Neudefinitionen von Begriffen

Hallo Leute,

in meinem Job entwickle ich neue Prozesse, die auch neue Namen erhalten müssen.
Es geht hier in der Regel um zusammengesetzte Substantive und daraus abgeleiete Verben und Adjektive.

Zum besseren Verständnis ein Beispiel:

Da exsitiert eine Datenbanktabelle names ABCD. Einen Datensatz aus dieser Tabelle nenne ich ABCD-Datensatz (oder erstes Problem ABCDdatensatz?). Ein Feld in diesem Datensatz heißt ABCD-Datesatzfeld. Das Format dieses Feldes heißt ABCD-Datensatzfeldformat. Das Format muß überprüft werden, also gibt es auch eine …überprüfung. Diese kann verschiedene Ergebnisse haben… Und dieses Ergebnis kann Inhalt meiner Abhandlung sein.

Muß ich jetzt für ein gutes Deutsch tatsächlich Wörter erfinden, die Zig bis hundert Buchstaben haben, oder gibt es Regeln für Bindestriche oder Freistellen (wie es die Engländer machen).

Ciao

Uwe

Da exsitiert eine Datenbanktabelle names ABCD. Einen Datensatz
aus dieser Tabelle nenne ich ABCD-Datensatz (oder erstes
Problem ABCDdatensatz?).

ABCD-Datensatz ist wesentlich besser, da die Wortteile so übersichtlicher bleiben. Es geht auch Datensatz in ABCD.

Muß ich jetzt für ein gutes Deutsch tatsächlich Wörter
erfinden, die Zig bis hundert Buchstaben haben, oder gibt es
Regeln für Bindestriche oder Freistellen (wie es die Engländer
machen).

Das hängt im Wesentlichen von dir selbst ab. Denke immer daran, dass du für Menschen schreibst, die das auch verstehen möchten. Wenn du ellenlange Sätze mit sich achtmal wiederholenden Wörtern oder Wortbestandteilen schreibst, dann leidet darunter einfach die Lesbarkeit - egal in welcher Sprache.

Wenn der Kontext klar ist, dann musst du ihn doch nicht jedes Mal wiederholen. Du machst möglichst klar, dass du jetzt eben diese Tabelle als Beispiel nimmst und sagst dann:
Ein Datensatz dieser Tabelle/daraus …
Ein solcher Datensatz …
Damit …

Gutes, leserliches und verständliches Deutsch hat nicht nur etwas mit Korrektheit zu tun - und in wissenschaftlichen/technischen Abhandlungen wird sprachliche Quasigenialität auch nur selten belohnt.

Also, versuche immer, das, was du ausdrücken möchtest, so klar und einfach wie möglich zu schreiben. Das hängt auch ein bisschen von deiner Leserschaft ab, aber auch ein gebildeter Mensch wird durchaus dankbar sein, einen einfach verfassten Text zu lesen - wohingegen viele Menschen mit langen, komplizierten Satz- und Wortgebilden Probleme haben werden.

Je übersichtlicher du deinen Text also gestaltest, desto leichter wird er von einer heterogenen Leserschaft erfassbar.

Ach ja, nur, weil die Engländer das so machen, heißt das noch lange nicht, dass es bei uns auch so gemacht werden muss oder kann. Komplexere Ausdrücke beider Sprachen sind nur selten direkt übertragbar. Das solltest du auch nicht versuchen.

Lieben Gruß,
Stefan :smile:

in meinem Job entwickle ich neue Prozesse, die auch neue Namen
erhalten müssen.
Es geht hier in der Regel um zusammengesetzte Substantive und
daraus abgeleiete Verben und Adjektive.

Hallo Uwe,

eigentlich ist es völlig egal, wie Du die Dinge benennst, solange die Bezeichnungen eindeutig und unterscheidbar sind. Ein und dasselbe Ding muß stets dieselbe Bezeichnung tragen. Es darf also nicht vorkommen, einen Zugangsschutz abwechselnd mit Paßwort, Kennwort, Kennung und Codewort zu bezeichnen. Solche Selbstverständlichkeit wird oft ignoriert; der Text verliert seine Eindeutigkeit. Kommen dann noch Anglizismen und Trivialbezeichnungen dazu, entsteht unverständliches Kauderwelsch.

Eine Zusammenstellung der Begriffe und ihrer Definitionen sollte nie fehlen.

Ich würde keine Ungetüme aus mehr als zwei Worten entstehen lassen. Zusammengeschrieben oder mit Bindestrich bleibt Dir überlassen, Du mußt Dich nur für jeden Begriff für eine Schreibweise entscheiden und das konsequent durchziehen. Die Bindestrich-Konstruktionen haben den Nachteil, daß bei Silbentrennungen mehrere Striche das Wort unterbrechen. Das ist der Lesbarkeit abträglich.

Gruß
Wolfgang