In den letzten Tagen überall große Aufregung um NeoNazis und Anschläge sowie große Diskussion über Maßnahmen dagegen.
Wie aber sieht es denn in der Praxis aus?
Eine Studie der Uni Köln zu fremdenfeindlichen Straftaten in den Landgerichts-Bezirken Köln und Wuppertal ergab folgendes Bild:
(1) Nur rund jede tausendste (1 von 1.000) angezeigten Straftaten kann als fremdenfeindlich motiviert angesehen werden.
(2) Der ganz überwiegende Teil davon sind: Beleidigungen, Bedrohungen, Schmierereien („Grafitti“) von NS-Symbolen oder Grölereien von NS-Parolen oder Verwendung von NS-Kennzeichen.
Also alles Delikte, die nicht gerade zur Schwerstkriminalität gehören.
(3) Die Aufklärungsquote bei den fremdenfeindlichen Straftaten ist extrem hoch, auch & gerade bei den Brandstiftungen.
(4) Fast alle Taten geschahen spontan und ungeplant, in der Regel unter Alkoholeinfluss.
(5) Unter den Tätern überwiegen junge Männer.
(6) Kaum einer der Täter bekannte, ausländerfeindlich zu sein.
(7) In weit über 90% der Fälle wurde das Verfahren wegen geringer Tat- oder Schuldschwere eingestellt, vor allem auch mit Rücksicht auf das jugendliche Alter der Täter und den Alkohol-Einfluß bei der Tat (für Nicht-Juristen: nach dem StGB vermindert Alk die Schuld).
Ausserdem ist anzumerken, dass der Begriff "fremdenfeindliche Straftat kein juristischer Fachbegriff ist, sondern eher den Medien entstammt. Ob eine Straftat bei der Polizei als fremdenfeindlich oder ausländerfeindlich eingestuft wird hängt also oft vom Polizisten vor Ort ab. Dabei zeigen Studien, dass die Polizei um so eher einen fremdenfeindlichen Hintergrund annimmt, je mehr zur Zeit davon in den Medien kommt (!!). Oder anders gesagt: Ist der Polizist vor Ort durch die Medien aufgescheucht oder sensibilisiert, dann tendiert er eher dazu, einen fremdenfeindlichen Hintergrund anzunehmen. Das bedeutet, dass die Medien teilweise die Welle selbst erzeugen, auf der sie dann voran reiten.
Was wir daraus vielleicht lernen können:
Statt blindem Aktionismus (NPD-Verbot) und Wortgeschwall (Berufsverbot für Skinheads) sollte erst mal überlegt werden, warum denn 90% der Verfahren eingestellt werden! Natürlich ist das ein generelles Problem in Deutschland, denn auch der Großteil der Ladendiebstähle und der anderen Kleinkriminalität wird eingestellt. Dennoch frage ich mich, ob es die Nachwuchs-Skins nicht geradezu als Ermunterung ansehen, wenn auf die ersten Straftaten keine Reaktion des Staates folgt?
Vielleicht wären viele -wenn auch nicht in der Ideologie zu drehen- so doch von der Gewalt abzuhalten, wenn schon auf die erste „leichte“ Straftat wie Beleidigungen oder Hakenkreuz-Schmierereien eine DEUTLICHE Reaktion des Staates erfolgte?
Allerdings erfordert das mehr als das (leider) übliche Gefasel der GRÜNEN und anderer, dass wir jetzt alle und zusammen ganz mutig rhabarber rhabarber… . Kriminalitätsbekämpfung im Rechtsstaat ist nicht die Aufgabe linker Antifa-Aktivisten oder von Bürgerwehren, sondern genuine Aufgabe des Staates.
Dann muss der Staat aber auch seine Organe in die Lage versetzen, die Kriminaliät wirkungsvoll und effektiv bekämpfen zu können.
mfg frank