Nervenzusammenbruch

Hallo,

kurze Vorgeschichte:
Vor einigen Jahren hatte ich einen Nervenzusammenbruch und war ca. ein Jahr bei einem Psychologen in Behandlung. Die Ursache für den Zusammenbruch wurde nicht geklärt sondern mir wurden zahlreiche Entspannungsübungen gezeigt und viele Gespräche geführt.

Nach der Behandlung ging es mir wieder gut.

Damals waren die Symptome:

Panikanfälle
Angstzustände
Depressionen
Konzentrationsprobleme
Nervosität
und noch einige mehr.

Genau diese Symptome fangen gerade wieder an, obwohl sich meine ganze Lebenssituation Grundlegend verbessert hat. Ich denke, dass der eigentliche Punkt der mir damals geholfen hat, die Gespräche waren und genau das ist der Punkt.

Meine Familie war damals mit der Situation überfordert, so dass ich sie nicht wieder damit belasten will. Zu einem Psychologen möchte ich aber auch nicht gehen, da ich sehr zurückhaltend bin und auch damals bei meiner Behandlung nicht ganz offen sein konnte.

Ich hoffe nun, dass ich auf diesem Weg den ein oder anderen Gesprächs(E-Mail-)partner finde der mit mir redet. Ich hoffe, das ich aus der Anonymität offener sein kann.

Ich muss das hier jetzt abschicken, sonst lösch ich alles wieder und vergess die ganze Sache, man möge mir also falsche Formulierungen und Rechtschreibfehler verzeihen.

Gruß

Spike

Hallo Spike,

erst einmal herzlichen Glückwunsch, dass du die Nachricht nicht gelöscht, sondern abgeschickt hast! :smile: Ein guter Schritt.

Genau diese Symptome fangen gerade wieder an, obwohl sich
meine ganze Lebenssituation Grundlegend verbessert hat. Ich
denke, dass der eigentliche Punkt der mir damals geholfen hat,
die Gespräche waren und genau das ist der Punkt.

Da dürftest du schon recht mit haben. Allerdings war der Verlauf der Gespräche, die dir ja, wie du schreibst, geholfen haben, bestimmt nicht nur durch die Worte bestimmt, sondern hat sich aus der gesamten Situation, aus dem wie dein Therapeut dich auch über die „nackten“ Worte hinaus erfahren hat, ergeben.

Meine Familie war damals mit der Situation überfordert, so
dass ich sie nicht wieder damit belasten will. Zu einem
Psychologen möchte ich aber auch nicht gehen, da ich sehr
zurückhaltend bin und auch damals bei meiner Behandlung nicht
ganz offen sein konnte.

Falls du auch Bedenken haben solltest, dass es nicht okay ist, wenn du nicht ganz offen sein kannst: Das ist okay!
Außerdem, siehe oben, reagiert ein Therapeut auf mehr als nur Worte. Menschen sprechen ja auch durch ihre Körperhaltung, Mimik etc. Und die sind, auf jeden Fall so wie ich es kenne, ein wichtiger Aspekt im Therapiegespräch.
Offenheit gründet sich ja auch auf Vertrauen und wie lange man braucht, um Vertrauen zu entwickeln, ist halt bei jedem verschieden. Es braucht die Zeit, die es braucht. Ich glaube nicht, dass ein guter Therapeut dich da bedrängen würde.

Ich hoffe nun, dass ich auf diesem Weg den ein oder anderen
Gesprächs(E-Mail-)partner finde der mit mir redet. Ich hoffe,
das ich aus der Anonymität offener sein kann.

Ich war mal eine Zeit lang Mitglied eines anonymen Online-Meetings von EKA (Erwachsene Kinder von Alkoholikern). Ich habe einiges dabei gelernt und es hat mir auch Unterstützung gegeben. Allerdings konnte es nicht das leisten, was ich später in der Therapie gefunden habe. Es ist eine gute Möglichkeit, aber die „Tragweite“ ist schon durch das Medium an und für sich begrenzt.
Bei den Symptonen, die du schilderst, denke ich doch, dass Therapiesitzungen dir effektiver und auch schneller weiterhelfen können, selbst wenn du erst einmal und vielleicht auch für eine längere Zeit nicht alles offen legst. Vielleicht hilft dir ja auch gerade das: Durch die Konfrontation mit der direkten Gesprächssituation mehr Offenheit zu lernen und dabei auch zu erfahren, dass dir halt in dem geschützten Raum, den eine Therapie bietet, auch gar nichts „Böses“ geschieht, wenn du offener bist.

Ich wünsche dir weiterhin viel Mut!
Christiane