Nerven beruhigen

Hallo,

ich habe ein Problem. Ich bin ein sehr nervöser Typ. Wenn ich nervös werde, dann schaltet quasi mein Gehirn aus und ich funktioniere irgendwie nur noch.
Bei Prüfungen übersehe ich Aufgaben bzw. nehme nur einiges davon wahr und beantworte sie dann aber nicht 100% fertig oder korrekt.
Beim Sport (ich spiele Badminton) renne ich über den Platz wie von der Tarantel gestochen und verhau spiele die ich eigentlich gewinnen müsste.
Bin jetzt an einem Punkt angelangt wo es so nichtmehr weiter geht.
Deshalb suche ich ein Mittel was mich ruhiger macht.
Habe im Netz was von Passedan Tropfen gelesen. Taugen die was oder hat jemand einen besseren Vorschlag?
Möchte halt auch nix nehmen was mich aus den Schuhen haut.

Versuch es doch mal mit autogenem Training. Hilft wirklich gut und ist bestimmt besser als Medikamente nehmen.

Ich würde auch erstmal zur psychischen Auseinandersetzung raten.
Wenn es wirklich ein medizinisches/körperliches Problem ist wäre dann auch erstmal der Hausartz der erste Ansprechparter.

Die Ärtze (also die Musikband) haben mal ein schönes Lied rausgebracht: „Lied vom Scheitern“, da heißt es „Du bist immer dann am besten wenn’s dir eigentlich egal ist“.
Klingt jetzt wohl wirklich total dämlich - vermutlich zurecht. Aber wenn man es schafft eine gewisse Distanz(Ignoranz) zu seinem Ziel / seiner Aufgabe aufzubauen schwindet auch der Druck.
Diese Ansicht hilft mir selber in Prüfungen…

Danke für deine Antwort.
Wo kann man sowas lernen?

Die Auseinandersetzung mit dem Thema ‚scheitern‘ und ‚versagen‘ wurde ja schon erwähnt. Das ist auf jeden Fall sinnvoll.
Mach dich auf die Suche nach einer Enstpannungsform die für dich passt. Da gibt es mehr als Autogenes Training. Am besten ist natürlich etwas das du überall machen kannst. Atemtechniken z.B. oder stilles IGong

Ausserdem:
mach dir klar, dass deine Reaktion ‚normal‘ ist und du nichts dafür kannst. ‚Bedrohung‘ ist Stress. Und da es keine Säbelzahntiger mehr gibt sind andere Dinge ‚bedrohlich‘. Die Reaktion ist die gleiche. Dein Gehirn schaltet voll in den ‚Autopilotenmodus‘ und bereitet dich auf ‚Angriff‘ oder ‚Flucht‘ vor. Die Auswirkungen spürst du.

Wenn du weiter gesund bist kannst du dir beim Hausarzt mal Betablocker verschreiben lassen. Die halten zumindest deinen Herzschlag in Zaum. Das koppelt dann auch auf die Aufregung zurück. Ich hab das als Student vor mündlichen Pruefungen manchmal genommen.

Betablocker bei Gesunden?
Finde ich eigentlich nicht gut, wieso immer gleich zu (ziemlich heftigen) Medikamemten greifen?

z.B. bei einer Volkshochschule. Wird meist sogar von den Kassen bezuschusst - bei entsprechender Qualifikation.

Betablocker bei Gesunden?
Finde ich eigentlich nicht gut, wieso immer gleich zu
(ziemlich heftigen) Medikamemten greifen?

Mag schon sein, daß Sie das nicht gut finden - warum eigentlich?

Es ist eine gängige Methode und schadet nichts, außerdem soll er dieses Mittel ja nicht dauernd nehmen.

Ein weltberühmer Geiger hat immer vor seinen Auftritten ß-Blocker genommen. Er war der Ansicht, daß die Leute alle nur kämen, um zu hören, wie er sich verspielte. Dementsprechend war seine Gemütsverfassung.

Der ß-Blocker half.

Mag schon sein, daß Sie das nicht gut finden - warum
eigentlich?

Einfach aus Prinzip. Medikamente sollten eine Art Ultima Ratio bleiben und nicht zur symptomatischen Behandlung verwendet werden. Natürlich ist das auch wieder Abhängig von den Umständen (Es gibt viele Möglichkeiten in denen ich für die Einnahme von Medikamente bin). Das ist aber auch nur meine Meinung.
Beispiel Kopfschmerzen: Es ist ja toll dass Aspirin und ähnliches gegen den Schmerz helfen, man sollte ich aber auch mal Gedanken über die Ursachen machen und da entgegenwirken bevor man regelmäßig zu Medikamenten greift.

Es ist eine gängige Methode und schadet nichts, außerdem soll
er dieses Mittel ja nicht dauernd nehmen.

Letzendlich soll er es selber entscheiden.

Ein weltberühmer Geiger hat immer vor seinen Auftritten
ß-Blocker genommen. Er war der Ansicht, daß die Leute alle nur
kämen, um zu hören, wie er sich verspielte. Dementsprechend
war seine Gemütsverfassung.

Armer Kerl :wink:

1 „Gefällt mir“

Mag schon sein, daß Sie das nicht gut finden - warum
eigentlich?

Einfach aus Prinzip.

In der Wissenschaft sollte man nichts „aus Prinzip“ tun,außer einem: man sollte sich aus Prinzip hart an Fakten, Belege und Untersuchungen halten. Sonst geraten wir ins’s glauben. Gerade in der Medizin kann das dem Patienten übel bekommen.

Medikamente sollten eine Art Ultima Ratio
bleiben und nicht zur symptomatischen Behandlung verwendet
werden.

Wenn Sie Sich ein Bein brechen , haben Sie anschließend gemeine Schmerzen. Die Gabe von Schmerzmitteln wäre da symptomatisch. Also leiden lassen?

Im UP wird ein Leidendruck beschrieben, und diesem muß abgeholfen werden. Das ist die ärztliche Pflicht zur Hilfe.
.

Beispiel Kopfschmerzen: Es ist ja toll dass Aspirin und
ähnliches gegen den Schmerz helfen, man sollte ich aber auch
mal Gedanken über die Ursachen machen und da entgegenwirken
bevor man regelmäßig zu Medikamenten greift.

Glauben Sie wirklich, daß ein Patient, der mit chronischen Kopfschmerzen kommt, nicht genau untersucht wird, sondern nur so einfach Aspierin kriegt?? Ein bißchen Verantwortungsgefühl hat unsereins doch.

Es ist eine gängige Methode und schadet nichts, außerdem soll
er dieses Mittel ja nicht dauernd nehmen.

Letzendlich soll er es selber entscheiden.

Richtig. Eine symptomatische Behandlung. Und der Patient muß selbst entscheiden, wann er es braucht. Solche Leute kriegen Ratschläge und Dosierungsanweisungen - was spricht dagegen?

Ein weltberühmer Geiger hat immer vor seinen Auftritten
ß-Blocker genommen. Er war der Ansicht, daß die Leute alle nur
kämen, um zu hören, wie er sich verspielte. Dementsprechend
war seine Gemütsverfassung.

Armer Kerl :wink:

Warum? Er trat doch nicht jeden Abend auf. Und ein Violinkonzert von Beethoven oder Tschaikowsky zu spielen, erfordert ruhige Finger. Und Aufmerksamkeit.

Und den leuten, die sich dafür interessierten, bescherte er unvergeßliche Auftritte. Das wußte er, und ar war deshalb ganz und gar nicht arm.

1 „Gefällt mir“

Hallo Chris!

Du schreibst, Du seiest ein „nervöser Typ“.

Bist Du schon immer so gewesen? Kannst Du vielleicht auch essen soviel Du willst und nimmst nicht zu?

Dann könnte man auch daran denken, dass Deine Schilddrüse ein bisschen viel arbeitet und du daher permanent im Stress bist.

Gewiss ist autogenes Training nicht verkehrt, aber erst dann, wenn eine organische Ursache (wie z.B. eine Schilddrüsenfehlfunktion) ausgeschlossen wurde.

Mein Rat daher: geh zum Hausarzt Deines Vertrauens - wenn Du Glück hast kennt er Dich schon länger und kann Dein Problem entsprechend einschätzen.

Angelika

Danke schön, werde Ende Februar einen Kurs machen.