Netzwerk verteilen

Hallo, meine Frage bezieht sich auf das Verteilen des Netzwerkes auf mehrere Anschlüße.

Also, ich bin am Umbau eines Hauses und überlege mir nun noch in zwei oder drei Räumen einen Netzwerkanschluss unter Putz zu legen. Aus anderen Beiträgen ist soweit ist klar was ich dazu brauche und wie die Dosen anschliesse. Nur einige Fragen tun sich bei mir auf. Derzeit habe ich auch eine FritzBox, welche ich im Falle X im Keller unterbringen wöllte. An der Box befinden sich 4 Netzwerkanschlüsse. 3 Zimmer würde ich eventuell anschliessen.
Nun die Fragen: Muss ich von jedem einzelnen Anschluss eine „Strippe“ zu einem Zimmer legen? Kann man eine Dose als Verteiler nehmen und was passiert dann mit der IP jedes einzelnen Rechners, wenn die alle auf ein Kabel laufen sollten?
Wie verbinde ich die Box mit den Dosen zur Wand?

mfg

Nun die Fragen: Muss ich von jedem einzelnen Anschluss eine
„Strippe“ zu einem Zimmer legen?

Nein. Es reicht ein Kabel und ein Switch, der dann wieder mehrere Anschlüsse zur Verfügung stellt.

Nun die Fragen: Muss ich von jedem einzelnen Anschluss eine
„Strippe“ zu einem Zimmer legen?

Nein. Es reicht ein Kabel und ein Switch, der dann wieder
mehrere Anschlüsse zur Verfügung stellt.

Ok, danke. Also verteilt der Router verschiedene IP´s, auch wenn 3 Rechner mit einer „gemeinsamen“ Zuleitung ankommen?

Und noch ne „dumme“ Frage zum Switch. Wo kommt der Switch hin bei 3 verschiedenen Zimmern? In einem Raum wäre es ja klar. Aber auf zwei Stockwerke?

Danke

Nun die Fragen: Muss ich von jedem einzelnen Anschluss eine
„Strippe“ zu einem Zimmer legen?

Eigentlich ja. Moderne Netzwerke sind Punkt-zu-Punkte-Verbindungen. Pro Gerät eine Leitung. Und wenn schon, dann plane ruhig gleich noch weitere Netzwerkkabel für Telefon und Fernsehen mit ein, denn VoIP und IPTV ist ganz klar auf dem Vormarsch.

Kann man eine Dose als
Verteiler nehmen

Nein! Man kann aber das Netzwerk „verlängern“, indem man an eine Dose einen Verteiler (Switch) anschließt und von dem per Kabel weiterverteilt auf andere Geräte. Das Kabel in der Dose darf aber _nicht_ verteilt oder verlängert werden, das ist _kein_ Bussystem wie bei ISDN.

und was passiert dann mit der IP jedes
einzelnen Rechners, wenn die alle auf ein Kabel laufen
sollten?

Router – Dose—Kabel—Dose – Switch – weitere Geräte: wäre möglich
Router – Dose—Kabel—Dose—Dose: ist _nicht_ möglich.

Da sich ein Switch in einer Wand aber nicht so richtig installieren läßt, ist eine „Verlängerung“ dieser Art nur bei Etagenverteilern in Firmen sinnvoll. Bei kleineren Installationen legt man nach Möglichkeit immer einzelne Leitungen zu jedem Endgerät. Also z.B. im Heimbüro 4 Leitungen (Telefon, Computer, Drucker, sonstwas) mit 2 Doppeldosen, im Wohnzimmer 1x für TV, 1x für Telefon, 1x für sonstwas (z.B. „Homeserver“), in den Kinderzimmern 1x Computer und 1x Telefon usw. usf. Im Keller verteilt man dann auf Netzwerk und ISDN/Telefon, alle Leitungen laufen auf ein Patchfeld.
Im Zweifelsfall legt man lieber mal ein Kabel zu viel. In Büros rechne ich, so fern machbar, da kommen immerhin dicke Kabelbündel am Ende bei raus, pro Arbeitsplatz mit 4 Anschlüssen (Computer, Drucker, Telefon, Fax/Laptop/irgendwas), also 2 Doppeldosen. Patchfelder mit 16 oder 24 Ports kosten nicht die Welt, fangen bei so 40.- an:
http://ecx.images-amazon.com/images/I/31rH0Z0wyRL._S…
WLAN und ähnliches kann zwar mal helfen fehlende Dosen zu ersetzen, aber letztlich ist ein Kabel einfach billiger, schneller und stabiler.

Wie verbinde ich die Box mit den Dosen zur Wand?

Patchfeld im Keller, dann Netzwerkkabel zum Router/Switch. Notfalls tun es auch Einzeldosen, aber ab ein paar Dosen ist ein Patchfeld billiger (wenn auch nicht hübscher, es gibt auch kleinere zur Wandmontage ohne 19"-Netzwerkschrank…).

Hallo,

ich würde mal sagen, Du bist auf dem Weg Dich unglücklich zu machen. Genau jetzt ist die Gelegenheit mit wenig Geld und Aufwand etwas richtig zu machen, und darum herum zu kommen, in einem halben Jahr die ersten Leitung auf Putz liegen zu haben. Pro Raum eine Doppeldose ist das Minimum, an Arbeitsplätzen zwei Doppeldosen. Und stehen zwei Arbeitsplätze zusammen, eben vier Doppeldosen. Jede einzelne wird 1:1 auf einem Patchfeld im Keller aufgelegt, und darüber verteilst Du dann Netzwerk, Telefon, Fax, …

Denke daran, dass es schon viele Geräte auf dem Markt mit Netzwerkschnittstelle gibt, und noch mehr dazu kommen werden. Sei des der Sat-Receiver, die Stereoanlage, ein Wohnzimmer-PC, eine IP-Kamera für Überwachungszwecke, ein nettes kleines NAS für Fotos, Video und Musik, … Selbst für WLAN brauchst Du in einem Haus oft mehrere Access-Points, die per Kabel angebunden werden wollen.

Bei mir sind aktuell 12 Leitungen in Betrieb, und an einem zusätzlichen Switch hängen noch mal vier Geräte und ein ISDN-Bus ist auch noch mal auf vier Geräte unterverteilt. OK, ich habe auch eine Kanzlei mit zwei Arbeitsplatzen mit im Haus, und für rein privaten Einsatz kannst Du da sicherlich die Hälfte streichen, aber denke auch daran, dass sich Einsatzszenarien ändern, und ich habe schon manche Leitung umgepatched, was glücklicherweise problemlos möglich war.

Gruß vom Wiz

Ich sitze gerade in einem neuerbauten und vor zwei Wochen bezogenen Bürogebäude, in dem in jedem Büro ein, in den ganz grossen Büros 2 Netzwerkanschlüsse (nicht Dosen!) verlegt worden sind. Genauso sieht es mit Telefonie (immerhin neuwertige Technik aus dem frühen 20. Jahrhundert) und Stromversorgung aus. Als mir die Planung vorgelegt wurde, habe ich beinahe einen Anfall bekommen. Endgültig fällig war der, als ich feststellen musste, dass diese Verkabelung zu dem Zeitpunkt bereits komplett unter Putz realisiert war.

Entsprechend sieht es hier jetzt aus. In diversen Büros sind die Wände durchbrochen worden, um Netzwerk- (und Telefon-) kabel aus dem Nebenraum oder gleich über mehrere Räume weiterzuleiten. Sieht Scheisse aus, bietet aber wunderbare Stolperfallen. Auf meinem Schreibtisch steht schön dekorativ ein 19" Switch, in anderen Büros sind Steckdosen in Steckdosen in Steckdosen gehängt, um sämtliche Peripherie versorgen zu können. Das Netzwerk ist in VLANs unterteilt, so dass sich der Einsatz billiger Tischswitches in vielen Fällen verbietet, jetzt darf da richtig teuer nachgerüstet werden. Bis zu vier Sachbearbeiter teilen sich in einen Telefonanschluss, an den Einsatz von Faxgeräten ist gar nicht zu denken.

So extremen Geiz in der Verkabelung wie hier habe ich noch nie erlebt. Aber auch bei ursprünglich grosszügiger Planung habe ich immer wieder beobachten können, wie nach zwei, drei Jahren die Anschlüsse knapper und knapper wurden, hier 24-Port-Switches gegen 48-Port ausgetauscht, dort ein 5 HE-Wandgehäuse durch 7 HE durch 10 HE ersetzt, drüben zuätzliche Dosen und ein neuer Stromverteiler gesetzt werden mussten…

Lieber grosszügig planen und dann noch ein paar mehr…

Gruß

Jede einzelne wird 1:1 auf einem Patchfeld
im Keller aufgelegt, und darüber verteilst Du dann Netzwerk,
Telefon, Fax, …

Da ich von diesem Patch zum ersten mal höre, weiss ich nicht recht wozu man den genau benötigt. Das verteilen übernimmt doch wohl der Switch. Was bringt dann der Patch?

Also
Telefondose
|
Fritzbox
|
Switch
|
Patch _ _ _ Dose,
|_ _ _ _ _Dose

oder so,

Telefondose
|
Fritzbox
|
Switch
| |_ _ _ _ _Patch_ _ _ Dose
|_ _ _ _ _ _Patch_ _ _ Dose?

Danke im vorraus

Hallo,

das Patchfeld ist einfach nur das andere Ende der Leitungen zu den Dosen. D.h. pro Buchse im Haus eine Buchse im Patchfeld. Die Buchsen des Patchfeldes haben nicht miteinander zu tun, außer dass sie in einem gemeinsamen Rahmen sitzen.

Das Netzwerk wird dann von den einzelnen LAN-Ports des Routers mit Patchkabeln auf die einzelnen Buchsen im Patchfeld verbunden. Reichen die LAN-Ports des Routers nicht, kannst Du an einen Port einen Switch anschließen, und von dessen zusätzlichen Ports dann ebenfalls auf Buchsen des Patchfeldes verbinden, um weitere Leitungen zu versorgen.

Telefone bekommen die Versorgung natürlich auf dem Weg: Telefonanschluss der Anlage-Patchfeld-Dose-Telefon.

Der Vorteil der Sache ist, dass Du die Leitungen durch einfaches Umstecken der Anschlüsse am Patchfeld jederzeit von jetzt auf gleich für andere Zwecke nutzbar machen kannst, bzw. eine zunächst nur auf Reserve verlegte bislang noch tote Leitung aktivieren kannst. D.h. auch wenn Du heute ggf. noch mit vier LAN-Ports im ganzen Haus auskommst, die dein Router von Hause aus mitbringt, kannst Du morgen einfach eine Leitung am Router abziehen, daran einen zusätzlichen Switch hängen, und mit dem dann weitere x-Netzwerkanschlüsse auf den ohnehin vorhandenen Leitungen realisieren.

Gruß vom Wiz

Guten Tag,

das Patchfeld ist einfach nur das andere Ende der Leitungen zu
den Dosen. D.h. pro Buchse im Haus eine Buchse im Patchfeld.
Die Buchsen des Patchfeldes haben nicht miteinander zu tun,
außer dass sie in einem gemeinsamen Rahmen sitzen.

Und ich könnte aber auch(nur theoretisch) direkt vom Switch in angelegte Netzwerkdosen an der Wand gehen, welche dann die einzelnen Räume zugeordnet sind?

Dann ist der Switch und das Patchpanel im Endeffekt beide gleich als Verteiler zu gebrauchen?!

Das Netzwerk wird dann von den einzelnen LAN-Ports des Routers
mit Patchkabeln auf die einzelnen Buchsen im Patchfeld
verbunden. Reichen die LAN-Ports des Routers nicht, kannst Du
an einen Port einen Switch anschließen, und von dessen
zusätzlichen Ports dann ebenfalls auf Buchsen des Patchfeldes
verbinden, um weitere Leitungen zu versorgen.

Ahh, ich glaube jetzt versteh ich langsam. Also brauch man sozusagen nicht unbedingt einen Switch, wenn man z.B. nur 4 Kabel von der Fritzbox verlegen will!? Man könnte so entscheiden, ob Switch oder Patch oder gleich direkt.

mfg

Hallo,

Du kannst statt des Patchfeldes natürlich auch Dosen installieren. Nur ist das mE mehr Aufwand und nimmt mehr Platz weg, sieht unschön aus, gerade wenn es über drei Leitungen hinaus geht.

D.h. nicht Switch/Router und Panel sind hier vergleichbar, sondern Patchfeld bzw. Dosen am „unteren Ende“ der Leitungen. Ohne eine dieser Komponenten geht es aber nicht, weil Du an die im Haus verlegten Verlegekabel (starrer Leiter) keine Stecker ankrimpen kannst (bzw. es nicht tun solltest). D.h. vom Router direkt ins Haus geht nicht. Da musst Du zuerst mit einem Patchkabel auf eine Dose oder ein Feld, und von dem dann auf die Verlegekabel im Haus. Im angeschlossenen Zimmer dann wieder mittels Dose und Anschlusskabel vom starren Verlegekabel weg.

Einen zusätzlichen Switch brauchst Du nur dann, wenn die Zahl der Ports des im Router (Fritz!-Box) eingebauten Switches (normalerweise 4) nicht ausreicht. D.h. sollten später mal Geräte dazu kommen, kannst Du einfach ein Gerät vom Router abziehen, statt dessen den Switch dort anklemmen, und von dem aus dann die weiteren Geräte versorgen.

Gruß vom Wiz

Ich sitze gerade in einem neuerbauten und vor zwei Wochen
bezogenen Bürogebäude

Leider erlebe ich regelmäßig, daß bei Bauplanungen erhebliche Fehler gemacht werden. Wenn ich dann mal mit den Architekten rede und mind. 2-3 abwasserrohrdicke Kabeldurchgänge anfrage, schauen die mich an, als käme ich vom Mond. Unglaublich, was da an Unwissen versammelt ist.