Hallo André
Bin mit der Materie (also Politik) nicht so vertraut, daher
weiß ich das nicht. Ich würde sie für Ad-Hoc-Bildungen halten,
da die Begriffe nun nicht soooooo bekannt und geläufig sind.
Zu einem Neologismus werden sie wohl erst, wenn sie sich
verbreiten.
Muss man wohl als einen fließenden Übergang betrachten. Ich bin bisher noch über keine wirklich überzeugende Definition von Neologismus gestolpert - vor allem die Fragte, wie alt ein Wort sein muss, damit es kein „neues“ Wort mehr ist, ist eigentlich unbeantworetbar, sintemal das von der Wahrnehmung durch die Sprecher abhängen dürfte. Wahrscheinlich läufgt es darauf hinaus, daß ein Neologismus das ist, was von der überwiegenden Zahl an Sprechern als solcher wahrgenommen wird. 
Und gehört zu einem Neologismus nicht auch, dass man das Wort
nicht verstehen können sollte, wenn man damit nicht vertraut
ist?
Ich kann mich nicht erinnern, daß wir im Studium einen so engen Neologismus-Begriff verwendet hätten - allerdings liegt mein Neologismus-Seminar schon ein paar Jahre zurück. (Ich weiß schon nicht einmal mehr, wer der Dozent war - ich glaube Hilke Elsen). Ich erinnere mich aber, daß wir stellenweise mit sehr weiten Definitionen operiert haben („alles, was noch nicht lexikalisiert ist“) und damit nur Schiffbruch erlitten haben. 
Bei einem Wahlerfolg der neugegründeten (fiktiven) Partei CPD wäre das Wort „CPD-Innenmister“ mit Sicherheit neu - aber wenn man das als Neologismus zulässt, kommt man völlig in den Wald. (Ein Grund, warum meine Seminararbeit über „Neologismenm im Spiegel“ nie fertig geworden ist. Der andere: Faulheit.)
Die Frage ist nun, ob es Worte gibt, die man zwar auf Anhieb versteht, die man aber trotzdem zu den Neologismen zählen möchte, weil sie in ihrer Konstruktion „neu“ oder „fremdartig“ sind. Mir fällt kein Beispiel ein, aber ganz außschließen möchte ich es nicht.
Gruß,
Max