Netzwerkkabel zu lang?

Hallo!

Also erstmal bin ich fast Laie auf dem Gebiet,
habe mir aber die FAQ mit den Kabellängen schon gelesen.

Mein Problem:

Die Telefonanlage mit dem T.-Speedport W 701V steht in meiner privaten Wohnung.

Über dem Hof befindet sich ein gewerblich genutztes Büro, welches ich mit einem Geschäftspartner zusammen benutze. Derjenige hat von Netzwerken und PC`s genauso wenig Wissen wie ich.
Der Geschäftspartner hat immer auf einen Internetanschluss bestanden, ich brauche das dort auch.

Also wurde zuerst W-Lan installiert, von Fenster zu Fenster, das habe ich hinbekommen, mit einiger Bastelei ( Spiegel), aber bei schlechtem Wetter ist es nicht 100% zuverlässig.

So, nun habe ich also Netzwerkkabel verlegt, CAT 7.
2 solcher Kabel parallel, zusammen mit einem Telefonkabel.
Über den Hof habe ich das eingegraben, durch ein dickes PE-Wasserleitungsrohr gezogen.

Die Länge für mein Kabel beträgt 35 m, mein Geschäftspartner seines ist 42 m lang.

Diese Sache war so vereinbart, dass ich das Kabel verlege, und mein Partner jemanden beauftragt, der die Installation macht.

Das ist heute geschehen.
Den beauftragten Fachmann mit seinen Fähigkeiten kann ich schlecht einschätzen, er meinte, dass es bei der Kabellänge vermutlich nichts wird.
Er hat also die Dosen angeklemmt, und tatsächlich, kein Signal.

Ich bin dann nochmals vorsichtshalber mit meinem Laptop direkt zu der Telefonanlage gegangen, da kam ich sofort in´s Internet.

So, nun weiss ich nicht so recht weiter?
Ich gehe mal davon aus, dass ich die Kabel nicht beschädigt habe,
habe die sehr sorgfältig und bedächtig verlegt.

Der Fachmann meint, es müssten nun 1 oder 2 Zwischenverstärker eingebaut werden.
Kann das sein, oder wird er sich ehr bei den Dosen verklemmt haben,
oder gibt es sonst noch irgendwelche Fehlerquellen?
Oder irgend was anderes, woran ich nicht denke?

Im Prinzip kann mir das ja egal sein,
ich hab blos Angst, dass derjenige das mühsam verlegte Kabel im Keller zerschneidet,
wenn das nicht unbedingt nötig ist.

Grüße, Steffen!

Hallo Steffen!

Also Zwischenverstärker benötigt es auf diese Distanz keine. Ein Twisted Pair (=Cat 7) Kabel geht normal auf eine Länge von 90m, danach ist das Signal zu schwach. Also dürfte das Problem nicht bei der Länge liegen.

Das Kabel könnte beschädigt sein. Ein Knick könnte schon das aus sein. Habt ihr die Kabeln selbst abgeschnitten? Ist das Kabel auf Zug beansprucht? Dies könnte dazu führen, dass das Kabel nicht mehr Daten übertragen kann.

Geht es eigentlich bei beiden Kabeln nicht?

mfg

So, nun habe ich also Netzwerkkabel verlegt, CAT 7.
2 solcher Kabel parallel, zusammen mit einem Telefonkabel.
Über den Hof habe ich das eingegraben, durch ein dickes
PE-Wasserleitungsrohr gezogen.

Die Länge für mein Kabel beträgt 35 m, mein Geschäftspartner
seines ist 42 m lang.

versteh ich nicht: wieso 2 kabel? von einem anschluss in ein anderes buero?

Er hat also die Dosen angeklemmt, und tatsächlich, kein
Signal.

was heisst denn kein signal? hat er seine dosen geprueft?
wenn nicht, besorg dir fuer ~10€ einen tester, damit kann man pruefen, ob es von dose zu dose elektrisch funktioniert - bestell fuer ~3,50€ ein LSA-werkzeug mit, damit du die dosen selbst korrekt auflegen kannst.

Der Fachmann meint, es müssten nun 1 oder 2 Zwischenverstärker
eingebaut werden.
Kann das sein, oder wird er sich ehr bei den Dosen verklemmt
haben, oder gibt es sonst noch irgendwelche Fehlerquellen?

kabelenden ueber kreuz vertauscht, kabel war schon vorher kaputt, dosen falsch aufgelegt, schild nicht aufgelegt - aber das haette er ja alles mit seiner pruefung ausschliessen koennen.

Oder irgend was anderes, woran ich nicht denke?

evtl. kann dir jemand im elektriker-brett sagen, ob bei twisted pair ein potentialausgleich notwendig ist.

Hallo,

wenn der angebliche Fachmann bereits beim Kommen von der „Nichtfunktion“ gesprochen hat, vermute ich eher er will Dir/Euch was verkaufen. Denkbar wäre ja dass er die Dosen vorsätzlich falsch angeschlossen hat! Öffne einfach mal die Anschlussdosen und vergleiche die Belegung, Standart Cat5-6 Dosen haben an den Anschlussklemmen farbige MArkierungen, die sich auch in den Aderfarben wiederfinden sollten. Wenn hier ein Dreher ist, egal ob mit Vorsatz oder nicht, läuft nichts.

Grüsse Niklas

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Moin Steffen,

also an der Länge dürfte es nicht liegen, wurde ja auch schon geschrieben.
Ich würde zunächst mal ausschliessen dass die Kabel mechanisch beschädigt sind. Also mal durchklingeln, dann weiss man schon mehr.
Dann kann man, wie schon erwähnt wurde, einen Tester anschliessen und mal schauen ob da ein Belegungsfehler vorliegt.
Einfache Tester gibts für kleines Geld.
Ob die Dosen richtig belegt sind kannst Du über diese Seite http://www.kabelfaq.de/ nachvollziehen.
Ist der Schirm richtig aufgelegt? Liegt eine Ader am Schirm?
Adervertauscher?
Wie hat der Techniker denn das Kabel überprüft?
Ein Profi macht das mit einem Fluke DSP-4100 . Die Dinger kosten aber heftig Geld. Profis haben sowas aber.

Gruss Jakob

Neuigkeiten !
Hallo!

Danke erstmal für die vielen Antworten.

Ich habe heute Jemanden mein Leid geklagt, und völlig unerwartet einen professionellen Netzwerktester bekommen, leider muss ich den morgen früh wieder zurückgeben.

Ergebnis:
Auf beiden Kabeln ist eine Unterbrechung, (ich offe ja mal, dass es nicht IM Kabel ist, sondern an der Dose.)
und bei einem Kabel ist etwas vertauscht.

Also schon mal ein Grund, warum es nicht funktionieren kann.

Morgen wird dann der Fachmann erneut antreten, und es nochmals versuchen.
Ich unterstelle dem erstmal keine böse Absicht, weil er das Material bei einer örtlichen Firma auf meinem Namen und Rechnung bestellt hat.
Hat sich sogar erstaunt gezeigt, wie preiswert die Sachen sind, wenn man die beim örtlichen Handwerker kauft.

Vermutlich braucht derjenige dringend eine Brille, so ist mein Eindruck. Er wird das wohl einfach nicht richtig gesehen haben.

Grüße, Steffen!

Morgen wird dann der Fachmann erneut antreten, und es nochmals
versuchen.

Bist Du sicher, dass Du genau den „Fachmann“ nochmal haben willst? Sorry, aber wer bei der Kabellänge (90m sind zulässig, Du hast nicht mal die Hälfte!) so daneben rät, dann irgendwas von Zwischenverstärkern faselt (hanebüchener Unsinn …), und dann eine einfache Drahtunterbrechung nicht finden kann … ich wage zu zweifeln :smile:

Vermutlich braucht derjenige dringend eine Brille, so ist mein
Eindruck. Er wird das wohl einfach nicht richtig gesehen
haben.

Ein paar Tipps noch: wenn ihr beim Einziehen tatsächlich ein Drähtchen gekillt haben solltet: von den 4 Adernpaaren verwendet 100 Mbit Ethernet nur 2, Du hast also 2 „in Reserve“. Es ist nicht schön, aber es funktioniert, wenn man sich ein anderes Adernpärchen (Pärchen! Nicht Einzeldraht!) ausleiht.

Der „Fachmann“ sollte sich erst mal schlau machen, wie man die Adernpärchen verklemmt, Stichwort „Split Pair“. Einfach selbe Farbe an beiden Seiten anklemmen ist Telefon, aber nicht LAN. Tut man es trotzdem schaut das aus wie eine Kabelunterbrechung (smile).

Schon einmal aufgelegte Dosen sollte man eigentlich nicht nochmal verwenden, schon gar nicht wenn man lange Kabel hat.

Kabel für die Dosenverlegung sind nicht die selben wie für normale Patchkabel! Schau aufs Kabel, da sind Hersteller und Kabelbezeichnung aufgestempelt, und schau nach, ob er Dir ein Kabel für Wandverlegung verkauft hat. Außerdem gibt es da 2 verschiedene Drahtstärken, und Du brauchst die richtige Dose zum richtigen Kabel.

Auf kurze Distanz verzeiht Ethernet manche Bastelei (außer dem Split-Pair Fehler), aber Du bist mit 40m bereits in einem Bereich wo man keinen Spielraum für grobe Fehler mehr hat.

…Armin

Ende gut, alles gut!?
Hallo!

Bist Du sicher, dass Du genau den „Fachmann“ nochmal haben
willst?

Nun ja, bei solchen Kabelsachen nicht mehr,
aber das dürfte ja nun für die nächste Zeit erledigt sein.
Er hatte tatsächlich die Dosen nicht korrekt angeschlossen, und das gestern in Ordnung gebracht.
Es funktioniert inzwischen normal, soweit ich das beurteilen kann.

Aber die anderen Sachen, welche er bei meinem Geschäftspartner am PC so gemacht hat, waren bisher immer in Ordnung.

Für mich persönlich kommt der „Fachmann“ eh nicht in Frage, weil ich Linux nutze, und damit kennt er sich nicht aus,
das macht immer mein Schwager.

Grüße, Steffen!

Er hatte tatsächlich die Dosen nicht korrekt angeschlossen,
und das gestern in Ordnung gebracht.
Es funktioniert inzwischen normal, soweit ich das beurteilen
kann.

Ende gut alles gut? mal sehen. Vertrauen ist gut, und Kontrolle ist besser :smile: Ein PING mit seinen mickrigen 64 halb-duplex Bytes geht schnell mal durch, wenn Du dann wirklich Last machst zeigt sich was das Kabel aushält.

Mach folgendes:

* Gib auf einem der beiden Rechner einen Festplattenordner zum Lesen und Schreiben frei. Schau dass der Rechner noch gut Speicherplatz auf der Platte frei hat.

Auf dem anderen Rechner startest Du den „Performance Monitor“ (perfmon.msc). Lösche die nutzlosen Monitore für Prozessor und Speicher, und füge über die „+“ Schaltfläche folgende Objekte hinzu:

* TCP: Wiederübertragene Segmente pro Sekunde"
* Netzwerkschnittstelle: „Bytes gesamt pro Sekunde“

Dann schnappe Dir eine wirklich große Einzeldatei, 100 MB oder mehr, z.B. von einem Service-Pack oder einem Video. Lege die Testdatei auf Deinem Rechner ab, z.B. im Temp Ordner. Dann kopiere die Datei von Deinem Recher in die Freigabe des anderen Rechners. Dann schau auf den Performance-Monitor. „Wiederübertragene Segmente“ muss dabei (annähernd) Null bleiben, und „Bytes/Sekunde“ (*8/1000/1000) muss, je nach Plattengeschwindigkeit, bei sagen wir mal etwas über 60 MByte/Sec bis 80 MB/sec zu liegen kommen (Annahme: 100 MBit Netz). Bei Gigabit wirds noch ein wenig mehr.

Dann wiederholst Du den Test und kopierst die Datei aus der Freigabe des anderen Rechners raus wieder zurück zu Deinem Rechner, um die andere Richtung zu testen. Du musst in etwa die selben MB/sec bekommen, und wiederübertragene Segmente wieder nahe Null. Lass Dich dabei nicht von den bunten Kurven leiten, damit die Sinn ergeben musst Du noch den Skalierungsfaktor einstellen, achte nur auf die Zahlenwerte.

Wenn der Test klappt, es also keine wiederübrtragenen Segmente gibt und Bytes/Sekunde im vernünftigen Bereich liegt ist die Leitung OK. Wenn nicht klappt sie zusammen sobald Du Last draufgibst --> der Murks wurde nur unwesentlich verbessert.

Testdateien und Freigaben am Ende wieder entfernen nicht vergessen.

…Armin