Neue Elektrik und/oder neue Rohre legen?

Hallo,

woran erkennt man, ob die Rohre und die Elektrik in einem Haus erneuert werden müssen? Baujahr 1956, bisher keine Probleme bekannt.

Die Lichtschalter und die Steckdosen zu tauschen, ist ja schnell gemacht. Aber woran erkenne ich, ob die Kabel in den Wänden auch neu verlegt werden müssen? Ist das immer ein Bauchgefühl, oder gibt es „harte“, also „messbare“ Kriterien dafür? (Kabel sind mit Kunststoff isoliert.)

Genauso bei den Wasserrohren -> Bauchentscheidung, oder ist nach 50 Jahren und vor dem Einzug eine Renovierung immer angesagt?

Liebe Grüße und herzlichen Dank

Kay

Moin,
der Kabelkram ist 50 Jahre alt.
Überleg mal selbst, was sich in der Zeit verändert hat.
E Herd, Waschmaschine,Trockner usw gab es noch nicht.
Die Stripperei ist also dafür nicht ausgelegt.
Insbesondere die Sicherungen werden etwas dünn sein. Was ist mit FI Schalter, gibbet wahrscheinlich nicht. Schutzmaßnahme Erdung ist wohl nur ein Gedanke.
Also raus damit und zwar restlos.
Bei den Rohren ist es auch so.
Ich denke da an jemanden, der im ähnlichen Fall meinte,mach ich dann wenns nötig ist. Hat nicht lange gedauert. Dann wars nötig.
Stell Dir so eine Aktion mal in einem voll eingerichtetem Haus vor.
Es war ein Erlebnis, daß ich nicht bei mir haben möchte.

Nur mal so als Gedankenhilfe
Gruß
Dirk m.

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Hallo, Kay.

Aber woran erkenne ich, ob die Kabel in den
Wänden auch neu verlegt werden müssen? Ist das immer ein
Bauchgefühl, oder gibt es „harte“, also „messbare“ Kriterien
dafür? (Kabel sind mit Kunststoff isoliert.)

Harte und messbare Kriterien kann Dir ein Elektriker geben. Du könntest einen E-Check machen lassen. Das ist so etwas wie TÜV für elektrische Anlagen und es gibt auch eine Prüfplakette.

Normalerweise ist es aber unproblematisch, solche bestehenden Anlagen weiterhin unverändert in Betrieb zu belassen.

Die Gefahr, bei Beauftragung eines E-Checks an ein schwarzes Schaf zu geraten, ist natürlich gegeben. Vielleicht hast Du ja zufällig einen Elektriker im Bekanntenkreis, der eventuell bereit wäre, diese Aufgabe zu erledigen.

Viele Grüße
Carsten

O.T. was ist ein E-Check?

Harte und messbare Kriterien kann Dir ein Elektriker geben. Du
könntest einen E-Check machen lassen. Das ist so etwas wie TÜV
für elektrische Anlagen und es gibt auch eine Prüfplakette.

Hallo Carsten,
was genau wird da gemessen? Widerstand Wand zur Leitung?
Und bei den Rohren, ich gehe mal von Waser- und Gasrohren aus, wie lange halten die dsenn grundsätzlich.
Ich bin in dem Metier nicht tätig deshalb kann es sein dass die Vorschrift schon länger gilt, jedenfalls bekam ich erst vor kurzem mit dass Installateure ihre Kupferrohre die Unterputz liegen mit Filz umwickeln, weil angeblich ohne Umwicklung die Rohre nicht so lange halten.
Da würde ich auch sehr gerne Zahlen haben, nach welchen Jahrzehnten werden Rohre undicht die umwickelt sind bzw halt nicht.
Was ist mit den früher verlegten Leitungen aus Blei oder sonstwas.
Fragen über Fragen :smile:
Gruß
Reinhard

Die Lichtschalter und die Steckdosen zu tauschen, ist ja
schnell gemacht. Aber woran erkenne ich, ob die Kabel in den
Wänden auch neu verlegt werden müssen? Ist das immer ein
Bauchgefühl, oder gibt es „harte“, also „messbare“ Kriterien
dafür? (Kabel sind mit Kunststoff isoliert.)

Also oberflächliche Kosmetik ist nun bei Elektro nun gar nicht angesagt…

… also bau mal nach dem Zufallsprinzip im Haus die eine oder andere Steckdose heraus - wenn dir da die Farbe rot oder grau bei den Kabeln entgegen springt dann ist das alter Kram. Schau auch gleich einmal nach ob überhaupt drei Adern ankommen - damals wurde auch noch „kassisch genullt“ - das heisst der Nullleiter wurde gleichzeitig als Erdung benutzt. Dann schau dir mal deinen Sicherungskasten an - nimm mal die Küche as Beispiel:

-eine Sicherung Küche allgemein
-drei Sicherungen Herd bei 400V
-eine Sicherung Mikrowelle

…so als Minimum

Ziel erreicht?

…und so wird es wohl weitergehen - oder mach einfach einen Elektrocheck - das Ergebnis wird ernüchternd sein. Lieber gleich radikal und dann für die nächsten Jahre Ruhe.

Gruss Keuper

Hallo Kay,

woran erkennt man, ob die Rohre und die Elektrik in einem Haus
erneuert werden müssen? Baujahr 1956, bisher keine Probleme
bekannt.

Damals waren die ANforderungen an den Strom^verbrauch noch recht gering:
In jedem Raum 1 bis 2 Lampen und ein Radio …
Dareichten 6A (1.3kW) für 3 Räume längtens aus.
Heute benötigt alleine der Staubsauger schon locker 2kW…

Wenn du aber höher absichern willst (heute sind 16A mittlerweile üblich), benötigst du dickere Drähte. Dickere Drähte benötigen aber auch dickere Rohre, besonders wenn noch ein Schutzleiter zusätzlich ins Rohr muss …

Soweit ist es eine Frage des Komforts.

Was die Sicherheit angeht, steht sicher ein FI (Fehlerstromschutzschalter) mindestens für Feuchträume (Bad, Küche, evtl. Keller) und den Aussenbereich ganz oben auf der Liste. Die ist aber nur machbar, wenn der Schutzleiter separat geführt ist.

Auch eine alte Gewebeisolation würde den heutigen ansprüchen noch genügen, solange sie trocken bleibt und keiner die Drähte bewegt.
Aber schon das Auswechseln einer Steckdose führt dann gerne zu einem Rattenschwanz:
Wenn man die Drähte bewegt, zerbröselt die Isolation, also wechselt man die Drähte aus. Dann sind aber noch die Schrauben der Porzelanklemmen so stark korrodiert und festgehockt, dass die Abzeigdose auch gleich ersetzt werden muss, hier hast du dann wieder das Problem mit der Isolation der anderen Drähte … am Ende hast du dann die ganzen Leitungen bis zur Hauptverteilung ausgetauscht …

Fazit:
Wenn du alles so lässt wie es jetzt ist, auch die Steckdosen und Schalter, kannst du die bestehende Anlage noch belassen wie sie ist.
Willst du aber Änderungen vornehmen und bist eh gerade am Renovieren, dann mach alles gleich neu incl. neuer Rohre mit grösserem Querschnitt. Wenn du dann schon dabei bist legst du dann auch gleich noch Leerrohre für spätere Erweiterungen (LAN, Telefon…).

MfG Peter(TOO)