[MOD]: Titel archivtauglich gemacht
Ich bitte um Entschuldigung für den langen Text, aber ich muß weiter ausholen, um die eigentlich Frage auch nur etwas darstellen zu können.
Es geht leider nicht ohne mit viel Worte.
Ganz abgesehen davon, das frz. privé´ = entzogen und privat ist, also auch der Allgemeinheit entzogen, und voler´ = stehlen und fliegen, (einen [Über]sprung machen?) - bei der Besprechung des Wortes stehlen´ gestern blieb die Bemerkung bei Kluge: "oder mit s mobile zu (ig.) *tel- aufheben´" bei mir etwas offen:
Was bedeutet sprachwissenschaftlich: „s mobile“, liebe Fachleute? Heißt das (nur) „angehängt“, zu welcher Bedeutungsvariation auch immer?
Oder ist es „nur“ die Negation wie in ital: piacere´, Gefallen, spiacere´, Mißfallen?
Wie aber wäre zu *tel, aufheben, noch ein weiterer negativer Zusatz nötig, um zum stehlen zu kommen?
Wahrscheinlicher war das s schon „eingebaut“, wie im griechischen stereô´, sterisko´, rauben, stehlen.
(die Beugungsform stimmt bestimmt nicht! Pardon!)
Zu dem s-Zusatz fiel mir gleich das polnische z´, mit, ein, z pokojnje´(meine Lautschrift) = „Gemach!!!“
(Von pokoj´, Akzent auf dem 2ten o: "pockuij" = Frieden, Zimmerflucht. Also: "mit/in Freiden/Ruhe"). Das Gegenteil, ohne, ist ja poln.: bez´; das Paar habe ich in schrecklicher Erinnerung aus dem gemeinsamen Urlaub mit einer Familie aus Polen, mit ihrem Fiat Polski, der noch Blei brauchte.
Versuch mal einer, „mit Blei“ auf Polnisch zu sagen!!!
„z olówo“, mit dem gestrichenen l, das selbst wie ein u gesprochen wird. In etwa „sss uúwowo“. „bez uúowo“, „mit Blei“, war leichter. Aber dann wär die Maschine im Sand.
Schwerer noch als der türkische Vorname U^gur (Bedeutung: Gutes Zeichen/Omen, Glücksbringe), mit dem Dach auf dem g: in etwa u´ur, mit angehauchtem w zwischen den u´s.
Zurück zur Frage: Im Deutschen wird immer geschimpft, wenn eine® sagt: „mit, oder mit ohne?“, oder: „den Kaffee bitte ohne mit Sahne!“ oder auch „mit ohne Sahne!“.
Ursprünglich wollte man vielleicht nur irgendwie ausdrücken, daß man eine Bemerkung zu „mit oder ohne“ machen will(???). Oder das „ohne“ wird als positiver Besitz angesehen. Nichtbesitz´ als Besitz´!!! Nicht haben als Grad des habens.
Ähnlich wie im Effekt heiß-kalt, ital. caldo-freddo, es geht „nur“ um den Grad der Wärme/Kälte, hier: mit oder ohne. Da fallen mir die mathematischen unscharfen Mengen´ und die Fuzzifikation´ ein.
Gibt es denn einen nur graduellen Unterschied zwischen mit´ und ohne´? (mit wenig, aber ohne viel, sagt man doch eher).
Im Englischen: with´ and without´ (ist übrigens mit deutsch wider´= gegen verwandt, daher auch withhold´, withstand´, usw., aber auch sehr entfernt mit wieder´, nach Auskunft bei T.J.Hoad: „English Etymology“).
Klingt without´ nicht sehr nach mit ohne´?
Zurück zur Ausgangsfrage: sicher gibt es im Deutschen viele die s mobile´, wahrscheinlich aber mit verschiedensten Bedeutungszusätzen, ws aber auch Verstärkung (ähnlich wie im Italienischen: forza´ = Gewalt/Kraft, sforza´ gewaltlos, aber ``sforzo´= Anstrengung; auffällig dabei: "senza sforzo" = mühelos) und dieses s wird wohl auch heute oft nur noch im sch-´ vorweg stecken. Ich habe bloß mit ohne viel Ahnung, kann jemand da nähere Auskunft geben?
Frage also im wesentlichen die: Gibt es Anzeichen für ein Negations-präfix `s´ auch in der deutschen Sprache?
(der „Latinologe“ Walde-Hoffmann spricht von „s-Präfixierung“)
mit ohne viel weitere Worte aber mit herzlichen Krüßen,
moin, manni