Negatives Denken

Hallo,

ich neige dazu, bei Vorschlägen, die mir keinen Spaß machen oder die mir einfach zu anstrengend sind, innerlich auf Abwehr zu gehen, auch wenn es objektiv gesehen Vorschläge sind, die mir vielleicht guttun.
Z.B wenn mein Mann vorschlägt, gemeinsam Sport zu treiben (beide sind wir bewegungsfaul und alleine rafft er sich auch nicht auf), stimme ich vielleicht ihm zuliebe zu, habe aber das Gefühl „noch eine Pflicht mehr“, hadere innerlich und empfinde das Ganze als Zwang, ärgere mich schon mal im Vorfeld über die verlorene Freizeit und bin eben einfach absolut negativ eingestellt.

Wie kann ich erreichen, mich aus diesen negativen Gedankengängen, die dann auch noch die ganze Zeit kreisen zu lösen und mit solchen Vorschlägen objektiver oder positiver umzugehen?

Danke schon mal für eure Antworten und Grüße
muddle

Hallo muddle!

Du schreibst, dass du unwillkürlich dazu neigst bestimmte Anfragen einseitig und irrational zu beurteilen. In solchen Fällen würde ich versuchen, dieser Verzerrung vorherzukommen, indem ich mich dazu zwänge das Angebot bewusst zu bewerten. Am besten du überlegst dir die Vor- und Nachteile, bewertest jedes Einzelargument und wägst ab. Das kannst du auch laut tun. Wenn es dir schwer fällt dich zu einer eigentlich guten Sache zu überwinden, mach sie dir schmackhaft.
Da du irrationale Gedankengänge erwähnt hast, könnte es dir helfen, diese bewusst zu beobachten, und dich bei Gelegenheit kritisch mit ihnen auseinanderzusetzen. So kannst du falsche Argumentationen, die zu falschen negativen Schlussfolgerungen führen, erkennen und korrigieren.

MfG
Falk

Wie kann ich erreichen, mich aus diesen negativen
Gedankengängen, die dann auch noch die ganze Zeit kreisen zu
lösen und mit solchen Vorschlägen objektiver oder positiver
umzugehen?

Ich würde erst mal versuchen eine neutrale Haltung anzustreben. Das ist leichter als zu einem vielleicht übertriebenen Optimismus zu tendieren.

Neutralität, Gleichmut, Gelassenheit, - die drei Stützpfeiler menschlichen Handelns, sind eine gute Waffe gegen den alles zerstörenden Pessimismus, - begleitet von entsprechender Lektüre.

gruß
rolf

Hallo muddle
Ich finde Dein Verhalten weitgehend normal. Wenn uns jemand „von außen“ motivieren will (selbst wenns der/die Liebste ist), dann ist das eben nicht von uns, nicht von innen heraus, gekommen. Und dann hat man selten DIE Motivation, als wenn man sich selber „brennend“ auf etwas hin bewegen will.
Man spricht nicht umsonst von „intrinsischer“ Motivation im Gegensatz zu „extrinsischer“.
Gruß,
Branden

Motivation: extern/intern
Hallo muddle

Sich zu motivieren ist eine schwierige Sache. Manche koennen’s und
wissen nicht, warum andere so traege sind und die Traegen fuehlen
sich ungluecklich und fragen sich, woher die Motivierten ihre Energie
nehmen. Irgendwie koennen diese beiden Sorten Mensch einander nicht
verstehen.
Generelle niedrige Motivation ist eine Art Behinderung. Diese
Menschen koennen ihr Potenzial nicht entwickeln, weil sie immer erst
ueber eine hohe Wand klettern muessen, bevor sie etwas tun koennen.

Externe Motivation sind Gruende wie: Mit Sport bist du viel gesuender
oder wenn du studierst, bekommst du irgendwann mehr Geld oder wenn du
abnimmst, dann bist du sexuell attraktiver.
Externe Motivation bewirkt nicht sonderlich viel. Wer nur extern
motiviert ist, gibt schnell wieder auf.

Interne Motivaiton hingegen ist vorhanden, wenn dir der Sport, das
Studium oder das Abnehmen selbst Spass macht, wenn du diese Dinge
also als Selbstzweck betreibst.

Nach dieser internen Motivation musst du suchen. Fange einfach an,
Sport zu treiben und zwar nicht nach einem Trainingsplan oder nach
einem „ich muss jetzt 5 km laufen, sonst wirkt es nicht“-Ansatz,
sondern so, dass es dir Spass macht. Irgendeine Form von Sport macht
jedem Spass, du musst sie nur finden.
Wenn du erst entdeckt hast, dass Sport auch Spass machen kann, dann
sind vielleicht die naechsten Schritte moeglich, d.h. doch einem
Trainingsplan zu folgen, der dann die guten Effekte des Sports
bewirkt.

Aber wie gesagt: Rein externe Motivationen haben geringe Kraft. Aber
diese Erfahrung hast du ja schon oft gemacht.

Uebrigens geben viele dafuer, warum sie diese oder jene Plackerei auf
sich nehmen, nur externe Motivationen an, obwohl sie unbewusst intern
motiviert sind.

Gruss, Tychi

Hallo Branden

Man spricht nicht umsonst von „intrinsischer“ Motivation im
Gegensatz zu „extrinsischer“.

Ja stimmt, dies sind die richtigen Ausdruecke. Ich habe es extern und
intern genannt. Na ja, was soll’s, der Inhalt ist der gleiche.

Gruss, Tychi

Hi muddie,

wem könnten derartige Erfahrungen fremd sein? :wink:

Vielleicht hilft Dir der Trick, im Vorfeld Dir vorzustellen, wie gut es Dir z. B. nach dem Sport geht: Du bist frisch, kannst stolz auf Dich sein, fühlst Dich fit usw. usf.

An der Sache als solches ändert sich weder durch negative, noch durch positive Gedanken etwas - warum also nicht die positiven BEWUSST in den Vordergund holen.

unbewußter Widerstand?
Hi muddle,
äußere mich als Nicht-Expertin, da ich so ein Verhalten mit manchen Menschen auch bei mir beobachtet habe:

Kann es sein, daß Du unbewußt zu Deinem Männe generell erstmal in Opposition gehst, wenn er etwas vorschlägt? Dahinter steckt ja möglicherweise etwas Grundsätzlicheres, ein ungelöstes (Beziehungs-)Problem. Vielleicht kann einer der Experten etwas dazu sagen?

Wenn’s das nicht ist: Ich versuche es mit Selbstsuggestion, d.h. ich setze ganz bewußt gegen jeden negativen Gedanken einen positiven. Es funktioniert mit etwas Übung und Konzentration, und auf die Dauer wird die innere Haltung positiver. Übrigens wirkt ein Lächeln in den Spiegel verstärkend :smile:).
LG, MrsSippi

hallo muddle,
war das eigentlich immer schon so bei Dir?
Ist das jedem gegenüber so?
War es auch so, als Du frisch verliebt warst?
Mit solche Überlegungen könntest Du den Gründen für Deinen Pessimismus vielleicht näher kommen.

Aber überlege auch, ob Du vielleicht in Wirklichkeit müde bist? Und ob Du immer auch gesund genug bist - oder aus Erschöpfung „lieber nicht“ fühlst?
Vielleicht hast Du aber wirklich zuwenig Freizeit? Und würdest in dieser lieber etwas anderes tun? Wenn ja - was? Machs!!! Dann könnte Dein Pessimismus auch gegenüber anderen Aktivitäten verschwinden. Oder Du willst nur noch das, was Du angefangen hast - und Deine Freude daran überzeugt auch alle um Dich herum. Gruß, I.

Hi MrsSippi,

Kann es sein, daß Du unbewußt zu Deinem Männe generell erstmal
in Opposition gehst, wenn er etwas vorschlägt?

Das war mein erster Gedanke - ist schon ärgerlich, wenn der andere was vorschlägt, was man eigentlich selbst gern initiiert hätte…

Gruß,
Anja

hallo muddie (ich hoffe mal nicht, das soll mutti bedeuten)

wenn du nicht nur bei deinem mann ablehnend reagierst kann es evtl ja auch sein dass du einfach eine gewisse zeit brauchst dich mit neuen dingen anzufreunden, also nicht spontan bist. es könnte auch sein, dass dich vorschläge erstmal überfordern (ob nun nur gefühlsmässig oder der vorschlag selbst zu heftig ist weiss ich nat. nicht)

wenn ihr beide z.b couchpotatos seid, wäre man mit joggen überfordert.
oder wenn er meit, täglich ab sofort…auch kann es sein du hast angst das gewohnte loszulassen.

es gäbe noch mehr möglich gründe und man kann nun nicht einfach sagen, das eine ists nu…

aber du kannst es evtl selbst herausfinden indem du dir überlegst auf welche weise du weniger ablehnend wärst - z.b wenn der vorschlag gemacht würde und dann aber gemeinsam festgelegt wird was wie stattfinden soll. (z.b walken, guter anfang der auch garantiert funktioniert ohne das man angst haben muss wie ein looser dazustehen)
z.b 2 mal die woche erstmal 30 min lang und dann steigerung der zeit nach und nach.

was es alles gibt und wie man vorgehen muss findet man sicher im netz.
das ist also das geringste problem.

der oder die wahren gründe für deine ablehnende haltung aber kannst du nur ergründen wenn du dir überlegst ob es eine art und weise gäbe dir etwas vorzuschlagen bei dem du nicht auf ablehnung gehst und wie es denn aussehen müsste. - das gilt dann auszutesten und dem gatten mitzuteilen. - das es dich anfangs dennoch überwindung kosten mag, weil du gewohnt bist automatisch negativ zu reagieren ist dann wieder dein part. - aber beidseits mal nach wegen zu suchen die es dir einfacher machen würde sich doch lohnen. selbst als pessimist der nicht zulassen will das neue dinge etwas gutes bieten kann man meiner meinung nach in einem bestimmten rahmen an sich arbeiten zuzulassen das es doch auch
dinge gibt, die einen nicht schaden. - herauszufinden wo es klappen kann und dort keine ängste aufzubauen nicht vom scheitern auszugehen sondern in erster linie den spass darin zu suchen und nichts anderes, das traue ich zwar jedem zu, muss aber bewusst gewollt und geübt sein/werden.

aber das ist blanke theorie, da ich selbst kein mensch bin der in deiner lage ist und ggfs. hilft dir am meisten wenn du mit „gleichgesindten“ reden würdest, von dort vorschläge bekommst.

doch auch dann wären die hintergründe für deine haltung sicher nicht unerheblich, da vorschläge darauf auslegt sein müssen und sich doch sehr voneinander unterscheiden, je nachdem wieso es ist wie es (noch?) ist.

LG
nina

Hi Muddle,

wenn Du denn dann doch Sport gemacht hast, fühlst Du Dich dann nicht einfach sauwohl danach?

Es geht doch bestimmt vielen so, daß man sich für manche Aktivitäten (das muß nicht unbedingt Sport sein, auch Kochen, Lesen, Kino) brutal aufraffen muß und im Anschluß oder währenddessen dann total happy ist, daß man es macht / gemacht hat.

Nicht soviel nachdenken, einfach MACHEN.

Wenn Du allerdings dann während dem Joggen auch keine Freude hast und anschließend auch nicht besser drauf bist, als vorher, dann hat das für mich einen depressiven Touch…

Opposition

Kann es sein, daß Du unbewußt zu Deinem Männe generell erstmal
in Opposition gehst, wenn er etwas vorschlägt? Dahinter steckt
ja möglicherweise etwas Grundsätzlicheres, ein ungelöstes
(Beziehungs-)Problem. Vielleicht kann einer der Experten etwas
dazu sagen?

Das ist interessant.
Was könnte so etwas grundsätzliches sein? Woher kann so etwas kommen?

oT: muddie
Hi Nina,

hallo muddie (ich hoffe mal nicht, das soll mutti bedeuten)

weshalb wünscht Du es Dir dann in gewisser Weise, wenn Du doch „mal nicht hoffst“? Schließlich kann man doch erst dann hoffen, dass nicht die Mutti gemeint ist, wenn man den muddle wunschgemäß-versehentlich für muddie hält …

Wünscht Du es folglich, „mal nicht hoffen“ zu können? :wink:

Reg Dich nicht auf, wir Überdeterministen ergötzen uns halt an solchen Exemplaren wie dem „muddie“, gerade auch, weil dieses nicht ein bloßer gewöhnlicher Tippfehler ist :wink:

Viele Grüße
franz

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Hi Franz,
nicht Tippfehler, wohl eher „Brille-nicht-auf-der-Nase-oder-noch-keine-Brille-zu-brauchen-meinender-Lesefehler“ :wink:
meint MrsSippi

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Hi ich_vogel,

Das ist interessant.
Was könnte so etwas grundsätzliches sein? Woher kann so etwas
kommen?

Das weiß ich nicht, darum ja meine an die Experten weitergereichte Frage - würde mich auch interessieren.
Vermutung: Unausgesprochener Ärger darüber, sich ständig zurückgesetzt zu fühlen, oder sonstige, über längere Zeit nicht angesprochene, mehr oder weniger erfolgreich verdrängte Probleme - sowas.
Grüße,
MrsSippi

Hi Anja,

  • ist schon ärgerlich, wenn der
    andere was vorschlägt, was man eigentlich selbst gern
    initiiert hätte…

Das meinte ich zwar nicht, aber könnte auch sein - klang im Ausgangsposting aber nicht danach.

LG, MrsSippi

Hallo MrsSippi,

nicht Tippfehler, wohl eher
„Brille-nicht-auf-der-Nase-oder-noch-keine-Brille-zu-brauchen-meinender-Lesefehler“
:wink:

Ein dreifaches Nein, und ein nicht doch hinterher :wink:
Da habe ich mich doch extra als Überdeterminist geoutet, und dann soll es wieder die Brille sein …

Nein,nein,nein *inTrotzphasebin*

Natürlich mag die gute Nlna (hab meine Brille nicht auf!) ihre Brille nicht auf der Nase zu brauchen meinen, oder so, aber ich hab noch nie gelesen, dass sie Dich mit MrsSipp l angeredet hätte, obwohl man Dir doch auch hier ein i für ein l vormachen könnte …

Der Grund mag wohl der sein, dass wohl keiner den Sippl kennt, aber manch einer den Missisippi liebt; nun wird Nina wohl bisweilen in a muddle sich befinden, aber halt doch eher die muddie lieben :wink:

Viele Grüße
franz

Übrigens: weil es so schön brettbezogen ist; seit Du nicht mehr die Lizzzy bist, sondern MrsSippi kommst Du mir viel älter vor; ohne Schmarrn, ich assoziiere mit diesem Namen irgendwie eine alte Oma mit Dutt im Schaukelstuhl und einer Katze auf dem Schoß;
keine Ahnung wo ich mir dieses Bild eingefangen habe, ich glaub ja, es war damals bei Huckleberry Finn :wink:

o(w)t: o.k.zieh Bein wieder raus,Rumpelstilz+rofl!
o

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wenn ich …
… nachher dazuschreiben muss, dass mein Posting einzig und allein amüsant-plaudernd gemeint war, dann habe ich beim Posten eindeutig etwas ganz ganz falsch gemacht :wink:

Anpöbelei oder Rechthaberei sollte da eigentlich nicht rein, also nix für ungut, ok?

Viele Grüße
franz