Nennung der Nationalität bei Straftätern

Dir gehen die Argumente aus und deshalb fängst Du eine Diskussion an einem ganz anderem Ende an?

Für Sozialwissenschaftler könnte das in den Bereich des „Derailments“ fallen.

Ich gehe davon aus, dass aus Deiner Sicht hiermit die Eingangsfrage geklärt ist und Du jetzt nur noch trotzig „ist aber so“ rufst?! Dann ist die Diskussion aus meiner Sicht Wiederrum abgeschlossen, da sie sich nur noch im Kreis dreht.

Vielleicht noch ein, zwei Gedanken:

Wenn man die Menschen nach ihrer Intelligenz einteilt, wird man wahrscheinlich heraus finden, dass leicht überdurchschnittlich intelligente Menschen ALLE Merkmale eines Verdächtigen/Täters abwägen und nur mit denen arbeiten, die für die Tat/ den Tathergang und vor allem für eine spätere Verurteilung relevant sind. (Die von mir oben angeführte Schuhgröße dürfte in fast allen Fällen zu der Gruppe der Merkmale gehören, die auf diese Weise unter den Tisch fallen.)

Menschen, die intellektuell mit leichtem Gepäck unterwegs sind, sind allerdings nicht in der Lage, solche komplexen Analysen durchzuführen, deren Gedanken fließen eher geradlinig. Denen reicht dann ein einziges Merkmal zur Erklärung des gesamten Vorgangs wodurch sie Vorurteile als unterkomplexes Erklärungsmodell aufbauen, es aber selbst nicht merken, weil sie auch ihre eigenen Gedanken mangels Fähigkeit nicht hinterfragen und analysieren können.

Solch geistig beschränkte Menschen pochen aus meiner Erfahrung, ohne weitere Argumente, regelmäßig auf ihrer Meinung, egal wie dämlich sie ist und welche Argumente das intelligentere Gegenüber bringt.

Off-Topic

Als schönes Beispiel darf dafür die Lanz-Sendung mit dem AfD-Hampelmann und dem Wissenschaftler Latif dienen. Während der eine seine auswendig gelernten, aber falschen Phrasen gebetsmühlenartig wiederholte, versuchte der andere die Fehler aufzuzeigen und mit Argumenten zu widerlegen.

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Und wenn manche Menschen Vorurteile aufbauen, ist das doch kein Grund ALLEN irgendwelche Infos vorzuenthalten.

Die reine Nennung der Nationalität ist kein Vorurteil, nicht rassistisch, nicht diskriminierend.
Oder soll nur bei Straftaten die Nationalität nicht genannt werden,
bei guten Taten und allgemein ist es aber ok?

„Der syrische Arzt im Klinikum… der malische Flüchtling rettete das Kind … der Somalier/Sudanese beginnt die Ausbildung … der Fussballer wurde da oder dort geboren“? :thinking:

Jeder Mensch hat ein Recht auf Privatsphäre. Das wird nicht nur in Artikel 8 der EMRK festgehalten, sondern auch in der Verfassung (Ö) bzw. Grundgesetz (D).

Du hingegen hast kein Recht auf irgendwelche Informationen, die dich schlicht nicht das Geringste angehen. Ob ein Mörder Moslem, schwul, Diabetiker, Familienvater, Däne oder CDU-Mitglied ist, hat in den allermeisten Fällen nichts mit der Straftat an sich zu tun. Ich sage in den ‚allermeisten Fällen‘, weil der Pressekodex wie oben erwähnt ohnehin eine Reihe an Ausnahmen kennt.

Aber dieser sensationsgeile Voyeurismus, mit dem manche Blätter gezielt ihre Auflage steigern wollen, ist durch nichts zu rechtfertigen. Lustigerweise kommt dieser Anspruch aber auch gerne von Leuten, die sonst gerne die Regierung als ‚Diktatur‘ bezeichnen und sich über (vermeintliche) Einmischungen in ihr Privatleben empören.

Genauso sieht es der Presssekodex vor.

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Keineswegs. Wir sind nur unterschiedlicher Auffassung.
Das Diskretionsbedürfnis, dass du argumentativ vertrittst, ist eine eher moderne Ansicht.
Die altmodischen Ansichten müssen deshalb nicht verkehrt sein.
Früher waren Gerichtsverfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit und nur der Strafvollzug (z.B. Exekutionen) öffentlich.
Heute ist es eher umgekehrt. Nach unserem Demokratieverständnis haben Prozesse öffentlich zu sein, um Transparenz zu gewährleisten. Diese Rechenschaftspflicht fördert das Vertrauen in unser Justizsystem. Nur indem „alles offenbart“ wird, kannst du beweisen, dass Jutitia wirklich eine Augenbinde um hat.
Und da wir nicht mehr wie früher alle um einen kleinen Marktplatz mit Gerichtslaube herum wohnen, werden Urteile öffentlich zugänglich gemacht. Auch der Presse.

Falls Du eine Antwort auf Deine Frage vermisst: sie lautet „ja“.

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Ich finde, der mündige Bürger sollte umpedink auch die Farbe der Socken von Verdächtigen und überführten Straftätern kennen, außerdem auch wissen, ob und ggf. welches Rasierwasser sie benutzen und wie oft sie wöchentlich duschen.

Wir schrieben von der Nationalität…

Und … hat sich dadurch was geändert?

Es gibt ja noch die sozialen Medien, wo dann trotzdem gewisse Infos verbreitet werden,
oder es wird gleich irgendwas gemutmaßt; und DAS ist noch weniger steuerbar.

Zudem untersagt der dt. Pressekodex die Nennung nicht. Diese sogenannte redaktionelle Prüfung, was es „bewirken“ KÖNNTE, ist eigentlich total schwammig und reell gar nicht für jeden einzelnen Leser voraussagbar.
Es sollte natürlich nicht so formuliert werden, dass die Nationalität im Vordergrund steht …

Wie wird es eigentlich in Österreich gehandhabt? :thinking:

Lese ich da eine Verallgemeinerung, oder noch schlimmer Mutmaßungen heraus? :wink:

Zu deiner Info … ich zähle mich nicht zu diesen „Leuten“.

Warum sollte es mich nichts angehen, wer da Straftaten begeht, in der Stadt, dem Land wo ich wohne?
Es gibt ja auch öffentlich einsehbare Statistiken nach Herkunftsland, soll man die auch verheimlichen?

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Was unterscheidet das Merkmal ‚Nationalität‘ von den anderen?

Und jetzt? Sollen wir dann alle Regeln über Bord werfen, die bei Twitter und Co. nicht gelten? Oder nur die, die dich stören?

Die Diskussion ist ähnlich, das Regelwerk (Ehrenkodex) aber nicht so explizit wie in D.

Natürlich nicht.

Das habe ich dir oben schon erklärt. Welchen Unterschied macht es denn für dich, ob ein Tatverdächtiger die Nationalität A oder B hat?