Neue Energiequelle entdeckt?

Hallo,

Ich glaube, ich habe eine neue Wunder-Energiequelle entdeckt…
Denn: Messe ich an einer Black Box die Dämpfung und erhalte einen negativen Messwert, handelt es sich bei der Box wohl um Verstärker.
Messe ich also mit einem Multimeter einen Widerstand und erhalte einen negativen Wert, muß es wohl eine Energiequelle sein! Ich kann Energie aus einem blanken Draht erzeugen!

Nee, Spaß beiseite, mir ist folgendes passiert und ich habe keine Idee, wieso:
Um an einer Elektro-Unterverteilung auf einem Hausdach zu prüfen, ob der Blitzschutz bis in die Erde hinuntergeht, klemme ich von der Zuleitung den PE-Leiter ab. Anschließend messe ich mit dem Multimeter zwischen dem PE-Leiter der Zuleitung und der PAS auf dem Dach den Widerstand über die Schleife PAS-Blitzschutz-Erdung-Erdung Zuleitung-PE-Leiter. Typischerweise sind das Werte um 1 Ohm.

Jetzt habe ich aber bei einer Messung als Ergebniss den Wert -8 Ohm erhalten!!! Vertausche ich die Messleitungen, erhalte ich +8Ohm. Ok, erste Idee: Fremdspannung auf der Leitung, aber sowohl Gleich- als auch Wechselspannung > 1mV. Das Messgerät ist ein Fluke 111, relativ neu, hat diesen Effekt vorher noch nie gebracht und auch seit dem kein zweites mal.

Kann ich jetzt zum Patentamt rennen und die Weltenergiesorgenlösung anmelden, oder hat jemand eine Erklärung???

Danke!

Sven
*irritiert*

Moien

Ich tippe schwer auf einen galvanischen Effekt. Sind da mehre verschiedene Metalle im Spiel ?

cu

Hallo Sven,

Jetzt habe ich aber bei einer Messung als Ergebniss den Wert
-8 Ohm erhalten!!! Vertausche ich die Messleitungen, erhalte
ich +8Ohm. Ok, erste Idee: Fremdspannung auf der Leitung,

Natülich, so wird es auch gewesen sein.

aber
sowohl Gleich- als auch Wechselspannung > 1mV. Das
Messgerät ist ein Fluke 111, relativ neu, hat diesen Effekt
vorher noch nie gebracht und auch seit dem kein zweites mal.

Da Digitalmultimeter aus Stromspargründen oft mit einem relativ kleinen Meßstrom arbeiten, sind auch die Meßspannungen recht gering. Da können Fremdspannungen im µV-Bereich durchaus Fehlmessungen in dieser Größenordnung verursachen. Solche Fremdspannungen können durch galvanische Elemente oder Thermospannungen entstehen.

Jörg

Hi!

Nee, Spaß beiseite, mir ist folgendes passiert und ich habe
keine Idee, wieso:
Um an einer Elektro-Unterverteilung auf einem Hausdach zu
prüfen, ob der Blitzschutz bis in die Erde hinuntergeht,
klemme ich von der Zuleitung den PE-Leiter ab. Anschließend
messe ich mit dem Multimeter zwischen dem PE-Leiter der
Zuleitung und der PAS auf dem Dach den Widerstand über die
Schleife PAS-Blitzschutz-Erdung-Erdung Zuleitung-PE-Leiter.
Typischerweise sind das Werte um 1 Ohm.

Jetzt habe ich aber bei einer Messung als Ergebniss den Wert
-8 Ohm erhalten!!! Vertausche ich die Messleitungen, erhalte
ich +8Ohm. Ok, erste Idee: Fremdspannung auf der Leitung, aber
sowohl Gleich- als auch Wechselspannung > 1mV. Das
Messgerät ist ein Fluke 111, relativ neu, hat diesen Effekt
vorher noch nie gebracht und auch seit dem kein zweites mal.

Kann ich jetzt zum Patentamt rennen und die
Weltenergiesorgenlösung anmelden, oder hat jemand eine
Erklärung???

Die Widerstandsmessung ist im Messgerät intern Niederohmig, deshalb bei Deinen geringen Potentialverschiebungen ein ± Wert.

Die darrauffolgende Spannungsmessung ist aber Hochohmig (bei billigeren Messgeräten nicht ganz so wie’s soll), reicht aber nicht, um Dir diese geringe Potentialverschiebung anzuzeigen.

Mess den Widerstand (wenn möglich) lieber mit 'nem Profitest100.
Der führt eine Belastete Widerstandsmessung durch, d.h. das Gerät belastet den Leiter mit einem Strom und kontrolliert diesen.

Bei dieser Messung würde z.B. ein schlechter Kontakt direkt auffallen, mit einem normalen Ohmmeter nicht.

Grüsse
Andre

Weitere Nachfrage
Hallo,

ok, doch kein Nobelpreis, aber so nähern wir uns der Sache. Danke schon einmal.

Ich nahm immer an, die Prüfspannung wäre in der Größenordnung der Multimeter-Batteriespannung. Wenn sie aber nur im Milivolt-Bereich liegt, kann ich mir schon eher einen Fremdspannungseinfluß vorstellen, denn die gemessene Leiterschleife geht im Haus runter, über die Hausverteilung, den Fundamenterder und den Blitzableiter außen wieder 12 Stockwerke hoch, da sind einige Kontakelemente Kupfer/Eisen dabei, Möglichkeiten für induktive Einkoppelung etc. pp.

Was ich jetzt aber noch nicht ganz verstehe: Der Betrag des angezeigten Widerstandes blieb bei beiden Polungen näherungsweise gleich. Eine Fremdspannung, die die Messspannung im ersten Fall so überlagert, daß der Messstrom „in die falsche Richtung“ geht, was zu einer negativen Widerstandsanzeige führt, müßte doch im zweiten Fall, bei vertauschten Prüfspitzen, den Messwert in die andere Richtung beeinflußen.
Kann mir das noch jemand erläutern?

Danke

Sven

Hallo Sven

Ich nahm immer an, die Prüfspannung wäre in der Größenordnung
der Multimeter-Batteriespannung

Damit wäre eine geprüfte LED schon durchgebrannt

Wenn sie aber nur im
Milivolt-Bereich liegt, kann ich mir schon eher einen
Fremdspannungseinfluß vorstellen, denn die gemessene
Leiterschleife geht im Haus runter, über die Hausverteilung,
den Fundamenterder und den Blitzableiter außen wieder 12
Stockwerke hoch, da sind einige Kontakelemente Kupfer/Eisen
dabei, Möglichkeiten für induktive Einkoppelung etc. pp.

nein, induktive Einkopplung etc. scheidet langfristig aus. Höchstens im Wechselspannungsbereich. Der einzige Effekt sind Thermoelement.

Diese bestehen aus 2 Leitungen zweiter Metalle, die an einer Stelle verbunden sind. An den anderen Enden stellt sich dann eine Spannung ein, wenn die Temperatur zwischen Verbindungsstelle und Kabelenden unterschiedlich ist. Eine Einfache Klemmstelle, wo z.B. mit Kupfer zwei Eistenstangen verbunden werden, macht keine Thermospannung

Was ich jetzt aber noch nicht ganz verstehe: Der Betrag des
angezeigten Widerstandes blieb bei beiden Polungen
näherungsweise gleich.

8 und - 8 Ohm

Eine Fremdspannung, die die
Messspannung im ersten Fall so überlagert, daß der Messstrom
„in die falsche Richtung“ geht, was zu einer negativen
Widerstandsanzeige führt, müßte doch im zweiten Fall, bei
vertauschten Prüfspitzen, den Messwert in die andere Richtung
beeinflußen.

Genau:
Normalwert: 1Ohm
durch Thermospannung erzeugt: -7 und +9 Ohm
durch rundungs- und Messfehler fehler angezeigt: -8 und 8 Ohm

Gruß
achim