Negativfilm 100ASA mit 200ASA-Einstellung belicht

Ich habe im Urlaub nicht aufgepaßt und vergessen die Kamera auf die für den Film notwendigen 100 ASA einzustellen.
Also habe ich 2 Filme (100 ASA) mit der Kameraeinstellung 200 ASA belichtet.

Kann ich die Filme ganz normal zur Entwicklung bringen?
(Ein Verkäufer im Fotoladen sagte, daß Negativfilme nicht ‚gepuscht‘ werden können).

Vielen Dank

Hallo Carsten
Der Verkäufer ist anscheinend wirklich nur ein Verkäufer, Ahnung hat er keine. Selbstverständlich kannst du in einem guten Labor die Filme so entwickeln lassen. Die Toleranzen von 100 ASA Filmen sind recht gross und vermutlich würden einige der Aufnahmen auch ganz gut, aber es lohnt sich trotzdem auf eine entsprechende Entwicklung zu pochen. Ich zahle hier für so eine Arbeit dann acht statt vier Mark. Damit kann man leben. Geh in ein Fotogeschäft, nicht in die Drogerie um die Ecke.
Tschüß Ein anderer Carsten

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Na diese Antwort war ja schneller als die Polizei erlaubt… :smile:
Vielen Dank

Leider war das ein Fotogeschäft, welches ich sogar für hochwertiger als mein bisheriges Fotogeschäft hielt.

Jedenfalls nochmals vielen Dank für Deine Antwort.

Moin.

Grundsätzlich hast Du recht, nur ist die Frage ob es sich bei einem 100 ASA Film für Amateure wirklich lohnt.
Ich habe selbst lange im Fotohandel gearbeitet, und obwohl ich weiss, dass man Negativfilme puschen kann hätte ich davon abgeraten.

Ich habe mal einen Ektar 100 fälschlich als 200 belichtet, und obwohl es immer hieß, dieser muss unbedingt richtig belichtet werden waren die Aufnahmen samt und sonders gut.

Bei Pushentwicklungen aus dem Großlabor hingegen habe ich schon alles mögliche zurück bekommen.

Schöne Grüße aus Bremen

Leo

Natürlich hast du recht. Für die meisten Sachen ist der 100er Film auch tolerant genug. Das Problem taucht auf bei Blitzaufnahmen. Die sind nach meiner Erfahrung ohne Sonderentwicklung im Eimer. Ich bin jetzt vor allem erstaunt über den Zirkus mit den Labors den ihr habt. Ich habe hier ein Stundenlabor und spreche mit der Laborantin durch, was ich haben möchte und so wird es dann gemacht. Pushen kann ein paar Tage dauern, bis sie ein paar Filme gesammelt hat, aber dann ist die Qualität gut. Ich dachte das wäre heute schon ziemlich verbreitet!? Carsten

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Moin.

Antwort: Großlabor! Im Stúndenlabor kann ich mit den Leuten reden, bein Großlabor nicht, da muss ich hoffen, dass die es richtig machen. Und Sonderwünsche gehen gerne mal schief; bei einer Filmentwicklung kann man dann nichts mehr retten. (Beim Abzug schon).

Grüße

Leo

vor und nachteil
Hi,
es gibt nur eine oder ein paar Ausnahmen von Farbnegativfilmen (im hochempfindlichen Bereich)die fürs Pushen gedacht sind.
ansonsten kommt es zu Farbverschiebungen.
es hängt von der Art der Aufnahmen ab, was einem Wichtig ist.
Hat man in dämmerigen Licht vielleicht einen Autounfall dokumentiert ist es sicher besser zu pushen.
sind hingegen Aufnahmen im direkten Sonnenlicht gemacht worden die ohnehin schon recht hart sind, würde ich mich eher auf den Belichtungsspielraum des Filmes verlassen, oder nur eine halbe Blende pushen.
Es ist auf jedenfall so, das der Fotohändler in gewisser weise insoferne Recht hat, das ein gewöhnlicher Colornegativfilm eben einfach nicht pushfähig ist, zumindest aus Sicht einer Fachgemäsen Entwicklung.
Im übrigen gibts ja auch einige Diafilme die absolut ungeeignet sind um sie zu pushen, außer man beabsichtigt Farbverschiebungen.
Ulrich

Hi Carsten !

Mit Puschen kenn ich mich leider garnicht aus.

Aber: ich habe schon des öfteren gelesen, daß man einen Negativfilm schon um eine Stufe unterbelichten kann, ohne daß was passiert. (beim überbelichten warens zwei Stufen).

Vielleicht machst Du am wenigsten verkehrt, wenn Du erstmal einen Film zum „normalen“ Entwickeln bringst, bevor der andere verp(f)uscht ist.

Gruesse
HylTox

Filmbelichtung: Stiftung Warentest:±2 Blenden ok
Hallo!
Vor Jahren schon hatte Stiftung Warentest etliche Kleinbildnegativfilme geprüft und eine Liste herausgegeben: Bis zu 2, sogar drei Stufen konnte man manche Filme unter- oder überbelichten und erhielt immer noch vertretbare Resultate. Eine Stufe jedenfalls ist gar kein Problem! Tu so, als wär nix gewesen.

Tschuess, Sven

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Trullala und hallo,
vergiß den verkäufer; natürlich kannst du die filme
länger entwickeln lassen. Ist aber vom labor abhängig wo die lieben verkäufer das zeug hinschicken! Mach das dauernd wenn die lichtverhältnisse sich verschlechtern und kein höher empfindlicher film zur hand ist.

Gruß rüdl

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Hallo!
Vor Jahren schon hatte Stiftung Warentest etliche
Kleinbildnegativfilme geprüft und eine Liste herausgegeben:
Bis zu 2, sogar drei Stufen konnte man manche Filme unter-
oder überbelichten und erhielt immer noch vertretbare
Resultate. Eine Stufe jedenfalls ist gar kein Problem! Tu so,
als wär nix gewesen.

Tschuess, Sven

…hallo sven,
bei deinen „stufen“ meinst du sicher blendenwerte, beim über bzw.
unterbelichten. Bei der entwicklung von filmmaterial ist mehr als ein „empfindlichkeits-sprung“ kritisch; so meine erfahrungen.

gruß rüdl

??was macht dieser effekt überhaupt?? dummy-frage
hi,

was passiert da überhaupt? wie wirkt sich das aus? ich höre das immer wieder, dass leute sich 200er filme nehmen und als 800er belichten.
die kamera meint also, einen licht-empfindlicheren film zu haben und belichtet nun kürzer bei dunkelheit?–> also tendenziell Unterbelichtung?
(was im widerspruch zu der gennante technik steht, dass manche von euch das bei schlechten lichtverhältnissen machen??)

merci für die aufklärung!

chris

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Hi cm641et,

wenn Du einen Diafilm oder einen Schwarz-Weiss-Film unterbelichtest und nach Vorschrift forciert entwickelsts, passiert außer einer Kornvergrößerung und Kontraststeigerung nicht viel, es sei denn, Du übertreibst das Unterbelichten. Meist sind zwei Blendenstufen drin.

Bei einem Farbnegtivfilm sieht die Sache anders aus. Dort gibt es die sog. Maske, die orangerote Farbschicht. Die ist nötig um sog. Nebenabsorbtionen der verwendeten Farben zu verringern und entsteht beim Entwickeln. Wird nun anders als nach Vorschrift entwickelt, verändert sich auch die Maske, was zu Farbstichen führen kann, die kaum oder manchmal gar nicht zu kompensieren sind. Darum sollen Farbnegativfilme stets „normal“ belichtet und entwickelt werden.

Gandalf

Sollte auch so noch gehen …
Ein 100er Negativfilm ist so ca. von -1 bis +2,5 Belichtungsstufen oder so (je nach Fabrikat) tolerant. An den Werten sieht man, dass Negativfilme eher eine Überbelichtung vertragen. Ich stelle bei jedem Negativfilm die Belichtungskorrektur auf +1. Das bringt mehr Schattendurchzeichnung (in Farbe genauso wie in Schwarzweiss) und verbessert den Kontrast. Bei einem 800er Negativfilm kannst Du eine Stufe Unterbelichtung fast in den Papierkorb werfen (flau und grobes Korn) - da musst Du gepusht entwickeln lassen, beim 100er müsste es noch so gehen, aber sicherer ist auch hier die gepushte Entwicklung. Wenn Du nämlich eher am hellen Strand oder in der Wüste oder im Schnee in Automatik-Modus fotografiert hast, ist das Negativ ohnehin schon etwas unterbelichtet. Also, sicher ist sicher!