Negative Emotionen 'In sich hinein Fressen'

Hallo Community,

ich habe vor kurzem das Buch „Warum Optimisten länger leben“ von Martin Seligman gelesen und mir war so, als ob es darin eine Passage über das Unterdrücken von Emotionen gegeben hat, habe darin rumgeblättert und finde sie aber nicht wieder.
Ich beschäftige mich allerdings gerade ein wenig mit dem Thema, desshalb frage ich jetzt einfach hier mal nach.

Ich glaube gelesen zu haben, dass es negative Auswirkungen auf das Glücksempfinden hat, wenn man Emotionen für sich behält und ihnen keinen Freien Raum verschafft.

Ist das so richtig oder ist es eher anders herum ?

MfG, Becker

Hi,

ich muss bei solchen Themen immer an einen Ausschnitt aus meiner Lieblingsserie „Berlin, Berlin“ denken. In einer Episode sieht die Hauptperson Lolle (verliebt in ihren Cousin und will das unterdrücken) ihr gegenüber plötzlich eine Kopie von sich sitzen, ich nenne sie mal Lolle2.

Lolle1: Wer bist du?
Lolle2: ich bin der Teil von dir, der Sven liebt.
Lolle1: was willst du hier? ich hab mich gegen Sven entschieden und dabei bleibt’s. Ich will dich nicht sehen. Kann ich dich nicht einfach wegdrücken?
Lolle2: Klar kannst du. Aber vergiss nicht: jedesmal, wenn du das tust, werd ich stärker.

Unverarbeitete Emotionen (nicht nur negative) klopfen immer wieder an die Pforte, bis man sich ihnen stellt.
Gruß
Judy

relativ…
hi,

man kann auch positiv sterben.

ein guter umgang mit gefühlen erleichtert das leben und ermöglicht sinnerfülltere und schönere beziehungen im leben. es verlängert aber nicht nachweisbar das leben, das erzählen und nur die medien.

auf der onkologie triffst du oft sehr positive typen, die bald sterben. andere, die man als negative wiederlinge bezeichnen könnte, werden 100 jahre alt.

einige erkrankungen, wie z.b. haut, magen- und darmerkrankungen, asthma, bluthochdruck und diabetes lassen sich durch gutes gefühlsmaber vermeiden oder verkürzen oder ins alter länger aufschieben.

tippfehler.

„gefühlsmaber“ soll heissen „gefühlsmanagement“

Was sind denn negative Emotionen?
Hi,

nur mal so in den Raum gestellt:

Es ist fast schon ein Zeitgeist-Phänomen, dass man immer nur positiv denken soll. Gute Laune und Optimusmus sind in unseren Tagen Pflicht. Alles andere sind angeblich negative Gedanken, von denen man krank wird.

Ich bin da etwas anderer Auffassung:

Meiner Meinung nach ist es genau so „negativ“ anläßlich einer sehr schlechten Nachricht trotzdem gut drauf zu sein. Optimismus ist nicht immer gut, vor allem dann nicht, wenn er unangemessen ist.

Umgekehrt können negative Gedanken, Angst und Pessimismus völlig in Ordnung sein, wenn sie der jeweiligen Situation angemessen sind.

Es geht also nicht darum, immer nur positive und nie negative Emotionen zu haben, es geht eher darum, ob diese Emotionen hinsichtlich der konkreten Lebenssituation angemessen sind oder nicht.

Negative Emotionen sind also nicht immer und nicht in jedem Fall etwas Schlechtes!

LG Rolo

Hallo,

ich kann nur dringend davon abraten, negative Gefühle in sich reinzufressen, sie womöglich gar zu leugnen oder gar die Gelassene in der Öffentlichkeit zu mimen. Wird die Seele derart geschunden, reagiert darauf der Körper. Magen- oder Rückenschmerzen sind da noch die kleineren Übel.

Liebe Grüße
Hagazussa