Hallo Netti,
danke für die Blumen. In der Heiztechnik, insbesondere in den alternativen Energien, liegt mein Spezialgebiet. Das reicht von Regenwassernutzungsanlagen in einer Größenordnung von 150000 Liter, bis hin zu regenerativen Energien. Ich mache also Sachen, über die wenig oder noch gar keine Erfahrungswerte zu Grunde liegen. Das setzt schon ein recht fundiertes Wissen vorraus. Umso mehr enttäuscht es mich, wenn Leute Tipps geben, die vollkommen aus dem Nichts gegriffen worden sind. Ich meine, eine Heizung ist eine Sache, die einen über sehr viele Jahre begleitet. Man muß´ein paar mehr Faktoren in Betracht ziehen, als einen vollkommen unlogischen Wirkungsgrad an den Haaren herbei zu ziehen und den Leuten eine Technik schmackhaft machen, mit der sie schlecht beraten sind.
Noch einmmal kurz zu der Brennwerttechnik, die von einem Schreiber hier in Himmel gelobt wird. Mal abgesehen von dem etwas besseren Wirkunggrad, den man wirklich vernächlässigen kann, unterscheidet sich ein Brennwertgerät ganz erheblich von einem herkömmlichen Gerät. Es beginnt bei dem Matrixbrenner. Er ähnelt einem Katalytbrenner, ist aber auch sehr anfällig, was sich nach einigen Jahren mit einem lauten Knall und einer verbogenen Kesselverkleidung bemerkbar macht. Die Abgase müssen auf Grund der kaum vorhandenen Temperaturunterschiede mit einem Gebläse aus dem Gerät getrieben werden. Dieses Gebläse ist drehzahlgeregelt und arbeitet in direkter Abhängigkeit mit der Gasarmatur. Nur so erzielt man eine Modulation in bestimmten Leistungsbereichen. Allerdings ist diese Gebläse auch ein Stromfresser und es schluckt je nach Ausführung bis zu 300 Watt/h. Jetzt kann sich jeder selbst ausrechnen wieviel Geld ein Brennwertgerät wirklich einspart. Das ist ja immer mein Reden! Man ist in kleinen Leistungsbereichen mit einem herkömmlichen Gerät wirklich besser bedient.
Wenn Du Bedienungsanleitungen schreibst, dann schreib doch bitte mal eine für Gandalf. Er meint doch wirklich, die Verbrennungsluft müsse im LAS in die Brennkammer geführt werden. Das ist natürlich vollkommener Blödsinn Man macht es nur, wenn der Raumluftverbund nicht ausreicht. Ansonsten kann man die Verbrennungsluft auch aus dem Raum/Luftverbund entnehmen.
Ich kann nicht wissen bei welchen Hersteller Du arbeitest, weil es so viele gibt. Jeder versucht sich im Verkauf von Brennwertgeräten und so ist auch eine Menge Schrott auf den Markt gekommen. Im Brennwertbereich setzen wir Viessmann Vitodens und VitoCrossal ein. Andere Produkte sind sicherlich genauso gut, aber es geht uns um die Ersatzteilbevoratung. Es gibt allerdings auch Geräte, da bekomme ich einen halben Herzinfarkt. Fehler haben alle Geräte und das ohne Ausnahme. Sie halten auf keinen Fall solange, wie eine herkömmliche Heizung. Alles was sich dreht und bewegt unterliegt auch einen natürlichen Verschleiß. Ich kann Dir genau sagen, was wann bei welchen Gerät kaputt geht und was es in etwa kostet das Gerät wieder instandzusetzen.
Solar ist schon eine feine Sache, wenn es a: funktioniert und b: man nicht vergißt den Frostschutz ständig zu kontrollieren. Ich weiß nicht mehr wieviele Anlagen ich gebaut habe. Es können 30 oder auch 35 gewesen sein. Die Ausbeute ist leider recht gering und leider hat man in unseren Breitengraden die Sonne nicht zur Verfügung, wenn man sie eigentlich bräuchte. Das zieht natürlich die Energieausbeute nach unten. Trotzdem meine ich wir werden in 10 bis 15 Jahren überhaupt nicht mehr drumherumkommen vermehrt Solarenergie einzusetzen. Ich arbeite gerade daran die Sonnenenergie ganz anders auszunutzen. Meinen Berechnungen zu Grunde könnte das funktionieren, hab aber noch Probleme mit der Speicherung von Wasserstoff. Wir müssen uns etwas einfallen lassen, denn diese Verschwendung, mit der wir alles aus der Erde pumpen und einfach in die Luft blasen kann so nicht weitergehen. Wir stehen in absehbarer Zeit ohne Energie da. Also bleibt nichts anderes übrig, als jetzt damit zu beginnen uns Gedanken über die Zukunft zu machen. Leider ist das nicht so einfach, denn das würde eine Dezentralisierung des Energiemarktes zur Folge haben. Jeder kann sich ausrechnen, wer am wenigsten Interesse daran haben könnte. Es ist der Staat! Er würde komplett die Kontrolle verlieren und somit auch die Einnahmen.
Im Übrigen ist es immer richtig die Vorlauftemperaturen so gering wie irgend möglich zu halten. Die normale Heizkörperheizung hat bald ausgedient, weil sie nicht effizient genug ist.
Gruß Joho
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