Netzteil - Klemme führt 163V Wechselstrom. Warum?

Hallo liebe Experten,

ich habe mir vor längerem ein Netzteil gebaut. Es ist ganz simpel aufgebaut, ein Trafo, ein Brückengleichrichter, ein Elko zur Glättung, und hintendran 7805, 7512 und noch so’n Teil.
Die Spannung liegt auch ganz sauber am Ausgang der Klemmen an.

Jetzt habe zufällig festgestellt, daß auch eine Spannung von der Klemme zur Hausmasse anliegt, nämlich laut meinen Billigmultimeter ~163V Wechselstrom. (Das entspricht ja etwa der Hälfte von 230V)
Meine Frage ist, wie es dazu kommt (vom Trafo, nehme ich an) und wie ich mein Netzteil besser bauen soll, damit diese wohl doch gefährliche Sache nicht auftritt.

Viele Grüße!

Bernhard

Hallo,

das muß garnix bedeuten. Mit einem Trafo hast du auf jeden Fall eine galvanische Trennung (nicht unbedingt - ich komm jetzt dummerweise nicht auf den Namen von diesen Simpletrafos, die nicht gfalvanisch trennen)( so sollte das jedenfalls sein). Erstmal sind 163V auch nicht annähernd die Hälfte von 230V, eher 3/4. lege doch mal einen Widerstand von ca. 1 Mohm zwischen Klemme und Null und miß die Spannung nochmal. Wenn die sich nicht überdeutlich verringert hat, stimmt wirklich was nicht.

Frank

Hallo Frank!

ich komm jetzt dummerweise nicht auf den Namen von diesen
Simpletrafos, die nicht gfalvanisch trennen

Du meinst einen Spartrafo, der nur eine Wicklung mit Anzapfungen besitzt und eher sowas wie ein induktiver Spannungsteiler ist?

Viele Grüße,
Christian

Hallo Bernhard,

Jetzt habe zufällig festgestellt, daß auch eine Spannung von
der Klemme zur Hausmasse anliegt, nämlich laut meinen
Billigmultimeter ~163V Wechselstrom. (Das entspricht ja etwa
der Hälfte von 230V)
Meine Frage ist, wie es dazu kommt (vom Trafo, nehme ich an)

Das ist ein grundsätzliches Problem aller schutzisolierten Geräte. Durch die unvermeidliche kapazitive Kopplung zwischen Netz- und Niederspannungsseite gelangt immer ein Teil der Netzspannung auf die Niederspannungsseite. Wenn die Kopplung bei Null und Phase gleich groß ist, hast Du etwa die halbe Netzspannung auf der Niedervoltseite. Bei asymmetrischer Kopplung, z.B. wenn bei einem Netztrafo die Phase auf der Primärwicklung direkt neben der Niedervoltwicklung eingespeist wird kann die Spannung fast jeden Wert zwischen 0 und Netzspannung annehmen und ändert sich dann, wenn Du den Netzstecker umdrehst.

und wie ich mein Netzteil besser bauen soll, damit diese wohl
doch gefährliche Sache nicht auftritt.

Gefährlich ist es im Normalfall nicht, da die Ströme sehr gering sind. Gefährlich kann es aber für empfindliche Halbleiterbauteile sein. Am einfachsten verhinderst Du das, indem Du die Masse auf der Niedervoltseite erdest. Das hat aber den Nachteil, daß Deine Ausgangsspannung nicht mehr potentialfrei sind. Eine andere Möglichkeit wäre eine geerdete Schirmfolie im Trafo, die die Primärwicklung abschirmt oder ein Kondensator von einigen nF zwischen Niedervoltmasse und Erde.

Jörg