Liebe/-r Experte/-in,
ich habe viele schlimme Dinge erlebt. Manchmal denke ich mir aber auch, wie es positiv hätte ablaufen können.
Das geht so weit, daß ich ein negatives Ereignis einfach umdichte und mich als Gewinner dastehenlasse und das so oft, daß ich anderen diese Geschichte erzähle weil ich selbst daran glaube. Manchmal kommt dann aber auch der Gedanke, daß ich mir etwas vormache.
Ich habe mir die Vor-, und Nachteile überlegt.
Vorteile:
- Ich quäle mich nicht mit ständigem „Hätte ich doch“, denn ich „habe ja getan, was getan werden mußte“.
- Wenn ich anderen erzähle, wie mir etwas gelungen ist, bin ich beliebter als über Fehlschläge zu erzählen. Erzähle ich bspw. einer Frau ich sei Jungfrau, wirkt das eher zum Nachteil als wenn ich sage, daß es schon den ein oder anderen Partner in meinem Leben gab.
- Erzähle ich einem Mann, ich habe Kampferfahrung wirkt das besser als wenn ich sage, ich gehe jeder Konfrontation aus dem Weg, mit mir kann man machen, was man will.
- Denke ich, ich bin aus jeder Schlägerei siegreich hervorgegangen, strahle ich Selbstbewußtsein aus, das künftige Schlägereien verhindert.
- Gehe ich als Autodidakt in eine Verhandlung mit Gelehrten und sehe ich mich als Gelehrten, wirke ich souveräner und überzeugender.
Nachteile:
- Ich fühle mich in falscher Sicherheit. Sage ich mir, ich habe ein Studium geschafft, funktioniert das noch bei anderen, fällt aber in sich zusammen sobald eine Firma mein Diplom sehen möchte.
- Sehe ich Menschen, die mich früher verletzt haben wieder kann es sein, daß ich ihnen freundlich entgegentrete, frage wie die Wunde bspw. verheilt ist, während tatsächlich ich die Wunde erhalten habe.
Wie seht ihr das? Nur hilfreiche Antworten.