Mooo-ment
Hi Nyke,
Und nochmal. 
- Handy und Mutter:
Richtig, der Vertrag läuft auf seine Mutter, aber bezahlen
muss er selber. Dass der Vertrag auf sie läuft, liegt einfach
in der Tatsache, dass er bei Vertragsabschluss noch nicht
volljährig war und er sich bis dato nicht um die Umschreibung
gekümmert hat.
Du mußt Dich - oder die Mutter - nicht verteidigen. Es geht darum, zu ergründen, woran das Verhalten des Jungen überhaupt liegen könnte. Ansonsten könnte man sagen „Dann hätte Mama den Vertrag ja einfach kündigen können, wenn er sich nicht um die Umschreibung kümmert“, aber, wie gesagt: Darum geht’s nicht.
- Durchsuchen des Zimmers:
Hier muss man erwähnen, dass die Mutter regelmäßig in das
Zimmer muss, da der Kerl ein Messi ist und sich in seinem
Zimmer bereits nach einer Woche Berge von Müll befinden. Was
sich dort alles ansammelt, ist teilweise richtig gefährlich.
Hier kann ich der Mutter nur Recht geben, zumal es im Haushalt
noch zwei kleinere Geschwister gibt und es nicht sein kann,
dass einer alles verkommen lässt.
Ein Grund mehr, nicht etwa das Zimmer zu durchsuchen, sondern ihn einfach vor die Tür zu setzen.
- Familie klammert:
Nein, ganz im Gegenteil. Der junge Herr konnte sich immer so
frei bewegen, wie er wollte. Es gibt ungeschriebene Grenzen
(keine Waffen, keine Drogen, keine Gewalt), die er zwar immer
mal überschritten hat (wer tut das nicht), aber ansonsten gab
es in der Familie keine Probleme.
Entschuldigung, aber ich habe immer noch nicht den Eindruck, als sei das so. Eine Familie kann auch klammern und dominant sein, wenn sie dem Küken alle Freiheiten gewährt - manchmal gerade dann.
- Arzt:
Als er 6 Jahre alt war, starb seine Schwester. Es war für die
ganze Familie eine große Tragödie. Als die Mutter bemerkte,
dass ihr Sohn das nicht verarbeiten konnte, hat sie sich
psychologische Hilfe für ihn geholt. Er ging regelmäßig hin
und unabhängig davon, weshalb er eigentlich dort hin ging, hat
der Psychologe der Mutter damals schon gesagt, dass er
irgendwann richtige Probleme bekommt.
??? Ähm, der Psychologe sagte das, aber niemand unternahm etwas dagegen? Oder wie darf man das verstehen?
Mit 14 litt er in der Schule unter Mobbing der schlimmsten
Art. Die Mutter war diejenige, die ihn da heraus holte und
dafür sorgte, dass er die schlimmen Erlebnisse mit
psychologischer Unterstützung abarbeiten konnte. Und wieder
kam die Aussage, dass der junge Kerl nur sehr schwer
zugänglich sei, unbequeme Fragen einfach an sich abprallen
ließ und nur das annahm, was ihm in den Kram passte.
Nochmals Entschuldige, aber ich finde, das klingt mehr und immer mehr nach einer dominanten, übermächtigen Familie. 
Ich habe gestern den Abschlussbericht des Psych. gelesen. Er
bezog sich u. a. auf die familiäre Situation (in diese damals
2-jährige Therapie wurde die Familie miteinbezogen) und dort
stand wörtlich: Besondere Anmerkung: Ich habe selten eine
solch intakte und stabile Familiensituation erlebt. Herr und
Frau XXX leben ein sehr freundliches und offenes Miteinander
und sind für ihre Kinder eine zuverlässige und wichtige Hilfe.
Kein Kind gerät einfach durch einen eigenen bösen Kern komplett auf die schiege Bahn. Sicher können der Tod der Schwester und das Mobbing in der Schule Dinge sein, die maßgeblich für das „Kippen“ zuständig sind. Aber gerade Deine vehemente Verteidigung, daß mit Mama und Papa alles, aber auch wirklich ALLES in ALLERBESTER Ordnung sei, geradezu Friede, Freude, Eierkuchen… DAS stinkt. Ehrlich.
- Freundin hat Schluss gemacht:
Das hat die Freundin der Mutter per SMS mitgeteilt. Wörtlich
(inkl. Fehler): ich mach Schluß mit den und dann macht er sich
tot. mir ist egal er geht zu allah.
Die Mutter weiß nicht, woher die Freundin ihre Mobilnummer
hat.
Mehr Worte sind hierzu wahrlich nicht nötig.
Stimmt - denn mit der eigentlichen Krisensituation hat diese Sache nur sehr periphär zu tun.
Und nun zur Entscheidung der Eltern:
Die Eltern haben entschieden, dass sie ihn nicht zurückholen
werden […]
Stimmt. Vor allem, wenn kleinere Kinder mit im „Spiel“ sind.
So ist der Stand der Dinge im Moment und ich muss ganz ehrlich
gestehen, dass ich den Hut vor den Eltern ziehe.
Ja, in diesem Falle tue ich das auch. Dennoch wäre es wichtig, mal zu reflektieren, wie es dazu kommen konnte. Auch um der kleineren Kinder willen
Ich danke euch für die (für mich) teilweise sehr hilfreichen
Informationen. Hätte ich in dieser Angelegenheit etwas zu
entscheiden, würde ich mich Maltes Meinung anschließen, aber
ich kann nur hilfreich zur Seite stehen - mehr nicht.
Gern geschehen. Wie oben gesagt, ich will Dich nicht angreifen. Aber Außenstehenden fallen eben manchmal Dinge auf, die man selber nicht bemerkt - darum hast Du ja auch hier gepostet, nehme ich an.
Und diese Dinge fielen mir eben auf.
Danke, daß Du ein Update gepostet hast, es wäre schön, wenn wir hören könnten, wie es weiter geht.
Ich wünsche dem Jungen und der ganzen Familie, daß er sich wieder fängt und es schafft, neu anzufangen.
Liebe Grüße,
Nike