Hallo,
ich stehe momentan vor einem großen Problem und hoffe, dass mir igrendjemand hier vielleicht ein paar Ratschläge geben kann oder von eigenen Erfahrungen berichten kann.
Ich bin 26 Jahre alt und habe eine Vollzeitstelle, bei der ich gut verdiene. Ich habe einen super Chef und nette Arbeitskollegen, die sogar meine leichten krankheitsbedingten Einschränkungen tolerieren. Meine Krankheit ist psychosomatisch. Seit 8 Jahren leide ich unter Magen- und DArmbeschwerden, sozialen Ängsten und teilweise Depressionen. Deswegen gehe ich z.B. nicht zu Betriebsessen oder sonstigen Veranstaltungen und bin oft etwas verschlossen. Krank schreiben lasse ich mich deswegen aber nur ganz selten. Ich fehle nicht öfter als der Durchschnitt.
Ich war jetzt einige Wochen in einer psychosomatischen Klinik in Bayern. Der Aufenthalt hat mir sehr gut getan und ich habe mich dort in der Gegend sehr wohl gefühlt und habe auch einige Bekanntschaften geschlossen, die sich eventuell ausbauen ließen. Mein Therapeut hat mir geraten, aus meiner Heimatstadt weg zuziehen, damit ich besser mit meiner Vergangenheit abschließen kann. Soweit weg, dass ich nicht mehr für meine Familie „abrufbereit“ bin. Z.B. nach München.
Einerseits möchte ich unheimlich gerne in einer anderen Stadt einen Neuanfang machen. Bis auf meine gute Arbeitsstelle habe ich hier nichts, was mich hält. Andererseits ist da natürlich auch eine große Angst, dass ich mit einer anderen Arbeitsstelle Probleme hätte, weil ich krank bin. Vielleicht gäbe es dort Ärger mit dem Chef oder mit Kollegen oder so.
Wäre es naiv, meinen Job zu kündigen, um für mein privates glücklich sein und auch für meine Gesundung (hoffe ich zumindest!), in eine andere Stadt zu ziehen?
Hallo Anna,
Wäre es naiv, meinen Job zu kündigen, um für mein privates
glücklich sein und auch für meine Gesundung (hoffe ich
zumindest!), in eine andere Stadt zu ziehen?
Grundsätzlich natürlich nicht, allerdings würde ich erstmal einen neuen Job suchen. Erst wenn du den gefunden hast und ein gutes Gefühl dabei hast kannst du über den Umzug nachdenken.
In der neuen Umgebung wird es dir auch nicht soooo gut gehen wenn die wirtschasftliche Grundlage nicht gegeben ist. Bewirb dich doch einfach mal bei in Frage kommenden Arbeitgebern… du wirst schon sehen wie die Reaktionen sind.
Solltest du wirklich ein Stellenangebot bekommen, mit dem du dich wohlfühlst, kannst du darüber nachdenken ob du es wirklich tun willst. Aber erst kündigen, umziehen und dann schauen wie es weitergeht - nö, das würde ich nicht so machen.
Ein gewisses Risiko ist immer dabei. Aber wie heißt es so schön, man bereut später mehr die Dinge, die man gelassen hat als die, die man versucht hat - selbst dann wenn man gescheitert ist. Ein Wagnis ist so ein Schritt immer, aber ich würde mich an deiner Stelle trauen ihn zu gehen wenn ich wüßte dass ich am neuen Wohnort eine gute Arbeit und damit Geld habe.
Alles Gute,
MecFleih
Hallo MecFleih,
danke für deine schnelle Antwort.
Auf jeden Fall möchte ich vor dem Umzug eine neue Arbeitsstelle haben. DAs Geld für die Wohnung soll ja gesichert sein. Ich bin generell ein eher ängstlicher Mensch. Aber das ist dabei vielleicht auch ein wenig von Vorteil, weil ich nicht vorschnell handele.
Ich hatte mir gedacht, dass es vielleicht sinnvoll wäre, wenn ich bei einem eventuellen Bewerbungsgespräch frage, ob ich auch mal ein paar Tage probe arbeiten könnte. DAnn würde ich ja schon ein wenig sehen, ob mir die Arbeit und das Team zusagen und der Arbeitgeber könnte sich auch ein besseres Bild von mir machen. Momentan bin ich in der öffentlichen Verwaltung und da möchte ich auch gerne wieder hin - hab eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten. Da dürfte es mit ein paar Tagen Probe arbeiten oder Praktikum kein Problem sein. Urlaubstage habe ich noch genug. Ich könnte mir dafür dann frei nehmen. Und wenn ich tatsächlich eine Zusage bekomme könnte ich anfangs bei einer Mitpatientin unterkommen, die mir in München ihr Gästezimmer stellen würde.
Das einzige, was dann problematisch werden könnte, wäre, wenn ich sofort anfangen müsste zu arbeiten, wegen der 3 Monate Kündigungsfrist meines jetzigen Arbeitgebers. Oder gibt es da Möglichkeiten drumherum zu kommen?
Hallo Anna,
Das einzige, was dann problematisch werden könnte, wäre, wenn
ich sofort anfangen müsste zu arbeiten, wegen der 3 Monate
Kündigungsfrist meines jetzigen Arbeitgebers. Oder gibt es da
Möglichkeiten drumherum zu kommen?
Eher nicht, es sei denn du einigst dich mit deinem jetzigen AG, dann ist natürlich alles machbar. Ansonsten würde es eben zu den Bedingungen an den neuen AG gehören dass du eben erst in 3 Monaten anfangen könntest.
Letztlich bleibt immer ein gewisses Risiko, du wirst ja auch erstmal eine Probezeit haben. Solltest du dann doch wieder gehen müssen wäre das sehr doof. Aber derartige Risiken lassen sich am Ende nie ganz ausschalten. Du kannst nur deinem Gefühl folgen ob ein Arrangement Zukunft hat und dann hoffen dass es so ist. Garantien hast du natürlich nicht…
Alles Gute,
MecFleih