Hallo,
Weiter angenommen, dieser Jemand ist da so reingerutscht und
hat keine Ahnung, gerade von Datenschutz und wie es alles so
heisst.
Dann sollte er mit dem AG Weiterbildungsmaßnahmen (z. B. Besuch von entsprechenden Seminaren für Führungskräfte; oder hausinterne Schulung,wenn mehrere Führungskräfte in ähnlicher Situation) vereinbaren, damit er das lernt. Sonst droht fortlaufender Ärger mit Mitarbeitern und Betriebsrat
Er würde z.B. allgemein gern hinterfragen, für welche
Tätigkeiten die Arbeitszeit seiner Mitarbeiter so drauf geht,
weil er vermutet, dass relativ viel „artfremdes“ geleistet
wird, ohne dass es publik gemacht wird. Dies widerum hat zur
Folge, dass Außenstehende glauben, dass dort „Däumchen gedreht
werden“.
Ist es erlaubt, abzufragen, zu speichern und auszuwerten,
welcher Mitarbeiter was, wann und für wen gemacht hat?
Im Prinzip ja, aber nicht im Alleingang. Ggf. hat da der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG. Selbst wenn dies nicht der Fall ist, sollte er zumindest informiert werden.
Im Übrigen würde ich ein anderes Vorgehen in Erwägung ziehen. Ich würde mit jedem Mitarbeiter (wenn es zu viele sind, mit den Gruppen/Abteilungsleitern) Gespräche führen und mir die Aufgaben schildern lassen, die dort gerade bearbeitet werden. Und das Ganze dann über vereinbarte Zwischen- und Endtermine steuern. Der Mitarbeiter muss über Zwischen- bzw. Endergebnisse berichten (z. B. in einem Wochengespräch der ganzen Abteilung zu einem fixen Termin, Thema: Was wurde diese Woche erledigt und was steht nächste Woche auf der to-do-Liste). Das kann eine zu vereinbarende Zahl zu erledigender Routinevorgänge, genau so aber auch ein besonderes Projekt sein. Und der Mitarbeiter muss sich rechtzeitig mit Begründung melden, wenn er einen Termin nicht einhalten kann.
Wie kann der Mitarbeiter vermeiden, hier Fehler zu machen,
bzw. wie und wo wird Wissen für diese Fragestellungen kurz und
kompakt vermittelt?
Da gibt es eine Vielzahl von Anbietern, die in den Unternehmen meist bekannt sind. Da kommen jeden Tag auch Dutzende von Prospekten in den Unternehmen an. Kollegen mal fragen, wer wo zu dieser Thematik schon mal zur Schulung war, und wie die Qualität der Maßnahme beurteilt wird. Wenn nicht, mal beim Arbeitgeberverband oder sonstigen Verbänden der jeweiligen Branche nachfragen.
Gruß
Zemionow