Neubau: erst Warmwasser aus dem Kaltwasserhahn

Hallo,

in unserem Neubau gehen vom Heizungskeller zwei Stränge ab: einer verläuft in die Küche - da ist alles in Ordnung - der andere erst ins OG ins Bad, dann wieder runter ins Gäste-Bad ins EG.
Beim zweiten Strang verhält es sich an allen Zapfstellen (Wasserhähne und auch Dusche im Gäste-Bad) so, dass man beim Öffnen des Kaltwassers erst für ca. 5 Sec kaltes Wasser bekommt, dann für 30-60 Sec. lauwarmes Wasser, dann wirds erst dauerhaft kalt.

Wir haben den Installateur mehrfach darauf angesprochen - er behauptet, alles sei ordnungsgemäß isoliert. Nur Warmwasser werde isoliert, Kaltwasser nur mit einem Schallschutz ausgestattet. Da Kaltwasser aber durch beheizte Etagen (mit FBH) geführt wird, ist es halt erstmal ne Zeit lang nicht so richtig kalt.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies eine ausreichende Begründung ist und kenne so ein Verhalten nicht aus anderen Wohnungen / Häusern.

Habt ihr Ideen?

Danke und Grüße,
Stefan

Hallo

Kommt halt vor bzw. ist recht normal das die Leitung bzw. das Kaltwasser sich erwärmt wenn die Leitungen im Boden verlaufen wo auch die Fussbodenheizung verläuft.
Deswegen legt man am besten zu erst die Kaltwasserleitung auf den Rohfussboden und darüber esrt die Dämmung, dann geht das ganze nicht so schnell.
Aber egal wie stark man die Kaltwasserleitung isolieren/dämmen würde, sie stellt nur eine Verzögerung da irgendwann wär das Wasser trotzdem „warm.“
Vorbeugen kann man das am besten wenn man die Leitungen etwas überlegt verlegt und wenig in den Bereich der Fussbodenheizung kommt, aber baulich bedingt geht das nicht immer so einfach.

Machen könnt ihr da leider recht wenig bzw. gar ncihts, Leitungen sind nun mal im Boden verlegt und dafür nun extra den Estrich rausschmeißen…

Sorry das ich da nichts anderes sagen kann.

Mfg
Nelsont

Hallo Nelsont,

danke für die Einschätzung.

Heißt also, das eigentlich kalte Wasser zieht uns die Energie aus dem warmen Wasser der FBH … ganz toll. Sowas hab ich mir schon gedacht.

Machen können wir an der Konstruktion in der Tat nix mehr, jedoch steht noch eine Restzahlung wegen anderer Mängel des Installateurs aus, so dass man da noch was einbehalten könnte.
Wir fragen uns nur, was da ein entsprechender Betrag wäre.

Grüße,
Stefan

Hallo !

Wenn es ein Neubau ist,mache den Sanitärinstallateur mal auf die entsprechende Norm aufmerksam.
In der gültigen DIN EN 806 (ab 7/2005),die die alte DIN 1988,T.2
ersetzt hat,steht folgendes(sinngemäß):

Nach 30 Sekunden Ablauf mit voll aufgedrehtem Zapfhahn an irgendeiner Stelle im Haus darf Kaltwasser mit max. 25 °C austreten !
Es gibt also eine klare Zeitvorgabe,wann das sog. Stagnationswasser gegen frisches,kaltes Wasser aus dem Versorgungsnetz des Wasserwerkes ausgetauscht sein muß.

Grundsätzlich sind auch KW-Leitungen zu dämmen,wenn sie nicht auf Abstand zu WW oder Hzg. verlegt werden,dann sogar ebenfalls mit 100 % Dämmstoffdicke(also ein 15 mm Rohr mit 15 mm dickem Mantel,Gesamtdurchmesser der isolierten Leitung dann ca. 45 mm).

Der Grund ist der Schutz des Kaltwassers vor der Vermehrung der Legionellen(-Bakterien),die sich bei Temperaturen um 25-45 °C sehr wohl fühlen und sich stark vermehren.

Es werden sogar bei Steigeschächten getrennte Schächte für Kalt und Warm verlangt(Ausnahme,wenn baulich nicht möglich),in Schächten ist stets 100 % Dämmung nötig.

Zur weiteren Info,google mal unter den Stichworten :
Isolierung von Kaltwasserleitungen oder
DIN EN 806

MfG
duck313