Hallo Matthias,
-Bekommt man in dieser Preisklasse (ca. 500€)auch Geräte die
Filme mit einer Länge von 3 Minuten aufnehmen können?
Eher nicht. Das Problem ist, dass ein Film eine sehr hohe Datenrate hat. Das schaffen normale Speicherkarten nicht - mit Ausnahme von den teuren Hochgeschwindigkeitskarten. I.d.R. sind Digitalkameras so programmiert, dass sie den Film zuerst im wenige MB umfassenden internen Speicher ablegen und erst nach der Aufnahme auf die Speicherkarte schreiben. Deswegen sind die Kapazitäten bei den meisten Kameras auf ca. 30 Sekunden begrenzt.
Einen anderen Weg geht Sony mit MPEG-EX, hierbei wurde die Datenrate erheblich reduziert, da weniger Bilder pro Sekunde aufgenommen werden. Die Aufnahmedauer ist dadurch nur noch durch die Größe des Memory-Sticks begrenzt. Aber ganz ehrlich, ich würde das Ergebnis nicht mehr als Film sondern als deutlich erkennbare Einzelbidfolge bezeichnen - 15 Bilder/sek. sind einfach zu wenig.
-Bluetooth: wird dieser Standard auch kurzfristig in Kameras
eingesetzt werden?
Ich denke man sollte darauf nicht mehr verzichten,wenn man es
sich leisten kann,oder? Ich stelle mir vor, das der
Datenaustausch so einfacher von der Hand gehen wird
Wäre sicher wünschenswert, da könnte dann endlich das lästige Verkabeln entfallen. Leider gibt es im Preisbereich unter 1.000 Euro noch überhaupt keine Anzeichen, dass so etwas in nächster Zeit verbaut wird.
-sind Auflösungen von 2 Megapixel gut für Fotos der Größe
10x15
Kommt darauf an, welche Qualitätsanforderungen du an das Foto stellst. Für den Normalgebrauch ist diese Auflösung meiner Meinung nach voll ausreichend. Ich habe schon Fotos von einer 3 Megapixel Kamera (Canon G1) auf Din-A4 Format gesehen, da muss man wirklich genau hinschauen um - wenn überhaupt - einen Unterschied erkennen zu können.
-Ist der Autofocus bei digitalen Kameras wirklich so langsam??
Ja, ist er. Ab und zu kann er auch mal das „Ziel“ verfehlen.
-Was ist das für ein Speichermedium CF-2
Die größere Variante vom normalen CF-Standard. Wird hauptsächlich vom IBM Microdrive verwendet. Die normalen Flash-Speicherkarten in CF-2 Bauweise sind sündhaft teuer.
-Welche Farbtiefe ist empfehlenswert? 24Bit oder sind 30 bit
doch eher zu empfehlen?
30 Bit Farbtiefe bei dem Bildwandler sind eigentlich weit verbreitet - ab und zu sogar mehr. Das Foto wird im Nachhinein auf 24 Bit heruntergerechnet (JPG Obergrenze).
Viele verbinden eine hohe Farbtiefe mit einem besseren Verhalten des Bildwandlers bei starken Hell-Dunkel Übergängen. Das kann ich aber so nicht bestätigen, es kommt auch auf die interne Signalverarbeitung der Kamera an. In der Praxis gibt es 30 Bit Modelle, die einen höheren Dynamikumfang besitzen als 36 Bit Modelle.
-was kann ich mir unter einem manuellen WEißabgleich
vorstellen?
Nun, das hängt mit der sog. Farbtemperatur zusammen. Das weisse Licht besteht ja eigentlich aus einer Mischung der Grundfarben. Und dieses Mischungsverhältnis hängt von der verwendeten Lichtquelle ab. So hat Tageslicht eine ganz andere Farbtemperatur als z. B. eine Glühbirne. Das Menschliche Auge erkennt den Unterschied normalerweise nicht, da das Hirn sozusagen einen „automatischen Weissabgleich“ durchführt. Ein weisses T-Shirt ist für uns auch im Glühbirnenlicht weiss.
Eine Kamera hat’s da schon etwas schwieriger. Das kannst du erkennen, wenn du eben so ein weisses T-Shirt mal bei Kunstlicht fotografierst und dir danach das Ergebnis anschaust - es wird einen deutlichen Farbstich aufweisen.
Hier kommt der manuelle Weissabgleich ins Spiel. Du zeigst der Kamera regelrecht was unter den gegebenen Beleuchtungsbedingungen Weiss ist und sie stellt sich darauf ein. Das machst du z. B. mit einem weissen Blatt Papier das du vor die Kamera hälst und dann den man. Weissabgleich betätigst.
Gruss
Martin