Hallo an alle Linguisten und ähnliche,
eine Frage, die mich wirlich schon lange beschäftigt:
Schreibe ich nun eigentlich eine Bewerbung mittels der neuen Rechtschreibregeln oder beziehe ich mich auf die alte? Immerhin schreibt ja Schleswig Holstein und die FAZ noch mit der alten Schreibweise und ehrlich gesagt kenne ich mich mit der neuen auch nicht so richtig aus. Wohin wird der Trend gehen? Werden wir zukünftig überhaupt keine Rechtschreibregeln mehr haben, sondern allenfalls Empfehlungen und jeder kann schreiben, wie ihm der Schnabel gewachsen ist? Ich bin über jede Antwort oder auch Links dankbar. Mit freundlichen Grüßen aus Dresden, Sebastian
Lieber Sebastian,
rein privat kannst Du auch weiterhin schreiben, wie Dir gerade zumute oder Dein Schnabel gewachsen ist.
Beruflich gesehen würde ich mich aus rein taktischen Gründen (FAZ et al. hin oder her) tendenziell eher an die neue Rächt-schraib-räform halten. Zwingend ist dies, wenn Du Dich als Sekretär bewirbst; gehört offiziell-korrektes Schreiben hier doch zum Handwerk. In anderen Berufen wird man Dir eine Nicht-Anpassung von offizieller (Personal-)Seite aus schon eher nachsehen…
Meint Anne,
die persönliche Anreden wie „Du, Dir, Dich“ auch weiterhin meist großschreiben (sic!) wird…
[ot] Zahnspangendeutsch?
Hi Anne,
Du schreibst
Rächt-schraib-räform
bestimmt nicht ohne Grund. Ich höre immer öfter junge Leute so sprechen („komm här“, „aba gääne“) und frage mich, wo sie das lernen. Dann fällt mich der Gedanke an, das könnte an den Zahnspangen liegen („Kindchen, mach den Mund auf!“); wenn die Spangen dann raus sind, bleibt’s bei der Zwangshaltung. Kann das sein?
Gruß Ralf
Servus Ralf,
ich habe damit eher ein à propos machen wollen auf ein satirisches Büchlein zum Thema Rechtschreibung — hatte aber den Titel leider falsch memoriert. Korrekt geschrieben lautet er „Rächt-Schraip-Rephorm“.
Ein Rachwerk (sic!)…
Gruß, Anne