Neue Beziehung u.d.Kinder spielen verrückt

Vor 2,5 Jahren habe ich mich von meinem Mann getrennt. Die Kinder (heute 5 und 7 Jahre alt) leben bei mir.

In dieser Zeit habe ich mich nur um die Kinder gekümmert. Sie aus meinem Privatleben herausgehalten.
Vor 8 Wochen stellte ich ihnen dann meinen neuen Lebenspartner vor.
Eigentlich lief es super gut. Sie toben zusammen, spielen gemeinsam …

Doch meine Tochter dreht seit dem auch irgendwie durch. Sie benimmt sich als hätte sie nie eine Erziehung genossen, schmeisst mit Schimpfworten um sich und betitelt auch meinen Partner mit solchen.

Er wiederum unterstellt mir ich hätte den beiden nie beigebracht Respekt vor Erwachsenen zu haben, aber so hab ich die Beiden auch noch nie erlebt.
Ich hab ihm gesagt, er soll selber dagegen angehen, ihnen zeigen wo seine Grenzen sind und sie so „in seine Schranken weisen“.

Aber irgendwie versteht er das nicht. Er ist der Meinung, daß es alleine Aufgabe wäre, da es ja auch meine Kinder sind.

Was ist nun richtig ???

…stellte ich ihnen dann meinen neuen Lebenspartner vor.

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Er ist der Meinung, daß es (meine) alleinige Aufgabe wäre, da :es ja auch meine Kinder sind.

Hallo,

aus den beiden wiedergegebenen Sätzen Deines Postings läßt sich möglicherweise eine der Ursachen des Problems herauslesen.
Du sprichst von Lebenspartner. Sieht Dein Partner in Dir auch seine Lebenspartnerin? Dann solltet Ihr von „mein“ und „dein“ zu „wir“ und „unser“ kommen. In einer Lebenspartnerschaft werden die Kinder unabhängig vom biologischen Vater zur gemeinsamen Verantwortung und zur gemeinsamen Aufgabe. Um also das Verhältnis zu den Kindern zu klären, müßt Ihr Euer Verhältnis zueinander klären und vorleben. Meine Kinder, Deine Kinder - das ist keine Familie und das spüren auch die Kinder.

Gruß
Wolfgang

Hallo C,
das kommt mir recht bekannt vor,was Du schreibst.
Meine Tochter hat eine Zeitlang auch so reagiert.
Ich kann Dir eigentlich nur sagen,daß es vorbeigegqangen ist.
Sie hat auch meinen neuen Mann beschimpft und vor allem mich,fast als wäre sie ein wenig „besessen“.
Ich fand es zwar stressig,habe es aber nie persönlich genommen,denn ich weiß ja,daß sie sich benehmen kann,es also ein Ausdruck für etwas anderes sein musste.
Klar hatte sie Angst,die Nummer 2 zu werden,und die Rolle ihres Vaters sah sie auch ungewiß…viel Unsicherheit für ein Kind.
Und mit dem Wissen,daß es nicht darum geht,daß das Kind sich danebenbenimmt,sondern um seine Unsicherheit hatte sich die Frage,wie diesen Entgleisungen zu begegnen sei eigentlich zur Nebenfrage entwickelt.
Ich habe,wenn es zu arg wurde angemessen reagiert,aber es nicht dramatisiert.
Ist die Beziehung frisch,bzw die vom Mann zum Kinde,finde ich schon,daß es zunächst Muttersache ist,zu reagieren und zu erziehen.Das ist aber nur meine persönliche Meinung.
Ich muß doch als Mutter auch erst mal rausfinden,ab wann und wieweit und ob überhaupt ich den neuen Mann die Kinder erziehen lassen mag.
Nicht daß er nicht eine eigenständige Beziehung aufbauen sollte,aber langsam,nicht von heute auf morgen.
Das wächst meiner Meinung nach und was heute noch ganz meine Aufgabe ist,kann langsam seine werden.
Grundsätzlich aber möchte ich Dir raten,das Augenmerk weniger auf die Entgleisungen zu richten,als auf die tieferen Ursachen.
Wenn ich bedenke,was alles in Kindern,die ich kenne vorgeht,wenn sie ein neues Geschwister bekommen,dann wundert es mich nicht,daß ein neuer Mann das kleine Ego ganz schön belasten kann.
Daß alles halb so wild ist werden Deine Kinder mit der Zeit schon erkennen.
Und viele Gespräche,mit Offenheit für die kindlichen Ängste und Unsicherheiten können sehr helfen.
Uns haben auch Zeiten,feste Zeiten ,genutzt,die ausschließlich und sicher nur dem Kind gehörten.
Alles,was ihm zeigt,daß es nachwievor sehr geliebt wird und der Vater der einzige Vater ist hilft.Und das braucht Zeit.
Erst wenn das ein wenig überwunden ist,kann das Kind eine individuelle Beziehung zum Neuen aufbauen,und di8e hängt schlicht und einfach davon ab,inwieweit die beiden miteinander können,aufgrund ihrer Persönlichkeiten.
Eher distanziert oder freundschaftlich bis hin zu liebevoll,aus meinem Bekanntenkreis kenne ich all diese Varianten.Und habe auch überall bemerkt,daß das,was jetzt auch bei Dir am Anfang läuft sich auf jeden Fall löst.
Wenn der Mann der Richtige ist für Dich…
Was soll ich Dir nun wünschen?Durchhaltevermögen und Entspanntheit,ja,das tut gut in dieser Phase,
viele Grüße,Mina

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Er ist der Meinung, daß es (meine) alleinige Aufgabe wäre, da :es ja auch meine Kinder sind.

Dann brauchst Du Dich auch nicht wundern, wenn die Tochter so

reagiert. Du hast schon richtig erkannt, daß Dein Lebenspartner,
wenn er es denn auch so sieht, seine Beziehung zu den Kindern
finden muß und ihr nur gemeinsam auf die Kinder einwirken könnt.
Anders gehts nicht. Wenn ihr wirklich Lebenspartner seid, werden
die Kinder zur gemeinsamen Lebensaufgabe, da hat ein Dein Kind, mein Kind-Ausspruch gar nix zu suchen.
Viel Glück und mach das Deinem Partner unmißverständlich klar!
Liebe Grüße
H.-D.

Hallo Corinna,

daß es mit den Kindern zu solchen Problemen kommt, war angesichts der Lage zu erwarten.

Wie der Mann sich hier verhalten soll, dafE kann ich keine konkreten Ratschläge geben, doch bedenke: wie er es macht, macht er es falsch.

Er kann nicht glaubhaft väterliche Autorität zeigen, weil er sie nicht hat. Er ist Spielgefährte der Kinder geworden, das war leicht, aber jetzt soll er als Elternteil anerkannt werden, das ist schwer. Das ist dem männlichen SelbstwertgefEl nicht förderlich.
Es erfordert ein hohes emotionales Engagement von ihm, wobei der Erfolg keineswegs gewiß ist.
Sei Deinem Freund dankbar dafE, daß er sich das alles um Deinetwillen antut.

Am besten ist wohl, die Ungezogenheiten der Kinder nicht zu ernst zu nehmen, sie weder in quälenden Beziehungsdiskussionen herumzuwälzen noch sie dem Verhalten des Mannes anzulasten. Man könnte sagen, in dieser Situation haben die Kinder ein Recht aufs Ungezogensein.

Verbringt viel Zeit miteinander, macht gemeinsame Unternehmungen, findet in Eure Rollen.

Man kann auch GlEk haben und bei einem Erlebnis (z.B. Rettung aus Gefahr) ganz plötzlich das Herz und den Respekt eines Kindes bekommen.

Gruß

Wolfgang Berger

Hallo,

Was ist nun richtig ???

Das wird dir wahrscheinlich keiner so richtig beantworten können.
Ich war mit meiner Tochter (jetzt 13) ziemlich lange alleine.
Seit 6 Jahren bin ich mit einem Mann zusammen, den meine Tochter bis heute nicht akzeptiert. Das ist eigentlich noch etwas schlimmer. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Diese hege ich nun komplett seit 6 Jahren. Ich weiß, dass dir das auch nicht hilft. Wollte es aber mal mit anbringen, dass es auch so „geht“.

Viele Grüße
Katrin

wackeliges Familienleben
Hallo Corinna,

in Zeiten, wo das Familienleben auf Kinder wackelig wirkt, werden sie auffällig - je nach Typ.

In dieser Zeit habe ich mich nur um die Kinder gekümmert. Sie
aus meinem Privatleben herausgehalten.
Vor 8 Wochen stellte ich ihnen dann meinen neuen Lebenspartner
vor.
Eigentlich lief es super gut. Sie toben zusammen, spielen
gemeinsam …

Eine Weile war Dein Freund sicher der nette Besucher, der mit ihnen lustige Dinge macht. Doch dann…

Doch meine Tochter dreht seit dem auch irgendwie durch. Sie
benimmt sich als hätte sie nie eine Erziehung genossen,
schmeisst mit Schimpfworten um sich und betitelt auch meinen
Partner mit solchen.

…merkte sie, dass der nette Besucher aus der gewohnten 3-samkeit eine Viersamkeit entstehen läßt. Und das einzuordnen ist für Kinder schwierig, zumal die Erwachsenen erst einmal selbst die Routine finden müssen.

Er wiederum unterstellt mir ich hätte den beiden nie
beigebracht Respekt vor Erwachsenen zu haben, aber so hab ich
die Beiden auch noch nie erlebt.
Ich hab ihm gesagt, er soll selber dagegen angehen, ihnen
zeigen wo seine Grenzen sind und sie so „in seine Schranken
weisen“.

Dein Freund fühlt sich gekränkt, denn er hat sich so gut er konnte Mühe gegeben ihnen näher zukommen. Seine Vorwürfe zeugen von Hilflosigkeit. Da wird es jetzt erst einmal Deine Aufgabe sein, ihn aus dieser „Schmollecke“ herauszuholen. Vielleicht hat er auch das Gefühl sein Gesicht verloren zu haben, und er weiß jetzt auch nicht wie er sich der Tochter nähern soll, wenn sie ihn mit Unfreundlichkeit von sich stößt. Das mit dem Grenzen aufweisen ist schön und gut. Aber sie haben bei fehlender Vertrautheit die Wirkung von noch größerer Distanzschaffung, als schon vorhanden. Und wenn die Tochter so kränkend reagiert, dann nicht weil es ihr an guter Erziehung mangelt, sondern weil sie sich nicht zu helfen weiß mit einer Situation zurecht zu kommen, die ihr nicht gefällt - sie beißt um sich. Also gilt es doch eher ein Gefühl von „ist alle in Ordnung, keine Gefahr, Mama ist auch für Dich da - trotz Freund“ sprich Vertrautheit zu schaffen, als sie zu schimpfen (bringt nämlich nichts).

Aber irgendwie versteht er das nicht. Er ist der Meinung, daß
es alleine Aufgabe wäre, da es ja auch meine Kinder sind.

Wie gesagt, da sind wohl momentan 2 Fronten: eine Kinderfront und eine Partnerfront. Und Dein Partner weiß nicht, wie er die Distanz überwinden kann. Also mußt Du die Vermittlerin sein. Ich weiß nicht, wie aufgeschlossen Dein Freund für das manchmal komplizierte Strickmuster von Kinderseelen ist, ob Du also mit ihm reden kannst. Aber ich würde zum Beispiel regelmäßig in der Woche einen „Familientag“ gestalten, von der ihr alle was habt: ins Spaßbad gehen, Shoping-Samstag wo jeder sich was Unsinniges kaufen darf, zusammen kochen - Kinder machen Nachtisch, im Wald Hölzer sammeln und etwas basteln, zusammen einen Disney-Film gucken und Tüte Chips leer machen… es gibt genug, was man in Familie tun kann.
Außerdem würde ich die Tochter zoffen lassen. Wenn die Erwachsenen nicht reagieren, dann geht es ins Leere, dem also nicht allzuviel Bedeutung bemessen. Wenn es zu arg wird, würde ich sie für 5 Minuten in ihr Zimmer schicken, sie dann besuchen, und ihr sagen, dass ihr Benehmen scheußlich ist. Dabei nicht viele Worte verwenden. Es kommt auf die Gesten an: zurückweisen, sie in Stille lassen, zurechtweisen, in den Arm nehmen (hab dich trotzdem lieb).

viele Grüße
Claudia

Moien!

Doch meine Tochter dreht seit dem auch irgendwie durch. Sie
benimmt sich als hätte sie nie eine Erziehung genossen,
schmeisst mit Schimpfworten um sich und betitelt auch meinen
Partner mit solchen.

Deine Tocher sieht vermutlich einen direkten Konkurrenten um deine „Gunst“ in deinem Partner und versucht so ihn bei dir schlecht zu machen

Er wiederum unterstellt mir ich hätte den beiden nie
beigebracht Respekt vor Erwachsenen zu haben, aber so hab ich
die Beiden auch noch nie erlebt.

Es wird für euch alle am Anfang nicht unbedingt leicht und daß muß auch dein Partner akzeptieren…sonst ist er eh der „Falsche“ für eine Frau die schon Kinder hat…

Ich hab ihm gesagt, er soll selber dagegen angehen, ihnen
zeigen wo seine Grenzen sind und sie so „in seine Schranken
weisen“.

Für dein Kinder bist du die Chefin und er hat derzeit „nichts zu sagen“. Von daher liegt es zu allererst an Dir den Kindern ihre Grenzen aufzuzeigen. Natürlich muß er das auch machen, doch was er sagt werden deine Kinder nicht akzeptieren, bevor du es ihnen nicht klar gemacht hast! Du mußt deine Kinder KLAr in die Schranken weisen und Ihnen klar machen, daß er jetzt auch was zu sagen hat und halt in der Beziehung (nicht direkt am Anfang, aber auf Dauer…) gleichberechtigt ist mit Dir.

Aber irgendwie versteht er das nicht. Er ist der Meinung, daß
es alleine Aufgabe wäre, da es ja auch meine Kinder sind.

Wenn er diese Einstellung hat und dabei bleibt, dann kann ich nur empfehlen, die Beziehung direkt zu beenden. Was soll denn das für eine Beziehung werden, wo ihr im Prinzip zwei Familien seid (du und er + du und deine Kinder)???

Mache ihm SEHR deutlich, daß du nur MIT deinen Kindern zu haben bist und das mit voller Konsequenz, d. h. als „richtige“ Familie!

Bernd

Mache ihm SEHR deutlich, daß du nur MIT deinen Kindern zu
haben bist und das mit voller Konsequenz, d. h. als „richtige“
Familie!

Genau davor möchte ich warnen.

Es wäre vollkommen falsch, in der erst zwei Monate alten Beziehung das vorhandene Problem in den Mittelpunkt zu stellen oder gar zum Gegenstand eines Ultimatums zu machen.
Hier soll weder ein Waffenstillstand noch ein Firmenzusammenschluß, sondern eine Familie entstehen.

Gruß
Wolfgang Berger

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Hallo Corinna,
Du schreibst Du hast Deine Kinder 2,5Jahre aus Deinem Privatleben 'rausgehalten.Das sind 130 Wochen in denen Deine Kinder Deine ungeteilte Aufmerksamkeit hatten.
Und was erwartest Du jetzt nach 8 Wochen?
Die Kinder sollen jetzt mit der „halben“ Mutter zufrieden sein?
Dein Partner soll plötzlich Erzieher sein?
Und was passiert mit Dir? Du stehst in der Mitte,und versuchst im besten Falle Dich zu verdoppeln.
Damit ist natürlich jeder von Euch überfordert.
Macht mal langsam.Dein Partner sollte nicht negativ über Deine Erziehung urteilen,sondern Dich ünterstützen.
Ich wünsche Euch die Fähigkeit,das Problem mit den Augen Deiner Kinder zu betrachten.
Bevor!!! garnichts mehr geht sucht professionelle Hilfe.

Schöne Grüße
Andreas

Hallo C.,

Wo ist der Vater? Vielleicht kommt ihm in der neuen Situation auch eine erweitere Rolle zu?

Alles Gute wünscht
Michael