standpunkt aus betrachten. Laut UP ist das Medikament („Die wirkstoffe des Medikaments“) ein Kombinationspräparat.
Im UP steht u.a.: „Ich habe vor kurzem ein Medikament benutzt welches eine sehr gute Auswirkung auf ein anderes medizinisches Problem hat.“
Dem User ist das „andere medizinische Problem“ an sich selbst bekannt, z.B. eine Schuppenflechte. Der User nimmt das Medikament, sagen wir gegen Magenübersäuerung. Es hilft und gleichzeitig geht seine Schuppenflechte zurück.
Diese Wirkung des Kombinationspräparates müßte nun ein Arzt mit Hilfe eines Doppelblindversuchs an mehreren Patienten prüfen, die unter Schuppenflechte leiden.
Erst wenn nach Anwendung über längere Zeit hinweg eine signifikant bessere Wirkung gegenüber der Placebogruppe von einem unabhängigen Gutachter festgestellt wird, kann man das bekannte Kombinationspräparat in die Mühlen der Zulassung zur Behandlung von Schuppenflechte geben.
Gruß
watergolf
wenn ich den UP richtig verstanden habe, dann ist die besagte
NebenWirkung doch als solche bereits bekannt.
Das Wort Nebenwirkung ist vom Fragensteller missverständlich benutzt worden. Er meint eine positive gesundheitliche Wirkung, die vom Hersteller bisher nicht beobachtet wurde.
Wäre es möglich, nicht nur eine Lizenz zu
erwerben, sondern das Medikament selber beim Hersteller zu
kaufen ( mangels ProduktionsAnlage ), von der Aufmachung her
umzugestalten und unter anderem Namen zu verkaufen?
Das ginge nur, wenn kein Patentschutz mehr auf dem Wirkstoff besteht. Dann kann man einen Lohnhersteller finden, der das herstellt, verpackt und etikettiert. Aber die Zulassung ist dann trotzdem Sache dessen, der es in den Markt bringen will. Und das kostet Zeit und viel, sehr viel Geld.
Udo Becker
Genauso war es gemeint. Ich habe seit meiner Kindheit ein problem mit trockener Haut. Salben und etc. waren nie wirklich effektiv. Vor einigen Wochen habe ich ein Medikament gegen einen Zustand in einem Komplett anderen med. Bereich genommen. Nach nur 3 tagen war meine Haut auf einmal in einem sehr gutem Zustand. Ich habe dann das Präperat nicht mehr genommen und nach etwa 2 Wochen verschlechterte sich wieder der Zustand meiner Haut. Daraufhin nahm ich es wieder ein und meine Haut wurde wieder schlagartig besser.
Hallo,
ich habe das schon verstanden, und es freut mich ja für dich. Dann besprich das mit deinem Arzt.
Meine Kritik zielte lediglich darauf ab, dass du direkt nur im Kopf hast, materiellen Gewinn aus deiner „Entdeckung“ zu schlagen.
Ist die Verbesserung deines Problems denn nicht Gewinn genug?
LG
Hallo,
üblicherweise wissen Pharmafirmen, wofür oder wogegen ihre Wirkstoffe zusätzlich zur zugelassenen Indikation noch wirksam sind. Sei froh, dass es bei dir eine weitere positive Wirkung hat, wenn es ein „harmloses“ Mittel ist, dann wende es eben ach für dein weiteres Problem an.
Pharmafirmen wissen eben was eine Zulassung kostet und mit welchem Aufwand sie verbunden ist bzw. ob sich sowas gewinnbringend auf den Markt bringen lässt. Arzneimittel, die heute eine Zulassung beantragen, müssen einen sogenannten Zusatznutzen haben, der so nicht anders und/oder billiger zu haben ist.
fazit: Schlag dir die Dollarzeichen uas dem Kopf und freu dich über die Wirkung.
Gruß
finnie
Natürlich, aber wenn es vielen leuten helfen könnte würde es sich ja lohnen dies zu veröffentlichen. Meiner Meinung nach hat die Pharmaindustrie genug Geld, weshalb ich im Falle einer vermarktung gerne einen Teil abhaben wollen würde. Gibt es denn ähnliche bekannte Fälle?
Gruß