Netzteile, Stromstärke, Leistung und Co

Hallo Wissende,

ich hatte diese Frage zuvor im Physikbrett gepostet; man hat mich darauf hingewiesen, dass ich bei den Elektronikern besser aufgehoben sei. Ich habe die Fragestellung hier ein wenig geändert, damit ich nicht gleich wieder die Postings bekomme, die mich darauf hinweisen, dass die Leistungsberechnung mit der URI- Formel nix zu tun haben. War ein Lapsus von mir im Physikbrett.

Also: Ich wollte letztens bei Ebay ein Netzteil kaufen und vom Verkäufer erst mal wissen, ob er für die einzelnen Voltzahlen (12 bis 24 Volt), die das von ihm angebotene Netzteil liefert, auch die entsprechenden Amperzahlen auf Lager hat. In seiner Artikelbeschreibung stand nur: 100 Watt 4 Ampere und die Voltzahlen. Daraufhin schrieb er:

Physik vs. Vorstellungskraft:
100 Watt = wieviel Volt bei 4 Ampere?

Gemäß der Formel P=U*I ergibt sich da 25 Volt (die das Netzteil ohnehin nicht liefert).
Fraglich erscheint mir dieser Wert auf jeden Fall, zum einen ist der Widerstand nicht in dieser Berechnung enthalten (nach dem bescheidenen Wissen, was ich darüber habe, scheint es mir zumindest so zu sein), zum anderen ist auch merkwürdig, dass auf vielen Netzteilen ganz genau deklariert ist, wieviel Ampere bei wieviel Volt das Netzteil zu liefern in der Lage ist, und im Regelfall sinkt die Amperezahl drastisch bei höheren Voltzahlen und nur bei der niedrigsten Voltzahl ist die höchste Stromstärke gegeben.
Insofern fand ich die Antwort etwas zu lässig, um nicht zu sagen fahrlässig.
Oder übersehe ich hier einen entscheidenden Punkt und der Verkäufer kann hier so lässig mir dieser einfachen Formel kommen, um diese mir um die Ohren zu hauen und damit ausdrücken: Hättest mal im Physikunterricht besser aufpassen sollen?

Es grüßt

Hermann

Aus deiner Beschreibung würde ich jetzt vermuten, dass sich die „100W“ auf die vom Netzteil aufgenommene Leistung beziehen. Da man ja noch ein wenig Verlustleistung hat, könnte das hinkommen, dass das Netzteil bei 24V am Ausgang noch seine 4A liefern kann (== 96W). Ob allerdings bei geringeren Spannungen der Strom auf max. 4A begrenzt wird, oder ob das Gerät immer die maximale Leistung liefern kann, ist damit nicht gesagt.

Seriös bzw. kundenfreundlich ist die Antwort vom Verkäufer zumindest nicht.

Hallo,

Also: Ich wollte letztens bei Ebay ein Netzteil kaufen

welches? Ein Link wäre hübsch.

Der Widerstand ist natürlich notwendig, um bei gegebener Spannung den Strom ausrechnen zu können (oder umgekehrt), aber die angegebene Leistung ist ja nicht das, was geleistet werden soll, sondern dass, was geleistet werden kann. Und hier wissen wir nich mal, ob es die maximale Leistungsaufnahme oder die maximale Leistungsabgabe ist.
Wie beim Auto: das Ding hat z.B. 100PS, aber das heißt ja nicht, dass immer 100PS geleistet werden. Es gibt ja neben Vollgas auch noch Standgas und manchmal sogar ein paar Möglichkeiten dazwischen…
Gruß
loderunner

Hallo Jens,

danke für dein Posting.

Aus deiner Beschreibung würde ich jetzt vermuten, dass sich
die „100W“ auf die vom Netzteil aufgenommene Leistung
beziehen. Da man ja noch ein wenig Verlustleistung hat, könnte
das hinkommen, dass das Netzteil bei 24V am Ausgang noch seine
4A liefern kann (== 96W). Ob allerdings bei geringeren
Spannungen der Strom auf max. 4A begrenzt wird, oder ob das
Gerät immer die maximale Leistung liefern kann, ist damit
nicht gesagt.

Und damit ist auch wohl sicher, dass diese Aussage nichts wert ist. Immerhin ist auf den Universal Netzteilen, die ich bislang so hatte, immer für jede Voltzahl die maximale Stromstärke angegeben. Ich wollte nun nur wissen, ob das aufgrund einer neueren Technik vernachlässigbar ist oder nicht. Offenbar nicht.

Seriös bzw. kundenfreundlich ist die Antwort vom Verkäufer
zumindest nicht.

In der Tat, dieser Meinung bin ich auch gewesen und habe auch bei diesem Verkäufer nicht eingekauft.

Gruß

Hermann

Hallo Ioderunner,

danke für dein Posting.

Also: Ich wollte letztens bei Ebay ein Netzteil kaufen

welches? Ein Link wäre hübsch.

Na ja, das mache ich nun natürlich nicht, der Kerl bringt’s fertig und will mich vor den Kadi zerren, so wie der drauf zu sein scheint (Geschäftsschädigung und bla).

Der Widerstand ist natürlich notwendig, um bei gegebener
Spannung den Strom ausrechnen zu können (oder umgekehrt), aber
die angegebene Leistung ist ja nicht das, was geleistet werden
soll, sondern dass, was geleistet werden kann.

Na ja, also das, was das Gerät, das mit Strom versorgt werden soll, an Ampere braucht muss auch das Netzteil liefern können. Wenn das Netzteil z.b. 1 Ampere liefert und das Gerät 2 Ampere braucht, dann werden die beiden wohl nicht den Bund der Ehe eingehen, oder sehe ich das falsch?

Und hier wissen
wir nich mal, ob es die maximale Leistungsaufnahme oder die
maximale Leistungsabgabe ist.

Das stimmt, darüber lässt uns der Verkäufer im Unklaren. Kauf nach dem Motto: Trial and Error. Hast du Glück: Prima. Wenn nicht: Kannst’e ja zurückgeben :frowning:.

Gruß

Hermann

Hallo,

Na ja, also das, was das Gerät, das mit Strom versorgt werden
soll, an Ampere braucht muss auch das Netzteil liefern können.

Richtig.

Wenn das Netzteil z.b. 1 Ampere liefert und das Gerät 2 Ampere
braucht, dann werden die beiden wohl nicht den Bund der Ehe
eingehen, oder sehe ich das falsch?

Nein, auch das siehst Du richtig: das geht nicht.
Umgekehrt ist es aber natürlich kein Problem - Netzteil kann 2A liefern, Abnehmer will nur 1A haben. Solange die Spannung passt.

Mit dem ‚zurückgeben‘ ist das natürlich so eine Sache. Vermutlich bleibt ein Käufer auf den Versandkosten sitzen (wenn das Ding unter 40€ kostet) und außerdem nutzt die Rückgabe herzlich wenig, wenn wegen Überlastung ein Brand ausbricht.
Also konsequenterweise auf einen Kauf verzichten, wenn der Verkäufer keine genauen Angaben macht. Zumal er vielleicht nicht mal selber weiß, was er da verkauft und/oder die elektrische Sicherheit etc. vielleicht auch nicht beurteilen will oder kann.
Gruß
loderunner

Hallo Ioderunner,

danke für dein Posting.

Mit dem ‚zurückgeben‘ ist das natürlich so eine Sache.
Vermutlich bleibt ein Käufer auf den Versandkosten sitzen
(wenn das Ding unter 40€ kostet) und außerdem nutzt die
Rückgabe herzlich wenig, wenn wegen Überlastung ein Brand
ausbricht.
Also konsequenterweise auf einen Kauf verzichten, wenn der
Verkäufer keine genauen Angaben macht.

Also auf so eine großspurige und flache Angabe wie
Physik vs. Vorstellungskraft bla bla bla
sollte man wohl besser nix geben; da hat mich meine Nase ja richtig beraten. Ich habe ein anderes Netzteil gekauft, wo übrigens auch nix genaues dabei stand. Der Verkäufer hat mir aber auf Anfrage und prompt die Werte geschickt. Da es ein Shop war, der hauptsächlich solche Artikel verkauft, denke ich keinen Fehler gemacht zu haben. Zumindest laufen die Geräte, die ich damit betreibe einwandfrei.
Da wüsste ich in diesem Zusammenhang gerne noch etwas, was ich auch jetzt- nach dem Kauf- den Verkäufer gefragt habe (bislang bleibt die Antwort allerdings leider aus).
Das Netzteil ist in den Stufen 12, 16, 17, 18, 19, 20, 22 und 24 volt schaltbar. Bislang habe ich aber jedes Gerät mit 12 Volt betreiben können, der Schalter stand also auf 12 Volt. Gibt es bei den Netzteilen mittlerweile sowas wie eine Automatik? Also erkennt das Netzteil, welche Voltzahl der Abnehmer benötigt? Fänd ich ja klasse, aber ich kann’s mir irgendwie nicht so richtig vorstellen.

Gruß

Hermann

Das Netzteil soll als max. Leistung 100W können?
Alleine bei der max. Spannung von 24V und dem max. Strom von 4A kommt man nicht über 96W.
Bei niedrigeren Spannungen wird das Verhältnis noch kritischer.
10V und 4A ergibt nur 40W.
Wichtig währe die Frage: Ist es ein Schalt- oder lineares Netzteil?

Hallo,

Das Netzteil ist in den Stufen 12, 16, 17, 18, 19, 20, 22 und
24 volt schaltbar. Bislang habe ich aber jedes Gerät mit 12
Volt betreiben können, der Schalter stand also auf 12 Volt.
Gibt es bei den Netzteilen mittlerweile sowas wie eine
Automatik? Also erkennt das Netzteil, welche Voltzahl der
Abnehmer benötigt?

Nein, das ist nicht möglich. Netzteile sind dumm. :wink:

Im Ernst: es gibt derart viele verschiedene Abnehmer, dass ohne eine Information ans Netzteil dieses niemals erraten oder messen könnte, was benötigt wird.
Vielleicht wird es eines Tages einfacher für die Standard-Netzteile, weil es dann nur noch eine Handvoll verschiedene Spannungen gibt und die Abnehmer sich beim Einschalten mit dem Netzteil ‚unterhalten‘, wie das heute schon bei USB-Geräten der Fall ist. Bei Handy-Netzteilen gibt es ja schon eine Regelung, dass in näherer Zukunft nur noch ein Standard verwendet werden darf.

Aber das geht natürlich nicht in allen Fällen, dazu sind die Anforderungen einfach zu unterschiedlich.
Gruß
loderunner

Hallo Alfred,

danke für dein Posting.

Das Netzteil soll als max. Leistung 100W können?

So ist es.

Alleine bei der max. Spannung von 24V und dem max. Strom von
4A kommt man nicht über 96W.

Habe ich auch so ermittelt :wink:.

Bei niedrigeren Spannungen wird das Verhältnis noch
kritischer.
10V und 4A ergibt nur 40W.

Na ja, genau da war die Frage ja auch. Und ich konnte mir auch nicht vorstellen, dass das Gerät dann plötzlich satte 9 Ampere liefert… aber diese Frage ist nun für mich auch annähernd beantwortet. Für die Feinheiten fehlen mir ohnehin die Basiskenntnisse und ich würde es folglich auch nicht verstehen.

Wichtig währe die Frage: Ist es ein Schalt- oder lineares
Netzteil?

Ooops, keine Ahnung worin da der Unterschied ist. Ist ein Schaltnetzteil eines, wo man die Spannung vorher genau einstellen muss? Das muss man bei meinem jetzigen, bei einem anderen Anbieter gekauften, nämlich nicht. Das hatte ich auf 12 Volt und mein Scanner, der auf 16 V läuft, lief problemlos, genauso wie mein Laptop, der 19 Volt braucht. Ist genau das der Unterschied?

Gruß

Hermann

Hallo,

danke für dein Posting.

Also erkennt das Netzteil, welche Voltzahl der
Abnehmer benötigt?

Nein, das ist nicht möglich. Netzteile sind dumm. :wink:

Ich habe eben auch mal beim Vertreiber des Netzgerätes, das ich nun gekauft habe, angerufen, der hat mir auch gesagt, dass das, auch wenn’s funktioniert, nicht gemacht werden sollte, da es schädlich sei für das Endgerät. Mir bleibt zwar als Laie rätselhaft, dass es dennoch mit falsch eingestellter Voltzahl funktioniert, aber sei es drum, mir ist schon klar, dass ich da wohl etwas zu viel verlange, dafür eine Erklärung haben zu wollen.

Im Ernst: es gibt derart viele verschiedene Abnehmer, dass
ohne eine Information ans Netzteil dieses niemals erraten oder
messen könnte, was benötigt wird.
Vielleicht wird es eines Tages einfacher für die
Standard-Netzteile, weil es dann nur noch eine Handvoll
verschiedene Spannungen gibt und die Abnehmer sich beim
Einschalten mit dem Netzteil ‚unterhalten‘,

Ah, ja, genau so stelle ich mir das eigentlich auch vor, auch wenn ich es durchaus nicht als Überforderung ansehe, den Voltzahleinsteller entsprechend einzustellen :wink:.

wie das heute schon bei USB-Geräten der Fall ist.

Brauchen diese nicht recht einheitlich 5 Volt?

Bei Handy-Netzteilen gibt
es ja schon eine Regelung, dass in näherer Zukunft nur noch
ein Standard verwendet werden darf.

Mir egal, ich hab’ kein Handy… :smile:

Gruß

Hermann

Hallo,

Ich habe eben auch mal beim Vertreiber des Netzgerätes, das
ich nun gekauft habe, angerufen, der hat mir auch gesagt, dass
das, auch wenn’s funktioniert, nicht gemacht werden sollte, da
es schädlich sei für das Endgerät. Mir bleibt zwar als Laie
rätselhaft, dass es dennoch mit falsch eingestellter Voltzahl
funktioniert, aber sei es drum, mir ist schon klar, dass ich
da wohl etwas zu viel verlange, dafür eine Erklärung haben zu
wollen.

Nun - viele Abnehmer (wie zum Beispiel auch ein Handy) haben einen eingebauten Spannungsregler. Das brauchen sie zum Beispiel für die Akku-Ladefunktion. Oder man möchte sie an verschiedenen Quellen betreiben können (Original-Ladegerät, Auto-Adapter, Solar-Ladegerät…). Oder es werden intern mehrere verschiedene Spannungen benötigt (Laptop). Dann kann man meist mit verschiedenen Eingangsspannungen das gleiche erreichen, da intern nach Bedarf umgewandelt / geregelt wird.
Wenn man dieser ‚Sekundärregelung‘ aber eine zu hohe Eingangsspannung anbietet, können dort zu große Verluste entstehen, das ganze überhitzen und irgendwann abrauchen. Weshalb es also zunächst mal funktioniert, aber eben nicht auf Dauer.

wie das heute schon bei USB-Geräten der Fall ist.

Brauchen diese nicht recht einheitlich 5 Volt?

Ja. Aber wenn sie mehr als 100mA Strom haben wollen (externe Festplatten z.B.) müssen sie das anmelden, damit nicht mehrere Verbraucher am selben Bus den ‚Lieferanten‘ überlasten.

Gruß
loderunner

Hallo zusammen
Eigentlich reichen die Eckangaben 100W und 24 V. Das Netzteil wird für einen Strom von 4A ausgelegt sein, dieser Strom sollte auch bei niedrigen Spannungen nicht überschritten werden, da die stromführenden Beuteile eben das Geld kosten. Damit kann das Netzteil bei 12 V eben auch nur 48W liefern (4x12). Dabei spielt es auch nur eine untergeordnete Rolle ob es als Schaltnetzteil oder konventionell aufgebaut ist, die Leistungsbestandteile sind auf den maximalen Strom von 4A ausgelegt, mehr ist vermutlich nicht drin. Ich bin mit der Methode der Leistungsauswahl eines Netzteils immer gut gefahren.
Schöne Grüsse

Spielt keine untergeordnete Rolle.
Ein schaltnezteil läßt sich ohne weiteres und ohne große Kosten auch bei kleiner Spannung mit großer Leistung betreiben, da die Verlustleistung wesentlich geringer ist.
Dadurch wird das Teil nicht so heiß.

Spielt keine untergeordnete Rolle.
Ein schaltnezteil läßt sich ohne weiteres und ohne große
Kosten auch bei kleiner Spannung mit großer Leistung
betreiben, da die Verlustleistung wesentlich geringer ist.
Dadurch wird das Teil nicht so heiß.

Hallo Alfred

mein Fehler ich habe mich etwas ungenau ausgedrückt. Ich meinte es so das die stromführenden Komponenten auf 4 A ausgelegt sind.
Wenn ich ein Netzteil habe das 4 A bei einer bestimmten Spannung liefern soll, dan geben sich konventionelle Technik und Schaltnetzteiltechnologie wenig. Bei einem so breiten Spannungsbereich zwischen 10 und 24 V wäre es heutzutage allerdings ein Verbrechen ein analoges Netzteil zu bauen.
Logischerweise muss man bei einem konventionellen die 48W in Wärme verbraten, deshalb macht es wenig Sinn ein konventionelles Netzteil mit so einer Leistung auf diesen breiten Spannungsbereich auszulegen.

Allerdings muß man auch sagen das die heutigen Schaltnetzteile auch noch nicht der Weißheit letzter Schluss sind. Ich kenne Geräte, die so warm werden, das es sich nicht mehr gesund anfühlt. Die Störungen die diese Geräte hervorrufen sind nicht ohne und schon mal versucht 3 PC gleichzeitig an Spannung zu hängen (Steckerleiste). Da fliegt auch schon mal ein 16A Automat

Gruss thingstodo

Hallo thingstodo,

… Die Störungen die diese Geräte hervorrufen sind nicht
ohne und schon mal versucht 3 PC gleichzeitig an Spannung zu
hängen (Steckerleiste). Da fliegt auch schon mal ein 16A
Automat

Das kann ich bestätigen, das geschieht bei mir nämlich auch gelegentlich, woraus ich schließe, dass die Netzteile im PC eben auch diese Schaltnetzteile sind.

Gruß

Hermann