seit geraumer Zeit bemerke ich, dass in der Medienwelt die englische Sprache einem seltsamen Wandel in Wort, Schrift und Grammatik unterliegt. Irgendwie ein Rückkehr in eine Babysprache. Hier zwei Beispiele aus einer Internetsite, wo Privatleute Bilder reinstellen und auch mit Kommentaren versehen können - irgendwie recht krude, was da steht, oder?
versehen können - irgendwie recht krude, was da steht, oder?
Lies doch mal Kommentare von Amis bei Utube. George Carlin rulez! ist da völlig harmlos. Das muss man mit viel Verständnis von Slang ausdrücken sich vorlesen um auch nur andeutungsweise zu wissen was da jemand will.
Dass da die Grakkamit vfdA ist (It can has Poland), ist da nur noch eine Randerscheinung, aber das konnte W auch schon nicht (Suchtstichwort: Bushism).
aktive Sprachen sind einem ständigen Wandel unterworfen. Neue Worte entstehen, andere verschwinden. Wer vor 50 Jahren eine Sprache lernte und nie wieder in das Land reiste, wird durch ein veraltetes Vokabular auffallen. Der Hintergrund von Gruppen und unterschiedliche Verwendung prägen den Gebrauch, wie etwa bei HipHop, Pidgin-Englisch usw.
Schon vor vielen Jahren wurde Amerikanisch etwas vereinfacht, statt der englischen Endungen -our heißt es in amerikanisch -or u.v.a.m. Eine amerikanische Änderung scheint sich aber nicht durchgesetzt zu haben, die Vereinfachung von night, light zu nite, lite, letzteres wird allenfalls in Werbesprüchen eingesetzt.
SMS dürfte hier auch einen Einfluß haben, der noch für viele Überraschungen gut sein mag und natürlich bewußt kreative Verfälschungen, die sich durchsetzen mögen oder auch nicht. Und das betrifft selbstverständlich auch die Grammatik.
Außerdem ist Englisch ohnehin keine Sprache
sondern die sprachliche Widerspiegelung eines kranken Geisteszustands, historisch gewachsen und verfestigt.
nichts lag mir ferner, etwas zu diskriminieren, ich will ja weder „politisch ausgesprochen unkorrekt“ noch „ausgesprochen politisch unkorrekt“ sein.
Aber „hätz, getz, lolloz, itz, nom, pyur“ zusammen mit Steinzeit-Grammatik: da wird man doch wohl mal fragen und Vergleiche anstellen dürfen.
Immerhin weiß ich jetzt, dass es sich um Lolcat handelt und bin mir sicher, dass das früher oder später auch hiesiges Kulturgut werden dürfte, etwa wie „Coffee to go“ und „Sale“.
Hallo ~B
mein Vorwurf von political uncorrectness war nicht so ganz ernst gemeint, wenn auch nicht ganz ohne ernsten Hintergrund.
Aber „hätz, getz, lolloz, itz, nom, pyur“ zusammen mit
Steinzeit-Grammatik: da wird man doch wohl mal fragen und
Vergleiche anstellen dürfen.
Sicher - nur ist ‚Babysprache‘ nicht ganz das passende Vergleichsobjekt. Lolcat ist eher ein (synthetisches) Pidgin und wird daher (durchaus treffend) auch als ‚Kitty Pidgin‘ bezeichnet. Meine Bemerkung spielte auf die Diskriminierung der Sprecher von Pidgin-Sprachen an, denen vor allem zu Zeiten des Kolonialismus gerne auch auf Grund ihres ‚inkorrekten‘ Sprachgebrauchs kulturelle Inferiorität unterstellt wurde. Dabei wurde natürlich übersehen, dass Pidgin-Sprachen typische Zweit- und Verkehrssprachen sind, die ihre eigenen grammatikalischen und lexikalischen (und ggf. auch orthografischen) Regeln entwickeln.
Insofern ist Lolcat ein durchaus interessantes Kulturphänomen und abgesehen von seinem speziellen Pidgin-Charakter durchaus vergleichbar mit anderen synthetischen Sprachen wie tlhIngan Hol (Klingonisch) oder Tolkiens Elbensprachen - wenn auch durch seine Verwandtschaft mit dem Standardenglisch sehr viel leichter zu erlernen. Dass es sich nicht um eine Babysprache handelt, sondern um eine Sprache die durchaus auch geeignet ist, komplexen Inhalten Ausdruck zu geben (wobei man gewiss über den Grad der Angemessenheit streiten könnte), sollte der Hinweis auf die Bibelübersetzung verdeutlichen.
meine „Retourkutsche“ war auch nicht bierernst gemeint. Ich habe halt als berufsbedingt tagtäglicher Benutzer der englischen Sprache in Wort und Schrift und als angehender Oldtimer (BJ 1957) so meine Probleme mit Pidgin-Verfremdungen dieser Sprache. Klar, jede Sprache ist ein lebendiges Objekt und unterliegt stetigem Wandel, aber mir persönlich stößt konkret diese Entwicklung (Lolcat) auf, weil das für meine Augen und Ohren einfach eine Verhunzung ist. Zeitgeist und Sprachentwicklung hin oder her.
Na ja, ist halt meine höchst subjektive Wahrnehmung dieses Phänomens, möglicherweise politically incorrect und hinter dem Mond, aber isso… ,-)
~B
P.S.: Für alle, die es jetzt in den Fingern juckt, eine Antwort zu schreiben - das „isso“ steht mit Absicht! *g*