Nepal

Liebe Freunde!
Da ich plane, eventuell im April eine Reise nach Nepal zu machen, würde ich u.a. auch gerne Näheres über die derzeitige politische Situation erfahren, ist ja vor einigen Monaten doch auch instabil gewesen. So wie ich die Dinge nun sehe, gibt es keine Probleme, oder?
Besten Dank im Voraus und freundliche Grüße Linde

Hi Linde,

entnommen von http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/ mit Stand 24.01.02

ZITAT ANFANG

Sicherheitshinweis

Unverändert gültig seit: 24. Januar 2002

Aktuelle Hinweise:

Die nahezu im ganzen Land präsenten maoistischen Aufständischen haben die Ende Juli 2001 vereinbarte „Waffenruhe“ und die damit einhergehenden politischen Verhandlungen mit der Regierung am 21. November einseitig beendet. Kurz darauf griffen sie in einer konzertierten Serie von blutigen Überfällen erstmals auch Armeestützpunkte an. Auf Antrag der Regierung rief König Gyanendra daraufhin am 26. November den landesweiten Ausnahmezustand gemäß Artikel 115 der nepalesischen Verfassung aus. Damit sind zusätzlich zur Mobilisierung von Armee und Polizei im ganzen Land einige Grundrechte, wie z.b. die Versammlungs- und Bewegungsfreiheit suspendiert bzw. eingeschraenkt. Hiervon können auch ausländische Besucher betroffen sein.

Seit Verkündung des Ausnahmezustands kam es in verschiedenen Distrikten, vor allem aber in den maoistischen Hochburgen im mittleren Westen des Landes, zu weiteren Kampfhandlungen mit zahlreichen Opfern. Armee und Polizei haben dabei eine aktive Rolle übernommen und bisher ganz überwiegend die Oberhand behalten. Von ihnen benutzte Fahrzeuge waren allerdings wiederholt Zielscheibe maoistischer Anschläge. Für eine Reihe von Orten z.B. in den Distrikten Dhading, Shyangja, Siraha, Sindhupalchowk (Helambu-Trekkingregion), Sindhuli, Gorkha, Lamjung, Rajbiraj und Rautahat gelten nächtliche Ausgangssperren. Die - zensierte - Presse berichtet täglich über Todesopfer auf beiden Seiten.

Im Ballungsgebiet Kathmandu herrscht weitgehend Ruhe, obwohl bei Sprengstoffanschlägen am 4. Dezember 2001 erstmals auch zwei Todesopfer unter den Beschäftigten einer Teppichfabrik zu beklagen waren und 10 Tage später ein nepalesischer Sicherheitsangestellter der US-Botschaft auf offener Straße von angeblichen Maoisten ermordet wurde. Bei drei Bombenanschlägen auf Regierungsautos am 21.1.2002 in Kathmandu wurde niemand verletzt. Die Strassen werden besonders nachts streng kontrolliert. Zwischen 22.00 und 5.00 Uhr besteht Ausweispflicht auf den Straßen. Die Lage in den übrigen Landesteilen ist weiterhin gespannt. Gewaltsame Aktionen der Aufständischen können nirgendwo völlig ausgeschlossen werden. Am 23.12.2001 gab es auf der Annapurna-Route nahe der Distrikthauptstadt von Lamjung, Besisahar, einen Schusswechsel zwischen Maoisten und der Armee, dem angeblich mehrere Tote zum Opfer fielen. Offenbar waren auch anwesende Touristen einen Tag lang in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt… Die Schauplätze künftiger Kampfhandlungen lassen sich nicht vorher sehen.

Von den bekannten Trekkingrouten sind seit Wiederaufflammen der bewaffneten Auseinandersetzungen keine Zwischenfälle bekannt geworden. Auch wenn Ausländer und Touristen nach wie vor nicht Zielscheibe terroristischer Angriffe sind, wird Nepalreisenden allgemein erhöhte Vorsicht und Wachsamkeit empfohlen. In jedem Fall sollten Menschenansammlungen gemieden werden. Trekkern wird allgemein dringend empfohlen, vor Reisebeginn die aktuellen Nachrichten zu verfolgen, nur bekannte Routen zu benutzen, in Gruppen zu bleiben und sich ausschließlich seriösen Agenturen und Führern anzuvertrauen.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September in den USA gibt es keine Anzeichen dafür, dass Reisen nach oder in Nepal besonderen Gefährdungen unterliegen. Die Fluggesellschaften meiden den afghanisch/pakistanischen Raum und wählen die Nordroute über Russland/Zentralasien oder die Südroute über den Mittleren Osten. Detaillierte Auskünfte sollten bei den Fluggesellschaften erfragt werden.

Das Auswärtige Amt empfiehlt Nepalreisenden, die aktuelle Entwicklung aufmerksam zu verfolgen.

Allgemein:

Das Auswärtige Amt weist darüber hinaus auf folgende Sicherheitsrisiken hin:

In Nepal sind im Zusammenhang mit terroristischen Aktionen maoistischer Aufständischer seit Februar 1996 über 2000 (ausschliesslich einheimische) Menschen ums Leben gekommen. Ausländer sind bisher, abgesehen von gelegentlicher zwangsweiser ‚‚Spendeneintreibung‘‘, nicht Ziel maoistischer Übergriffe gewesen. Gemieden werden sollte in jedem Fall das Kerngebiet der Aufständischen, die Mittelwestregion mit den Distrikten Dolpa, Rukum, Rolpa, Salyan, Surkhet, Jajarkot, Dailekh und Kalkot. Auch die Mittelwest-Distrikte Syangja, Gulmi und Arghakhanchi gelten allgemein als unsicher.

Auf den Haupttrekkingrouten um das Annapurna-Massiv, Langtang-Tal und in der Everest-Region gab es bisher kaum Zwischenfälle. Dies gilt auch für das Kathmandu-Tal und Pokhara-Lakeside. Allerdings gibt es Berichte von vereinzelten Übergriffen (Raub, Erpressung) auf Touristen in der Umgebung von Jiri, im Rolwaling-Tal (noerdliches Dolakha), im Gebiet des Karnali Flusses sowie mehrfach im Distrikt Humla (Hauptreiseroute Nepal’Tibet, Mount Kailash). Reisen im nordwestlichsten Distrikt Humla sind nach wie vor problematisch, auch wenn die bisherige Praxis der Erhebung einer „Transitgebühr“ in Höhe von US$ 50 pro Person durch die Maoisten inzwischen eingestellt worden sein soll. Auf die oben stehenden aktuellen Hinweise wird nochmals verwiesen.

Die allgemeine Kriminalität hält sich in Grenzen. In städtischen Gebieten besteht jedoch erhöhte Diebstahlsgefahr. Gewarnt wird auch vor Ansinnen von betrügerischen Juwelieren (in Kathmandu) an Touristen, „Edelsteine“ (die sich später als wertlos erweisen) mit ins Ausland zu nehmen, wo ihnen der zuvor hinterlegte Dollarbetrag vom Abnehmer erstattet werde. In Städten, insbesondere in Kathmandu, kann es durch kurzfristig angekündigte Streiks oder Ausgangssperren jederzeit zu Erschwernissen (z.B. Schließung von Geschäften und/oder Hotels) bis zu Ausfällen im öffentlichen Leben (z.B. im Transportwesen) kommen. Auch gewaltsame Straßendemonstrationen können selbst nach Verkündung des Ausnahmezustands vom 26.11.2001 nicht ausgeschlossen werden. Schon wegen des möglichen Risikos, zwischen die Fronten einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Demonstranten und Sicherheitsorganen zu geraten, wird dringend empfohlen, jeder Art von Menschenansammlung aus dem Weg zu gehen.

Nepal-Reisenden wird empfohlen, sich bei Trekking-Vorhaben in abgelegenen Gebieten vorher bei der Deutschen Botschaft in Kathmandu (Tel.: 00977-1-412786; Fax: 00977-1-416899; e-mail: [email protected] ) über die Sicherheitslage zu informieren und sich dort unter Angabe der Trekking-Route registrieren zu lassen. Bei Reisen nach Tibet sind evtl. Rettungsmaßnahmen von nepalischem Territorium aus, wenn überhaupt, nur unter Überwindung großer administrativer Schwierigkeiten möglich.

Nepals nationale Fluggesellschaft „Royal Nepal Airlines“ hat wegen fehlender Flugzeuge die Flüge zwischen Frankfurt, Dubai und Kathmandu eingestellt.

Bei Inlandsflügen besteht angesichts schwieriger Start- und Landeverhältnisse generell ein überdurchschnittliches Unfallrisiko, das auch bei nächtlichen Fahrten per Überlandbus gilt. Die Sicherheitsprobleme auf dem internationalen Flughafen Kathmandu, die in der Vergangenheit (zuletzt im Oktober 2000) wegen einfallender Vogelschwärme zu mehreren Zwischenfällen bei Start und Landung von Flugzeugen geführt haben, scheinen überwunden zu sein. In jüngster Zeit hat es keine solchen Zwischenfälle mehr gegeben.

ZITAT ENDE

MfG Claus