Neue Hausinstallation

Guten Tag,

wir renovieren gerade unser Haus und möchten dabei von WLAN auf kabelgebundenes Netzwerk umsteigen. Da die Kabel außen am Haus unter die Isolierung verlegt werden sollen, soll das ganze möglichst zukunftssicher sein.
Derzeit haben wir eine FritzBox 7170, die ich auch erst einmal gerne - wenn möglich, kein Muss - weiterverwenden möchte. Sie soll ins EG umziehen und als Startpunkt des Netzwerks dienen. Muss von dort das Netzwerk zu jeder einzelnen Dose sternförmig sein oder reicht z.B. eine Leitung pro Stockwerk, die dann zu den verschiedenen Dosen geschleift wird? Beim reinen Stern: Müssen dann zu einer Doppeldose auch zwei Leitungen oder reicht eine?
Derzeit habe ich verstanden, dass Cat.5e für Dosen ausreicht. Oder soll ich besser Cat. 6 verwenden (gleicher Preis im Katalog)?
Was ist bei den Leitungen zu beachten auch um zukunftssicher zu sein?
Habt Ihr sonstige Tipps/Erfahrungen?

Vielen Dank schon jetzt für Eure Antworten?

Viele Grüße, RaCMa

Muss von dort das Netzwerk zu jeder einzelnen Dose sternförmig
sein

Ja.

oder reicht z.B. eine Leitung pro Stockwerk, die dann zu
den verschiedenen Dosen geschleift wird?

Nein.

Beim reinen Stern:
Müssen dann zu einer Doppeldose auch zwei Leitungen oder
reicht eine?
Derzeit habe ich verstanden, dass Cat.5e für Dosen ausreicht.

Eine Leitung = 8 Adern = 1x Gigabit. Es gibt Doppeldosen, da müssen dann auch 2x 8 Adern hin.

Oder soll ich besser Cat. 6 verwenden (gleicher Preis im
Katalog)?

Ja. Netzwerke werden nicht langsamer, und wenn man sich schon die Arbeit macht…
Cat6/7 sind meist PIMF-kabel und richtig kacke zu verarbeiten an den Dosen, aber da muss man halt durch…

Was ist bei den Leitungen zu beachten auch um zukunftssicher
zu sein?

Nichts. Was die Technik in 15 Jahren so verlangt, wissen nur die Götter…

Habt Ihr sonstige Tipps/Erfahrungen?

Lass das Auflegen (Anschließen der Dosen) jemanden machen, der das schon mal gemacht hat…

Hi

Habt Ihr sonstige Tipps/Erfahrungen?

Nur als kleine Ergänzung zu dem anderen Beitrag, der völlig richtig ist.
Teste die Verkabelung bevor du die Wände schließt, beim ziehen kommt es ab und zu zu Kabelbrüchen, die Wand wieder aufreißen ist dann blöd.

Ruhig an die Zukunft denken, Fernseher haben fast alle schon Ethernet-Anschluss, Musikanlagen auch schon viele. Telefon wird evtl. auch mal auf VoIP umgestellt, dann möchte man vielleicht mal einen Netzwerk-Drucker direkt anschließen. Also ruhig auch dort in der Nähe eine Dose setzten, wo noch kein Rechner steht, aber solche Geräte kommen könnten.
(Ich hatte in der Wohnung meiner Eltern damals auch eine Netzwerkdose installiert gehabt, jetzt zieht mein Vater immer Kabel von der Dose zum Fernseher quer übers Wohnzimmer…)

Gruß,
Andreas

Denkanstoß/Diskusionsbeitrag (ich möchte nicht verunsichern)

ich hatte da mal eine ähnliche Installation in München umzubauen. Wegen der baulichen Gegebenheiten waren die LAN Kabel zwischen den Stockwerken ebenfalls außen am Haus in Rohre verlegt worden. Erst Kunststoff, später Metallrohre.

Resultat in beiden Fällen: ständige Schäden an Netzwerkkomponenten nach Gewittern/Blitzschlägen in der Nachbarschaft. Offensichtlich fangen sich die LAN Kabel leicht irgendwelche Überspannungen aus der Luft ein.

Umstellung der Außenstrecken auf Glasfaser hat geholfen.

Ob das schlechte Verhalten gegen Luftspannungen unvermeidlich, oder auf schlechte Ausführung der LAN Kabelinstallation (fehlender Blitzschutz/Erdung) zurückzuführen war kann ich nicht sagen, aber seither klingelt bei mir bei „Kabel außen verlegen“ immer eine Alarmglocke.

Armin.

Resultat in beiden Fällen: ständige Schäden an
Netzwerkkomponenten nach Gewittern/Blitzschlägen in der
Nachbarschaft. Offensichtlich fangen sich die LAN Kabel leicht
irgendwelche Überspannungen aus der Luft ein.

Ermm… eher weniger. Zumindest dann nicht, wenn die Kabel korrekt verlegt und die Erdungen angeschlossen sind. PIMF-Kabel sind so gut geschirmt, daß wohl nur ein direkter Einschlag etwas schädigen könnte. Bei billigen oder alten UTP-Kabel wäre eine Induktion denkbar, aber so etwas verlegt man schon sehr lange eh nicht mehr.
Allerdings wird die Erdung oft falsch oder gar nicht angeschlossen, wobei man bei größeren Installationen auch auf Potentialströme zwischen verschiedenen Hauserden achten muss.

Netzwerkkomponenten sind aber meine Erfahrung nach generell relativ empfindlich was Überspannungen angeht - und die kämen bei Naheinschlägen ziemlich sicher durch - allerdings über die Stromanschlüsse. Da helfen nur gute Blitzschutzsicherungen und USVs mit Trennung.

Also ich hab das vorletzten Monat so gemacht:
Ein Leerrohr mit Durchmesser 8cm innerhalb des Gebäudes vom Keller bis unter das Dach gezogen.
(Kabel außerhalb des Gebäudes halt ich nicht viel, auch weil es scheiße aussieht, aber wenn Du meinst du kriegst das sicher geerdet kannst du das auch außerhalb machen.)

____Dach
/
| ___2.OG
|/
|| ___1.OG Raum 1
||/ __1.OG Raum 2
|||/
|||| __EG
||||/
|||||
8PortSwitch
|
Router

Ich habe nichts durchgeschliffen alles 1:1 verbunden. Also eine Unterputzdose im Raum, Kabel nach unten in den Keller, aus dem Leerrohr raus direkt in den Switch über einen RJ45 Stecker(also keine Unterputzdose im Keller, die Kabel kommen direkt aus dem Rohr.)
Überall habe ich volle 1000MBit.
Ich habe Cat6 Kabel verlegt weil es ja zukunftssicher sein soll.
Ich meine das längste Kabel war knapp 35m lang. Die gesamte Strecke zwischen 2 elektrischen Endgeräten zB Switch bis zum PC darf max 100m lang sein. Die Länge schrumpft noch etwas je nach Qualität der Unterputzdose.

Vorteil des Lehrrrohres sollte klar sein: Man kann später zusätzliche Kabel ggf. sogar Glasfaser oder etwas anderes dass noch nicht existiert durchziehen bzw ersetzen.

Hi,

…Also
eine Unterputzdose im Raum, Kabel nach unten in den Keller,
aus dem Leerrohr raus direkt in den Switch über einen RJ45
Stecker(also keine Unterputzdose im Keller, die Kabel kommen
direkt aus dem Rohr.)

Das ist ein no-go! Verlegekabel sollte man nie für aufgecrimpte Stecker nehmen. Das gibt einfach keine dauerhaft zuverlässigen Verbindung. Irgendwann ist das Kupfer der Massiv-Adern vom Druck der Crimpverbindung weggeflossen und dann reicht eine kleine Bewegung um einen Wackelkontakt zu erzeugen.

Gruß
Stefan

Rrrrrichtig.

Aber Dosen wären auch nicht das gelbe vom Ei: Technisch in Ordnung aber optisch nix und fiese Fummelei.

Relativ günstig (z.B. bei Reichelt oder NWKomp - nicht bei Conrad…) lässt sich ein Patchpanel besorgen, was hier wohl das Mittel der Wahl wäre. Aus der Dose gehen die Kabel in das Patchpanel, und von dort aus per Patchkabel in den Switch.

LG Clemens

P.S: Zum Beispiel:
http://www.reichelt.de/?;ACTION=3;LA=444;GROUP=ECC5;…

Das ist ein no-go! Verlegekabel sollte man nie für
aufgecrimpte Stecker nehmen.

Mal abgesehen davon, daß es fast unmöglich ist. Selbst wenn ich es mal als Notlösung machen mußte, ist das eine unmögliche Frickelei. Verlegekabel sind viel zu starr und zu dick, da gehen die Schutzhülsen nicht mal mit Gewalt drüber…

Mal abgesehen davon, daß es fast unmöglich ist. Selbst wenn
ich es mal als Notlösung machen mußte, ist das eine unmögliche
Frickelei. Verlegekabel sind viel zu starr und zu dick, da
gehen die Schutzhülsen nicht mal mit Gewalt drüber…

Es gibt nichts, was ein entschlossener Laie nicht irgendwie hinbasteln kann. Besonders wenn er meint, dass MÜSSE doch gehen!

Wobei man ja nicht weiß, ob in diesem Falle wirklich Verlegekabel verwendet wurde. Unter Umständen wurden die Stecker auch richtig aufgelegt und auf der anderen Seite dafür Litzenkabel in LSA+ Klemmen gequält…

Ich sage nur: http://thereifixedit.com :wink:

Gruß
Stefan