Neffe (19 J.) durchgeknallt (lang) - Hilfe nötig

Hi,

zuerst hoffe ich, dass ich mit meiner Frage (meinen Fragen) im richtigen Brett bin.

Mein Neffe (19 J.) gibt seinen Eltern Rätsel auf (mir auch) und man wird aus seinem Verhalten nicht mehr schlau.
Vielleicht weiß man hier, was man tun soll.

Hier die Sachlage:
Seit etwas über einem Jahr verändert er sich immer mehr, verschließt sich, zieht sich zurück, hängt in der Gothic-Szene ab, trinkt und ist absolut unzuverlässig. Bisher haben seine Eltern immer versucht, ihn vorsichtig in eine halbwegs normale Richtung zu leiten, was mit Sicherheit kein einfaches Unterfangen war, aber immer geglückt ist.
Seit etwa 8 Wochen läuft aber alles aus dem Ruder und am Wochenende ist es eskaliert! Er begann (heimlich) zu trinken (es wurden Unmengen an Spirituosenflaschen in seinem Zimmer gefunden, in den unmöglichsten Verstecken!), hockte nur noch in seinem Zimmer, ging nur noch nachts aus dem Haus, geisterte über Friedhöfe, fügte sich selber Wunden zu und redete bei seinen wenigen Freunden sehr oft über Selbstmord. Er erzählte bei einigen Leuten, dass er überall gehasst werden würde.

Wie gesagt, am Samstag eskalierte es dann zwischen ihm und seiner Mutter. Sie erhielt seine Handyrechnung (Vertrag läuft auf sie) von über 600 Euro und gleichzeitig kam ein Brief von seiner Bank, dass er sein Konto horrend überzogen hat. Auch sein Vater konnte nicht mit ihm reden! Seine Mutter versuchte händeringend in Erfahrung zu bringen, wo denn das ganze Geld geblieben ist, denn es war nichts vorhanden, was auch nur vom kleinsten Wert gewesen wäre.
Der Kerl stellte auf stur, knallte seiner Mutter die Tatsache an den Kopf, dass es sie nichts angehen würde, dass er eine Freundin habe, die Türkin sei und er sich mit ihr heimlich (ihrer Familie wegen, die seien total altmodisch) treffen würde. Meine Schwägerin war hell entsetzt und fragte ihn, ob er sich der Gefahr bewusst sei, denn eine türkische Familie lebt nach ihrer Familienehre. Das war ihm egal, sollen sie ihn doch beseitigen! Sein Leben sei eh nichts wert. Die Mutter kam aus dem Entsetzen nicht mehr heraus. Für sie war klar, dass man etwas unternehmen musste und sie sagte ihrem Sohn auch, dass sein Leben so nicht mehr weitergehen kann.
Das Ende vom Lied war, dass er seine nötigsten Dinge zusammenpackte und mit den Worten: Ihr seht mich hier nie mehr wieder!, verschwand. Bis gestern Abend haben die Eltern nur in Erfahrung bringen können, dass er nachts durch die Wälder wandert, dort auch schläft und heute morgen haben sie nun erfahren, dass seine Freundin mit ihm Schluss gemacht hat (heute morgen).

Sie sind vollkommen verzweifelt und wissen nicht mehr weiter. Sie haben große Angst, dass er versuchen wird, sich das Leben zu nehmen.
Was können die Eltern tun? Polizei einschalten? Wenn man ihn findet, was sollen sie dann tun? Ihn für einige Zeit „einweisen“ lassen?

Es ist wirklich eine sehr brenzlige Situation, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen kann.

Von daher: was kann man tun und was habt ihr für Vorschläge oder Ideen (wie auch immer), damit der Kerl sein Leben wieder auf die Reihe bekommt?
Ach noch was: Mein Neffe ist ein Waffennarr und es ist nicht auszuschließen, dass er sich eine Waffe besorgt. Was er damit alles anrichten könnte, daran möchte ich im Moment gar nicht denken!!!

mg
nyke

Nicht ohne Profi
Hallo nyke

Ich denke, dass ihr ohne professionelle Hilfe nicht weiterkommt.
Ich als psychologisch interessierter Laie weiss ueberhaupt nicht, was
in so einem Fall zu tun ist. Und ihr wisst es offenbar auch nicht.
Also muss da ein Fachmann ran, bevor ihr noch gravierende Fehler
macht, vielleicht sogar durch Tipps aus diesem Forum ermutigt.

Wer Experte fuer so etwas ist, weiss ich allerdings auch nicht.
Ich wuerde eine Psychiatrie in der Naehe anrufen und die Polizei. Die
muessten euch weiterhelfen koennen.

Bereitet euch darauf vor, dass der arme Irre voruebergehend in eine
geschlossene Anstalt muss.

Alles Gute, Tychi

Ich schließe mich Nyke an. Ihr solltet auf jeden Fall die Polizei einschalten!!!

Wenn er richtig in der Gothic-Szene ist, dann braucht er wirklich psychologische Behandlung. Aus dieser Szene kommt man sehr schlecht raus diese ist auch sehr gefährlich.

Hallo Tychi

Ich denke, dass ihr ohne professionelle Hilfe nicht
weiterkommt.

Das sehe ich ebenso.

Ich als psychologisch interessierter Laie weiss ueberhaupt
nicht, was
in so einem Fall zu tun ist. Und ihr wisst es offenbar auch
nicht.

Stimmt auch.
Ich weiß es nicht und die Eltern noch weniger.

Also muss da ein Fachmann ran, bevor ihr noch gravierende
Fehler
macht, vielleicht sogar durch Tipps aus diesem Forum ermutigt.

Auch hier gebe ich dir recht. Die Frage ist, wie sollen sie das anstellen? Er ist weg und sie werden ihn selber wohl kaum finden! Sollen sie zur Polizei? Die Mutter hat Bedenken, denn er ist 19 Jahre alt, ob die Polizei die Sorgen (die ich für SEHR begründet halte) der Eltern ernst nimmt.

Wer Experte fuer so etwas ist, weiss ich allerdings auch
nicht.

Auch ich habe hier keine Ahnung - leider!

Ich wuerde eine Psychiatrie in der Naehe anrufen und die
Polizei. Die
muessten euch weiterhelfen koennen.

Ein weiteres Problem. Ich kenne keine und die Eltern auch nicht. Mit dem Hausarzt haben sie schon gesprochen und der meinte, dass man sein Verhalten nicht überbewerten soll. Man solle ihn einfach ein paar Tage in Ruhe lassen, in den meisten Fällen kämen die dann wieder von alleine zur Vernunft.

Bereitet euch darauf vor, dass der arme Irre voruebergehend in
eine
geschlossene Anstalt muss.

Ich denke auch, dass er vor sich selber geschützt werden muss! Nur wie sollen die Eltern das anfangen? Der Hausarzt ist auf jeden Fall keine Hilfe (er hat den Kerl allerdings auch nur 2 x gesehen).

Alles Gute, Tychi

Danke.

mg
nyke

Polizei / Gespräch mit Arzt
Hallo,

Du hast Dir Deine Frage im Prinzip schon selbst beantwortet. Aus Deinem Beitrag geht hervor, dass Du annimmst, dass eine akute Eigengefährdungssituation (eventuell Suizid) und sogar eine Fremdgefährdungssituation (Waffe) vorliegen könnte.

Dir wird wohl keine andere Wahl bleiben als erstmal die Situation um diese zwei Punkte zu entschärfen, auch wenn sie dann auf persönlich emotionaler Ebene eventuell komplizierter wird.

Mir fallen nun zwei mögliche Anlaufstellen ein:

  1. Die Polizei, die sicherlich Akuthilfe leisten kann / muss.
  2. Sein „Hausarzt“ - sicherlich ist er 19 und daher muss der Arzt sich an seine Schweigepflicht halten, jedoch kann er sicherlich entsprechende Maßnahmen ergreifen und die ganze Geschichte ein wenig betreuen, Ratschläge erteilen und euch helfend zur Seite stehen, wenn er über die Situation informiert werden würde.

Darüber hinaus wäre es vielleicht auch nicht schlecht, wenn ihr euch bei gegebenen Stellen informieren würdet, welche mittel- und langfristigen Möglichkeiten es gibt. (ProFamilia als Stichwort)

Gruß
Thorsten

Hallo nyke

Auch hier gebe ich dir recht. Die Frage ist, wie sollen sie
das anstellen? Er ist weg und sie werden ihn selber wohl kaum
finden! Sollen sie zur Polizei? Die Mutter hat Bedenken, denn
er ist 19 Jahre alt, ob die Polizei die Sorgen (die ich für
SEHR begründet halte) der Eltern ernst nimmt.

Nun, ein normaler Polizist ist wohl nicht der Richtige, aber es gibt
bei der Polizei Psychologen, die mit solchen Dingen umgehen koennen
sollten. Die Polizei muss die Sorgen ernst nehmen, denn wenn etwas
passiert (Selbstmord) und sich herausstellt, dass die Polizei
nachlaessig war und die Tragoedie haette verhindern koennen, dann
bekommen die zustaendigen Beamten richtig Aerger (Suspension, Strafe
etc.). Diese moeglichen Konsequenzen sichern eigentlich, dass die
Beamten sorgfaeltig und verantwortlich mit dem Fall umgehen.
Freilich muessen sie dazu nicht die emotionale Erregung der Mutter
uebernehmen :smile:.

Wer Experte fuer so etwas ist, weiss ich allerdings auch
nicht.

Auch ich habe hier keine Ahnung - leider!

Hier im Forum gibt es gewiss jemanden, der einen Fachmann dafuer
benennen kann. Warte nur ein wenig.

Ich wuerde eine Psychiatrie in der Naehe anrufen und die
Polizei. Die
muessten euch weiterhelfen koennen.

Ein weiteres Problem. Ich kenne keine und die Eltern auch
nicht.

Wie meinst du das? Wenn ihr in einer kleinen Stadt wohnt, dann nehmt
ihr das Telefonbuch der naechsten genuegend grossen Stadt, sucht euch
die Krankenhaeuser heraus und ruft an.

Mit dem Hausarzt haben sie schon gesprochen und der
meinte, dass man sein Verhalten nicht überbewerten soll. Man
solle ihn einfach ein paar Tage in Ruhe lassen, in den meisten
Fällen kämen die dann wieder von alleine zur Vernunft.

Ja, also der Hausarzt ist eben nicht Experte fuer alles. Ignoririert
ihn einfach.

Bereitet euch darauf vor, dass der arme Irre voruebergehend in
eine
geschlossene Anstalt muss.

Ich denke auch, dass er vor sich selber geschützt werden muss!
Nur wie sollen die Eltern das anfangen? Der Hausarzt ist auf
jeden Fall keine Hilfe (er hat den Kerl allerdings auch nur 2
x gesehen).

Ich stelle mir vor, dass die Polizei den Burschen im Wald sucht,
mitnimmt und ihn an eine Fachkraft (Psychiater) uebergibt. Der
Hausarzt duerfte dabei keine Rolle spielen.

Gruss, Tychi

Hier die Sachlage:
Seit etwas über einem Jahr verändert er sich immer mehr,
verschließt sich, zieht sich zurück, hängt in der Gothic-Szene
ab, trinkt und ist absolut unzuverlässig. Bisher haben seine
Eltern immer versucht, ihn vorsichtig in eine halbwegs normale
Richtung zu leiten, was mit Sicherheit kein einfaches
Unterfangen war, aber immer geglückt ist.

offensichtlich nicht.

Seit etwa 8 Wochen läuft aber alles aus dem Ruder und am
Wochenende ist es eskaliert! Er begann (heimlich) zu trinken
(es wurden Unmengen an Spirituosenflaschen in seinem Zimmer
gefunden, in den unmöglichsten Verstecken!), hockte nur noch
in seinem Zimmer, ging nur noch nachts aus dem Haus, geisterte
über Friedhöfe, fügte sich selber Wunden zu und redete bei
seinen wenigen Freunden sehr oft über Selbstmord.

Er erzählte
bei einigen Leuten, dass er überall gehasst werden würde.

und warum?

Wie gesagt, am Samstag eskalierte es dann zwischen ihm und
seiner Mutter. Sie erhielt seine Handyrechnung (Vertrag läuft
auf sie) von über 600 Euro und gleichzeitig kam ein Brief von
seiner Bank, dass er sein Konto horrend überzogen hat. Auch
sein Vater konnte nicht mit ihm reden! Seine Mutter versuchte
händeringend in Erfahrung zu bringen, wo denn das ganze Geld
geblieben ist, denn es war nichts vorhanden, was auch nur vom
kleinsten Wert gewesen wäre.
Der Kerl stellte auf stur, knallte seiner Mutter die Tatsache
an den Kopf, dass es sie nichts angehen würde, dass er eine
Freundin habe, die Türkin sei und er sich mit ihr heimlich
(ihrer Familie wegen, die seien total altmodisch) treffen
würde.

Meine Schwägerin war hell entsetzt und fragte ihn, ob
er sich der Gefahr bewusst sei, denn eine türkische Familie
lebt nach ihrer Familienehre.

–>genau das meinte er mit „altmodisch“

da hat er auch voellig recht. er ist nicht verpflichtet, seine eltern ueber den stand seiner beziehungen auf dem laufenden zu halten…noch ist er verpflichtet, eine freudin nach dem willen seiner eltern zu haben.
hier koennte man schon mal einen problemansatz(zwischen eltern und kind) sehen…
und ich denke, es gibt noch ein paar mehr in dieser art…die von den eltern ignoriert worden sind, die niemand angesprochen hat und die der sohn in form von „in eine andere welt fluechten“ umgangen ist.

Das war ihm egal, sollen sie ihn
doch beseitigen! Sein Leben sei eh nichts wert. Die Mutter kam
aus dem Entsetzen nicht mehr heraus. Für sie war klar, dass
man etwas unternehmen musste und sie sagte ihrem Sohn auch,
dass sein Leben so nicht mehr weitergehen kann.
Das Ende vom Lied war, dass er seine nötigsten Dinge
zusammenpackte und mit den Worten: Ihr seht mich hier nie mehr
wieder!, verschwand. Bis gestern Abend haben die Eltern nur in
Erfahrung bringen können, dass er nachts durch die Wälder
wandert, dort auch schläft und heute morgen haben sie nun
erfahren, dass seine Freundin mit ihm Schluss gemacht hat
(heute morgen).

Sie sind vollkommen verzweifelt und wissen nicht mehr weiter.
Sie haben große Angst, dass er versuchen wird, sich das Leben
zu nehmen.
Was können die Eltern tun? Polizei einschalten? Wenn man ihn
findet, was sollen sie dann tun? Ihn für einige Zeit
„einweisen“ lassen?

er ist 19 - da ist nix mehr mit einweisen lassen

Es ist wirklich eine sehr brenzlige Situation, die man nicht
auf die leichte Schulter nehmen kann.

Von daher: was kann man tun und was habt ihr für Vorschläge
oder Ideen (wie auch immer), damit der Kerl sein Leben wieder
auf die Reihe bekommt?
Ach noch was: Mein Neffe ist ein Waffennarr und es ist nicht
auszuschließen, dass er sich eine Waffe besorgt. Was er damit
alles anrichten könnte, daran möchte ich im Moment gar nicht
denken!!!

er ist gefluechtet, weil er sonst wahrscheinlich genau das getan haette, was niemand will. er hat das ventil flucht genutzt, um druck abzulassen.

es ist nicht nur er, der die hilfe braucht. wenn seine eltern wollen, dass er zurueckkommt, dann sollten sie sich professionelle hilfe holen - fuer sich und die familie - nicht nur fuer ihn.das wird ein schuss in den ofen.
das sieht aus wie ein tiefsitzenderes problem.

und wenn der sohn als armer irrer behandelt wird, wie er von manchen personen gesehen wird, dann wird das problem noch schlimmer.

ich schliesse mich den anderen an…da muss ein profi her

zu erst fuer die eltern!!!dann fuer den (volljaehrigen)sohn.

mfg:smile:
rene

off topic

Bereitet euch darauf vor, dass der arme Irre voruebergehend in eine
geschlossene Anstalt muss.

der arme Irre

Anstalt

Ich les’ wohl nicht recht !

L.

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Hallo Leonora

Bereitet euch darauf vor, dass der arme Irre voruebergehend in eine
geschlossene Anstalt muss.

der arme Irre

Anstalt

Ich les’ wohl nicht recht !

Was soll ich mit diesem Satz anfangen?

Gruss, Tychi (Kein PC-Fetischist.)

Hallo chatairliner

und wenn der sohn als armer irrer behandelt wird, wie er von
manchen personen gesehen wird, dann wird das problem noch
schlimmer.

ich schliesse mich den anderen an…da muss ein profi her

zu erst fuer die eltern!!!dann fuer den (volljaehrigen)sohn.

Deine Ausfuehrungen sind richtig. Aber sie sind ein anderes Thema.
Der 19jaehrige ist jetzt wahrscheinlich in Gefahr und braucht
Hilfe/Rettung.
Dass sein Verhalten Ursachen hat und dass die Familie einiges
aufarbeiten muss, steht ausser Frage, wird aber erst spaeter wichtig.
Die Bezeichnung armer Irrer moege man mir verzeihen. Natuerlich ist
das eine Abstempelung, die das Problem, das zwischen ihm und seinen
Eltern steht, einseitig auf ihn verlagert.

Gruss, Tychi

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huhu,

ich schliesse mich den anderen an…da muss ein profi her

zu erst fuer die eltern!!!dann fuer den (volljaehrigen)sohn.

Deine Ausfuehrungen sind richtig. Aber sie sind ein anderes
Thema.
Der 19jaehrige ist jetzt wahrscheinlich in Gefahr und braucht
Hilfe/Rettung.

ich kann nicht jedes feuer mit wasser bekaempfen.

er war auch bis jetzt in gefahr, nur in einer, die man nicht erkennt.
ob er im moment in akuter gefahr ist, kann man von hier aus nicht beurteilen, aber wenn die eltern sich als retter hinstellen sollten…was denkst du, was dann passiert.
wenn die eltern mit dem satz: was haben wir nur falsch gemacht? oder : wir lieben dich doch. oder wer weiss, was, ankommen und ihn zurueckholen.
wenn sie ihn zurueck ins laute heim bringen, das endet dann wirklich mit gewalt.

sie sollten dringend um hilfe darum bitten, wie SIE sich jetzt verhalten sollen und nicht etwas tun, was gut gemeint ist.
eine beratungsstelle wird dann mit notwendigen massnahmen helfen, aber um himmelswillen kein hilfloses kind aus ihm machen, was den kopf verloren hat.

es ist nicht gefaehrlich zu fluechten - es ist gefaehrlicher, wenn man nicht fluechten kann.wenn man mit gewalt zurueckgeholt wird in eine welt, in der man es nicht mehr ausgehalten hat(im elternhaus).

er wird im wald niemandem was tun und die polizei kann ja niemanden festnehmen, weil er im wald schlaeft.

mfg:smile:
rene

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Vorsicht, Verantwortung!
Hallo Chatairliner,

ich denke, dass die Situation und gerade auch das Gefährdungspotential des jungen Mannes sich selbst, aber eventuell auch anderen gegenüber aufgrund der hier ausgetauschten Informationen nicht mit Sicherheit abgeschätzt werden kann.

Ferner halte ich es für gefährlich in diesem Falle dazu zu raten, erstmal nichts zu unternehmen. Sicherlich verkompliziert eine entsprechende Intervention die emotionale Gesamtsituation, kann jedoch auch die Gefährdungssituation erstmal entschärfen.

Möchtest Du wirklich die Verantwortung dafür übernehmen, dass nicht gehandelt wurde und er sich dann doch was angetan hat?

Mit jedem Posting hier, gerade hier in diesem Brett, übernimmt man Verantwortung. Und ich für meinen Teil gehe da doch lieber auf „Sicherheit“ statt mich Vermutungen hinzugeben.

Gruß
Thorsten

Hallo Tychi

Ich wuerde eine Psychiatrie in der Naehe anrufen und die
Polizei. Die
muessten euch weiterhelfen koennen.

Das ist nicht ganz so einfach. Der junge Mann ist volljährig und außerdem aus freiem Willen gegangen. Was die Eltern wollen und denken ist eher sekundär (für die Polizei).
Ich kenne ienen „ähnlichen“ fall. Da war ebenfalls jemand aus dem Haus gegangen und unwiederfindbar verschwunden. Die einzige Möglichkeit, ihn „zurückzuholen“ war das Auto, das ihm nicht gehörte (und mit dem er verschwunden war) als gestohlen zu melden und die Fahndung darauf anzusetzen (das ist nicht meine Auffassung von der Sache, sondern sie Aussage des Polizisten). Das gelang allerdings auch nicht, weil der Typ „klugerweise“ ins Ausland gefahren ist und für eine internationale Fahndung mit Interpol reicht wohl der „Diebstahl“ eines Autos mit einem Wert unter 1000€ nicht…
Die Ärzte können erst einschreiten, wenn derjenige klar angezeigt hat, daß er sich oder anderen etwas antun könnte. Aber auch das ist nicht unbedingt leicht nachzuweisen. Der Hinweis auf die Gothic-Szene ist meiner Meinung nach noch nicht ausreichend, um denjenigen zwangseinzuweisen.

Viele Grüße
HylTox

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huhu,

nein, da wurde wohl was falsch verstanden:smile:

Ferner halte ich es für gefährlich in diesem Falle dazu zu
raten, erstmal nichts zu unternehmen. Sicherlich
verkompliziert eine entsprechende Intervention die emotionale
Gesamtsituation, kann jedoch auch die Gefährdungssituation
erstmal entschärfen.

im gegenteil - ich schrieb, sie sollen etwas tun, aber nicht das, was sie fuer richtig halten, sondern das, was die PSYCHOLOGISCHE HILFE fuer richtig haelt. das einzige, was sie tun sollen, ist, sich selbst helfen - nur dann koennen sie dem sohn helfen - indirekt.

Möchtest Du wirklich die Verantwortung dafür übernehmen, dass
nicht gehandelt wurde und er sich dann doch was angetan hat?

Mit jedem Posting hier, gerade hier in diesem Brett, übernimmt
man Verantwortung. Und ich für meinen Teil gehe da doch lieber
auf „Sicherheit“ statt mich Vermutungen hinzugeben.

mit dem wort „verantwortung“ waere ich vorsichtig…denn das forum ist kein rechtssubjekt, auf das man sich berufen kann, egal, ob psychologie oder mathematik.

es waere in meinen augen falsch und unverantwortlich, genau das zu tun, was man gedenkt zu tun, was man schon die ganze zeit getan hat und was man fuer richtig haelt.
es ist jetzt(und zwar umgehend!) der moment gekommen, das zu tun, was die beratungsstelle empfiehlt…und wenn DIE empfiehlt, die polizei einzuschalten, erst dann sollen die eltern das tun, denn der junge ist volljaehrig.

mfg:smile:
rene

Hallo nyke,
schwierige Situation. Ich hab mal überlegt, was ich machen würde wenn es mein Sohn wäre.

  • möglichst viele „Kontaktleute“ suchen, denen mein Sohn vertraut und die mir berichten wo er sich aufhält und was er macht.
  • vielleicht ist der ein oder andere dabei dem ich zutrauen würde meinem Sohn situationsabhängig wiederzuspiegeln, dass es nicht „normal“ ist was er da veranstaltet.
  • ihn evtl. durch diese Personen mit Nahrung, Kleidung, etc. falls nötig versorgen lassen.
  • ihm ausrichten lassen, dass ihm keiner „böse“ ist und er jederzeit heim kommen kann.
  • alternativ eine für meinen Sohn akzeptable Person finden bei der er kurzfristig unterkommen kann.

Auch wenns aktuell vermutlich nichts bringt:

  • Ich würde einen Psychiater aufsuchen und die Situation schildern.
  • Die Polizei und den sozialpsychiatrischen Dienst informieren. Wenn doch eine akute Situation aufkommen sollte, hat vielleicht irgendjemand im Hinterkopf: „da war doch mal was“.

Mit Grüßen
Simone

der ‚durchgeknallte‘ Neffe
*oooooooooooolala*

Vorab: ich finde es toll, dass hier im Board so schnell so viele Antworten kommen und versucht wird zu unterstützen.
Allerdings schalten sich in diesem Board, häufiger als in anderen (Medizin, Recht etc.), interessierte Nicht-Profis ein (Laien will ich sie gar nicht nennen). Meist mit (sehr) guten Argumenten und Tips, aber in diesem Fall wirkt es etwas hektisch und läuft teilweise etwas aus dem Ruder, wenn ich mir die letzten Beiträge ansehe. In den genannten Boards werden die Beiträge von den Hinweisen geziert, dass einem der Gang zum Anwalt/… nicht erspart bleibt. Hier ist es ähnlich- abhängig von der Fragestellung. So viel zu „bin ich hier richtig“.

Zur Situation:
Wie vor mir schon erwähnt, scheint da einiges schon längst aus dem Ruder gelaufen zu sein, was in der Familie offensichtlich gar nicht so wahrgenommen wurde:

Er begann (heimlich) zu trinken
(es wurden Unmengen an Spirituosenflaschen in seinem Zimmer
gefunden, in den unmöglichsten Verstecken!)

gleichzeitig kam ein Brief von
seiner Bank, dass er sein Konto horrend überzogen hat

Das Durchsuchen des Zimmers des noch dazu volljährigen Sohnes,
sowie das Lesen der Post ist ein massiver Eingriff in seine Privatsphäre. Eine ganz ganz schlechte Basis für einen Dialog und gegenseitiges Vertrauen. Es ist seitens der Eltern nur zu verständlich, dass sie sich sorgen. Trotzdem ist dieses Vorgehen ein massiver Vertrauensmissbrauch und sollte eines der letzten Mittel sein. Hier offenbar nicht so geschehen, denn das (beiderseitige) misstrauen scheit mir schon längst tiefverankert:

Der Kerl stellte auf stur, knallte seiner Mutter die Tatsache
an den Kopf, dass es sie nichts angehen würde, dass er eine
Freundin habe, die Türkin sei und er sich mit ihr heimlich
(ihrer Familie wegen, die seien total altmodisch) treffen
würde. Meine Schwägerin war hell entsetzt und fragte ihn, ob
er sich der Gefahr bewusst sei, denn eine türkische Familie
lebt nach ihrer Familienehre.

Ein Sohn, der seinen Eltern nicht von seiner Beziehung berichten mag, sich in einer schwierigen Situation keine Hilfe von ihnen verspricht.
Den hohen Ausgaben nach, scheint das aber nicht nur irgendeine „Flamme“ zu sein. Wahrscheinlich erwartete er diese Reaktion bereits.

Für sie war klar, dass
man etwas unternehmen musste und sie sagte ihrem Sohn auch,
dass sein Leben so nicht mehr weitergehen kann.
Das Ende vom Lied war, dass er seine nötigsten Dinge
zusammenpackte und mit den Worten: Ihr seht mich hier nie mehr
wieder!, verschwand.

Logische Konsequenz. Der Junge steht, ob nun freiwillig oder zur Rede gestellt, vor seinem Trümmerhaufen und erntet statt Unterstützung und Hilfestellung nur Vorwürfe und Unverständnis.

Ich könnte, nur anhand der kurzen Infos, ewig weiterschreiben.
Aber es geht mir nur darum zu verdeutlichen, dass dort demnach schon lange der Haussegen schief hängt. Hier könnte, sobald sich die Situation etwas beruhigt hat eine Familientherapie helfen. Ich bezweifle jedoch fast, aufgrund der Infos und dem Alter, dass der Sohn da noch ein großes Interesse dran hat. Aber Anlass für ein ruhiges (!) Gespräch, in dem sich beide Seiten Fehler eingestehen dürfen, ist es alle Mal.

Die vorigen Argumente dienen nicht dazu, die Verantwortung den Eltern zu übergeben oder ihnen hier Vorwürfe zu machen. Das möchte sich hier doch bitte niemand anhand der spärlichen Informationen anmaßen. Vielmehr geht es darum zu zeigen, dass keiner der beteiligten Personen „irre“ zu sein scheint. Zwangseinweisung, Psychiater- all das fiel in einigen der vorigen Beiträge. In meinen Augen, nur anhand dessen was Du hier schreibst, eine unangemessene Reaktion. Wenn jemand Gothic-Musik hört, im schwarzen Trenchcoat auf dem Friedhof herumrennt und Probleme mit seinen Eltern hat, ist er noch lange nicht krank!
Befragt man Jugendliche warum sie in dieser oder jenen Clique sind, sind die Antworten meist dieselben: die nehmen mich halt wie ich bin, die verstehen mich, machen mir nicht dauernd Vorwürfe usw usf.
Ein anderes Problem scheint der Alkoholkonsum zu sein.
Nun trinken viele Jugendliche gerne und vor allem gerne viel Alkohol.
Häufig fallen auch diejenigen etwas aus dem Rahmen, die früher kaum etwas getrunken haben und ihre Grenzen erst später kennenlernen müssen. Inwieweit die „Flaschenbatterie“ für ihn allein bestimmt war oder ach für Freunde/ von Freunden nach und nach mitgebracht etc. lässt sich von hier aus nicht beurteilen. Ebenso wenig, wie die Frage, ob überhaupt ein Alkoholproblem besteht. Die Tatsache, dass er diese versteckt, spricht jedoch erneut für das mangelnde Vertrauen in die Eltern und die Annahme, dass diese keinen Respekt vor seinem Zimmer / seinen Schränken zeigen werden.

Was nun tun?
Ruhe bewahren, die Fakten klären.

Bis gestern Abend haben die Eltern nur in
Erfahrung bringen können, dass er nachts durch die Wälder
wandert, dort auch schläft und heute morgen haben sie nun
erfahren, dass seine Freundin mit ihm Schluss gemacht hat
(heute morgen).

Woher wissen sie das? Den Kumpel bitten ihn aufzusuchen und mit ihm zu sprechen. Der soll ruhig die Angst der Eltern um ihren Sohn transportieren. Signalisieren, dass sich die Eltern sorgen, aber ihm nichts vorwerfen.
Gibt es kein Gespräch zwischen Kumpel und Sohn oder ein beunruhigendes, kann man durchaus die Polizei informieren.
Auf die entsprechenden Beratungsstellen wurde bereits verwiesen.
Per Telefon/ Persönlich ist es einfacher sich ein Bild zu machen.
Allerdings darf man seitens der Polizi keinen großen Alarm erwarten.
Die Beurteilungsmaßstäbe sind dort andere.

Was können die Eltern tun? Polizei einschalten? Wenn man ihn
findet, was sollen sie dann tun? Ihn für einige Zeit
„einweisen“ lassen?

Nein. Gesprächsbereitschaft signalisieren. Keine Vorwürfe. Leise Töne. Ihn kommen lassen, statt ihn zu bedrängen/ ihm ein Gespräch aufzuzwingen. Aber: wenn nichts kommt, den Gesprächsbedarf nach einigen Tagen anmelden (Kommst Du bitte auf uns zu, wenn … wir möchten da gern nochmal drüber reden), nicht unter den Tisch fallen lassen. Bindung schaffen ohne zu erdrücken. Ruhe reinkommen lassen. Danach erst den Alkohol ansprechen (auch dann erst die Zimmerdurchsuchung ansprechen- er wird enttäuscht und sauer sein), nach der Motivation einer Familientherapie fragen ggf. Beratungsstellen Alkohol. Aber alles sehr vorsichtig und in Maßen dosiert. Nicht gleich alles auf einmal und mit der Betonung von Ängsten und Unterstützung statt in Vorwürfe abzudriften. Guten Kontakt zu seinen Freunden halten. Wenn man selbst nicht weiterkommt, sind die eine gute Adresse.

Herzliche Grüße

Frosch

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Hi,

die harte Tour wäre folgende:

Zeugenaussagen sammeln (irgendwie dokumentieren!), dass Suizidabsichten geäußert wurden, dann Polizei und Amtsarzt einschalten.

Geäußerte Suizidabsichten oder vielleicht sogar ein Versuch (dokumentiert anhand von selbst zugefügten Wunden, die zwar nicht suizidaler Absicht sein müssen, aber als Anschein ausreichen) - das reicht für eine Zwangseinweisung für mind. 24 Stunden.

Bei Deiner Schilderung würde ich diesen Weg bevorzugen, ich halt auf dem Level nicht mehr viel von der Weichspülermethode.

Softere Alternativen wurden Dir ja schon genannt.

Professionelle Hilfe in Form des sozialpsychiatrischen Dienstes oder je nach Budget eines privat bezahlten Therapeuten, der sich auf sowas versteht (Familiensituation nicht außer Acht lassen, der Junge ist nicht von allein so geworden!), ist zusätzlich anzuraten.

Gruß & alles Gute,

Malte

Gruß,

M.

Mutter durchgeknallt (kurz) - Änderung nötig
Hallo Nyke

Wie gesagt, am Samstag eskalierte es dann zwischen ihm und
seiner Mutter. Sie erhielt seine Handyrechnung (Vertrag läuft
auf sie) von über 600 Euro

Das ERSTE, was mir aufstößt, ist, dass sein Handy über Mutters Konto läuft. Das ist genau die Verwöhnung, die solche Typen so werden lässt. Alles andere ergibt sich dann von selbst.
Gruß,
Branden

Moin

  • das reicht für eine Zwangseinweisung für mind.
    24 Stunden.

Und dann? Was passiert auf der Geschlossenen (wenn er überhaupt da landet, bzw. der Aufnahmearzt im KKH eine akute Gefährdung sieht)? Mit ein bisschen Pech ist er am nächsten Tag wieder draussen und das Spielchen geht von vorn los. Die Wahrscheinlichkeit, dass „das Kind“ innerhalb von 24 Std. krankheiteinsichtig wird ist extrem niedrig.

Bei Deiner Schilderung würde ich diesen Weg bevorzugen, ich
halt auf dem Level nicht mehr viel von der Weichspülermethode.

Es geht nicht um Weichspülermethoden. Eher darum den typischen Drehtüreffekt verhindern und vielleicht überlegen was langfristig sinnvoller wäre.

Mit Grüßen
Simone

2 „Gefällt mir“

Moin

  • das reicht für eine Zwangseinweisung für mind.
    24 Stunden.

Und dann? Was passiert auf der Geschlossenen (wenn er
überhaupt da landet, bzw. der Aufnahmearzt im KKH eine akute
Gefährdung sieht)?

der Aufnahmearzt hat da gar nichts zu melden. Zwangseinweisung ist bindend.
Was da passiert, ist folgendes:

  1. Er kann sich nicht einfach umbringen.
  2. Er zumindest für die Zeit an einem Ort, wo er für die Familie mehr oder weniger(!) „greifbar“ ist.
  3. Nach 24 Stunden wird entschieden, wie es weitergeht. Die Familie hat also Zeit, mehr anzuschubsen, falls das gewünscht ist. Was daraus wird, hängt natürlich auch maßgeblich davon ab, wie er sich präsentiert.

Mit ein bisschen Pech ist er am nächsten
Tag wieder draussen und das Spielchen geht von vorn los.

Klar, das ist eine Möglichkeit. Aber nicht die einzige, und besser, als ihn am nächsten Tag im Wald aufgehängt zu finden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass „das Kind“ innerhalb von 24 Std.
krankheiteinsichtig wird ist extrem niedrig.

Das ist auch weder nötig noch anzustreben.

Bei Deiner Schilderung würde ich diesen Weg bevorzugen, ich
halt auf dem Level nicht mehr viel von der Weichspülermethode.

Es geht nicht um Weichspülermethoden. Eher darum den typischen
Drehtüreffekt verhindern und vielleicht überlegen was
langfristig sinnvoller wäre.

Genau einschätzen können wir’s alle nicht aus der Ferne, aber wenn ich das Bild mal so male, dass da ein junger Mann mit Suizidabsichten, tiefen familiären Konflikten und einem Hang zu dem ganzen Gothic-Kram ausgestattet abhaut und im Wald lebt, dann ist das in meinen Augen eine ernste Krise.

Und bei einer Krise ist das einzige, was primär wichtig ist, eine angemessene Krisenintervention.

Danach kann man sich Gedanken um langfristige Lösungen machen.
So lange der da in diesem (angenommenen) Zustand rumläuft ist das langfristige erstmal schietegal.

Allerdings sind wir das wohl beide durch unsere jew. beruflichen Erfahrungen geprägt :wink:

Gruß,

Malte