Hallo Klößchen,
Wenn ich richtig verstanden habe, handelt es sich bei den
Medikamenten um jene, welche man gegen diese Papillomaviren
benutzt?
so in etwa. Genauer: Es sind Impfstoffe gegen bestimmte Papillomviren.
Ich kürze hier mal ab: „G“ für Gardasil, „C“ für Cervarix und „HPV“ für humanes Papillomvirus.
Man hat ca. 50 verschiedene HPV identifiziert, die Krebs auslösen können, und hat die Fieslinge einfach durchnummeriert. Am häufigsten wird Gebärmuttermundkrebs von HPV 16 und 18 ausgelöst. Diese beiden zusammen lösen ca. 70 % dieser Krebsarten aus, und gegen diese beiden HPV-Typen impfen „G“ und „C“. Also: 30 % Restrisiko bleibt immer noch, sich durch andere HPV-Typen diesen Krebs zu holen.
Vorteile „G“: Zusätzlich HPV 6 und 11-Impfstoff. Typ 6 und 11 sind harmlos, können aber lecker Genitalwarzen auslösen.
Vorteile „C“: Zwar kein Schutz gegen Genitalwarzen, dafür ein modernes Adjuvans (=Stoff, der die Impfung wirksamer macht) Top Schutz durch Studien belegt für 5,5 Jahre. Längere Daten gibt’s noch nicht. Konstant hohe Antikörperkonzentrationen über diesen Zeitraum nachgewiesen, während „G“ nach ein paar Jahren zu schwächeln scheint.
Kann sein, dass man also „G“ häufiger auffrischen muss als „C“, aber das wird sich erst mit den Jahren zeigen.
Wichtig: Diese Impfung ersetzt KEINEN Vorsorgetermin !!! Warum?
1.) Weil nur 70 % Abdeckung besteht für Mädchen, die zum Impfzeitpunkt noch keinen sexuellen Kontakt hatten. Es reicht Hautkontakt ohne Penetration, um schon mit HPV infiziert zu werden.
2.) Weil oft nicht nachgewiesen werden kann, ob man schon HPV-positiv ist. Diese Viren wandern in die unteren Hautschichten, sind dann erst mal fürs Immunsystem nicht erkennbar. Dann hat man zwar tolle Antikörper, die das HPV aber nicht finden. Im Untergrund baut es fleißig Zellen um, und wenn es heraus wächst (die älteren Zellschichten wachsen immer weiter nach oben, und werden dort abgeschilfert), dann hat man plötzlich eine gefährliche HPV-Schwemme, und ein Areal veränderter Zellen.
Dort setzt übrigens der Impfstoff bzw. die Antikörper auch an. Deshalb soll es Sinn machen, dass auch HPV-positive Frauen geimpft werden.
Ein „Medikament“ wie ein Antibiotikum ist es nicht, vor allem nicht, wenn die Frau schon vor der Impfung HPV-positiv war. G und C schützen aber wirksam gegen HPV-Neuinfektion der Typen 16 und 18.
3. Weil es noch andere Krebsarten gibt, die bei einer Vorsorgeuntersuchung entdeckt werden können wie Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs.
Also, is nix mit Einsparen der Höhlenforscher-Termine. Aber ein bis zu 70 %iger Schutz gegen Gebärmuttermundkrebs, und andere „Läsionen“ ist doch auch nicht zu verachten. Und wenn wir Frauen dem HPV 16 und 18 den Garaus machen, können die Männer auch aufatmen. Das Zeugs löst u. a. beim Mann Peniskrebs aus. Zwar selten, aber wenn das gute Stück mal unter die Guillotine muss… AUTSCH!
LG
Tollkirsche
PS: Der wirksamste Schutz: Apfel essen, anstatt… ***ggg***