Neue Lebensmittel und Koscher

Moin Wissende,

sind neue Lebensmittel, also solche, die in der Bibel nicht beschrieben wurden, für Juden erst mal nicht koscher, oder gilt, Was nicht verboten ist, ist erlaubt.

Z.B. Kiwi:
Da kam eben in der Mittagsrunde die Frage auf, ob ein Jude so ohne weiteres eine Kiwi essen dürfe als er China saß, oder ob eine Institution erst mal ihr OK geben mußte.
Nur so als Beispiel.

Gandalf

Hallo Gandalf

sind neue Lebensmittel, also solche, die
in der Bibel nicht beschrieben wurden,
für Juden erst mal nicht koscher, oder
gilt, Was nicht verboten ist, ist
erlaubt.

Gemaess Deuteronomium 4, 15 „So huetet euch denn sehr fuer eure Seelen“ sind nach dem rabbinischen Gesetz auch Speisen verboten, von denen man weiss, dass sie gesundheitsschaedlich sind; auch wenn sie nach allen Kaschrut-Regeln erlaubt sind.

Die Kaschrut-Gesetze sind sehr ausfuehrlich und beschreiben genau, was wie wann gegessen werden darf.

Hier eine gute Beschreibung:

http://www.payer.de/judentum/jud504.htm

Auch hier:

http://www.pelicanpublishing.de/Was_ist_koscher_Vorb…

und hier Wiki auch mit weiterfuehrenden Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCdische_Speiseges…

Z.B. Kiwi:
Da kam eben in der Mittagsrunde die
Frage auf, ob ein Jude so ohne weiteres
eine Kiwi essen dürfe als er China saß,
oder ob eine Institution erst mal ihr OK
geben mußte.

Kiwi ist kein Problem, da es eine Pflanze
ist, und Pflanzen an und fuer sich koscher pareve (=neutral, also weder milchig noch fleischig) sind, ausser im siebten Jahr.
Im siebten Jahr (Shmitta, Sabbat-Jahr)
muessen die Felder und Weinberge brach liegen, die Produkte duerfen nicht verzehrt werden.
Bei Pflanzen und pflanzlichen Produkten muss aber darauf geachtet werden, dass sich kein Kleingetier, also Kaefer, Schnecken oder Aehnliches darin rumtummelt.

Die zustaendige Institution fuer Kaschrut
ist der Rabbiner deines Vertrauens:smile:

Die Beachtung der Kaschrut-Gesetze haengt natuerlich vom Grad der Religoesitaet des Einzelnen ab.

Gruss
Wolf

Hallo Wolf,

Kiwi ist kein Problem, da es eine Pflanze
ist,

ok, wußte ich nicht, aber wie ist es z.B. mit Kängurus, oder anderen Tieren, die in der Bibel nicht beschrieben sind?

Gandalf

Hallo Gandalf

aber wie ist es z.B. mit Kängurus, oder
anderen Tieren, die in der Bibel nicht
beschrieben sind?

Geh’n wir mal zur Quelle:

Leviticus 11 und Deuteronomium 14, 3 - 21 zaehlen Tiere, Fische und Gefluegel auf, die man essen und die man nicht essen darf:

"Der Herr sprach zu Moses und Aaron und redete also zu ihnen:
Verkuendet den Israeliten: dies sind die Tiere, die ihr von allen Vierfuesslern auf dem Lande essen duerft:

Alles, was unter den Vierfuesslern gespaltene Klauen hat, und zwar voellig durchspaltene Klauen, und wiederkaeut.

Von den Tieren aber, die wiederkaeuen und gespaltene Klauen haben, duerft ihr das Kamel nicht essen; es ist zwar ein Wiederkaeuer, hat jedoch keine gespaltenen Klauen; unrein ist es daher fuer euch.
Ausserdem den Klippdachs, der zwar ein Wiederkaeuer ist, aber keine gespaltenen Klauen hat; unrein ist er also fuer euch.
Den Hasen, denn er ist zwar ein Wiederkaeuer, hat aber keine gespaltenen Klauen; unrein ist er daher fuer euch.
Das Schwein, denn es hat zwar gespaltene, ja sogar voellig durchspaltene Klauen, ist aber kein Wiederkaeuer; unrein ist es also fuer euch.
Von ihrem Fleisch duerft ihr also nicht essen und ihr Aas nicht beruehren; unrein sind sie fuer euch."

Also, „Alles, was unter den Vierfuesslern gespaltene Klauen hat, und zwar voellig durchspaltene Klauen, und wiederkaeut“,
darf gegessen werden.

Fuer Fische und Gefluegel gibt es ebenfalls Regeln.

Im Zweifelsfalle sind dann wieder die Rabbinischen Authoritaeten dran.

Da Kaengurus im Prinzip nichts anderes als Hasen mit einer Ueberdosis von Anabolika sind, sind sie also nicht Koscher:smile:

Wolf

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Bei Pflanzen und pflanzlichen Produkten muss aber darauf geachtet :werden, dass sich kein Kleingetier, also Kaefer, Schnecken oder :Aehnliches darin rumtummelt.

Bitte, Wolf. Das ist ja eklig! Wenn das so ist, möchte ich bitte nur noch koscheres Obst und Gemüse essen :wink:

Übrigens, weil hier gerade jemand diese Diskussion gestartet hat: Ich hätte da mal eine Frage. Vielleicht ist es eine dumme Frage, aber nun ja, was fällt einem nicht alles in der Küche beim Gemüseputzen ein.

Also: Wie ist denn das, wenn man bemerkt, dass sich schon irgendein Tier als Vorkoster betätigt hat? Ist das Obst dann noch koscher? Und wie ist es, wenn sich das Getier gleich häuslich niedergelassen hat? Wenn es sich also im Paprika eine dicke Raupe gemütlich gemacht hat? … Nun ja, ich habe die Raupe damals mitsamt der Paprikahälfte, in der sie sich häuslich eingerichtet hatte, in die Mülltonne verfrachtet. Wie sieht’s denn mit der anderen Paprikahälfte aus? Noch koscher, oder nur noch für solche Barbaren wie mich geeignet?

Übrigens habe ich noch eine andere Frage für dich. (Keine Sorge, ganz harmlos.) Die kommt aber erst in ein paar Tagen.

Schöne Grüße

Petra

…dass sich kein Kleingetier, also
Kaefer, Schnecken oder :Aehnliches darin
rumtummelt.

Bitte, Wolf. Das ist ja eklig! Wenn das
so ist, möchte ich bitte nur noch
koscheres Obst und Gemüse essen :wink:

Soso, und Du glaubst, dass Koscheres Gemuese wie Manna so vom Himmel herabfaellt?

http://www.pelicanpublishing.de/Was_ist_koscher_Gem%…

Selbst ist die Frau.

Also: Wie ist denn das, wenn man
bemerkt, dass sich schon irgendein Tier
als Vorkoster betätigt hat? Ist das
Obst dann noch koscher? Und wie ist es,
wenn sich das Getier gleich
häuslich niedergelassen hat? Wenn es
sich also im Paprika eine
dicke Raupe gemütlich gemacht hat? …
Nun ja, ich habe die Raupe damals
mitsamt der Paprikahälfte, in der sie
sich häuslich eingerichtet hatte, in
die Mülltonne verfrachtet. Wie
sieht’s denn mit der anderen
Paprikahälfte aus? Noch koscher,
oder nur noch für solche Barbaren wie
mich geeignet?

Ich bin ja nun nicht gerade DER Kaschrut-Experte, aber ich wuerde sagen, betroffene
Stellen herausschneiden, waschen und gut ist’s.
Allerdings kommt’s vielleicht auch auf die Staerke der Observanz des Eizelnen an; Wald-und Wiesen-Koscher, Reform, Orthodox oder Ultraorthodox.
Elimelech weiss da bestimmt mehr als ich.

Übrigens habe ich noch eine andere
Frage für dich. (Keine Sorge, ganz
harmlos.) Die kommt aber erst in ein
paar Tagen.

Na gut, dann hab ich ja noch Zeit, mich zu verstecken.

Auch Schöne Grüße

Wolf
(der Raupen liebt, aber nicht im Salat)

Frage am Rande
Hallo Wolf,

Im siebten Jahr (Shmitta, Sabbat-Jahr)
muessen die Felder und Weinberge brach liegen, die Produkte
duerfen nicht verzehrt werden.

Wenn sich das ganze Volk streng daran halten würde, wie verträgt sich das denn mit der Ernährung des Volkes in diesem 7. Jahr. Moderne Importe mal ausgenommen.
Gruß Steffi

Moin Gandalf,

hier:
http://www.hagalil.com/kovar/avi3.htm

findest Du erste und grundlegende, aber kompetente Informationen zum koscheren Essen.

Gruß - Rolf

Wenn sich das ganze Volk streng daran halten würde, wie
verträgt sich das denn mit der Ernährung des Volkes in diesem
7. Jahr. Moderne Importe mal ausgenommen.

Ach Steffi,

hast Du noch nie etwas von Vorratshaltung gehört?
Schon Josef, als er in Ägypten war, hat dem Pharao während der sieben fetten Jahre Vorratshäuser für die sieben mageren Jahre gebaut.

Gruß - Rolf

Hallo Steffi

Wenn sich das ganze Volk streng daran
halten würde, wie verträgt sich das denn
mit der Ernährung des Volkes in diesem
7. Jahr. Moderne Importe mal ausgenommen.

Das ist keine Frage am Rande, sondern sehr aktuell, da sich Israel gerade im 7.Jahr befindet und es eine ziemlich hitzige Diskussion darueber gibt (alle sieben Jahre uebrigens):

http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=119125727…

http://www.jpost.com/servlet/Satellite?cid=119238056…

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3441837,00…

und hier findest Du einige Loesungen des Problems:

http://www.shemittah.com/shemittah-solutions.html

bis hier alles in englisch.

Grundsaetzliches:

http://www.hagalil.com/schweiz/israelit/shmita.htm
(deutsch)

Und so war es vor sieben Jahren:

http://www.khouse.org/articles/2000/300/
(englisch)

Gruß Wolf
(auch vom Bau)

Ach Rolf

Ach Steffi,
hast Du noch nie etwas von
Vorratshaltung gehört?
Schon Josef, als er in Ägypten war, hat
dem Pharao während der sieben fetten
Jahre Vorratshäuser für die sieben
mageren Jahre gebaut.

Wohl etwas vereinfacht dargestellt?
Ein Jahr lang von Doerrgemuese leben?

Sieh Dir mal meine Links fuer Steffi an.

Gruß
Wolf

PS.
Wie war das nochmal mit Wittgenstein:smile:

BS"D

Hallo Gandalf

sind neue Lebensmittel, also solche, die in der Bibel nicht
beschrieben wurden, für Juden erst mal nicht koscher, oder
gilt, Was nicht verboten ist, ist erlaubt.

Nach der jüdischen Lehre ist alles in der Tora enthalten und somit sind die dort aufgelisteten Kriterien für Nichtkoscheres vollstäandig. Woher sonst sollten auch weitere Kriterien kommen? Somit kann jeder welche diese Gesetze studiert hat, selber entscheiden ob eine Speise koscher ist oder nicht.

oder ob eine Institution erst mal ihr OK geben mußte.

Wie schon gesagt, ist hier jeder Jude sich erst einmal selber Institution. Alleine nur bei Spezialfäallen muss er sich an andere wenden oder wenn für eine Speise allgemeiner eine Bestätigung erfolgen soll, dass diese Speise koscher ist. Dann hängt es aber davon ob, ob der betreffende Jude diese Institution auch anerkennt. So erkennen orthodoxe Juden nur einige Zertifikationen an und nicht allgemein alle.

Gruss,
Eli

BS"D

Hallo Wherewolf.

Kiwi ist kein Problem, da es eine Pflanze
ist, und Pflanzen an und fuer sich koscher pareve (=neutral,
also weder milchig noch fleischig) sind, ausser im siebten
Jahr.

So einfach ist es nun auch wieder nicht, da alle Pflanzen nun einmal von Insekten befallen werden und Letztere eben nicht koscher sind. Somit muss jede Frucht, jedes Obst hier genau kontrolliert werden. Bei einigen Pflanzen bedeutet dieses dann auch das aus, da diese eben nicht zuverlässig kontrolliert werden könne, wie z. B. Blumenkohl. Andere wieder können speziell behandelt werden, so dass alle betreffenden Insekten absterben, wie das Einlegen von Erdbeeren in Salzwasser oder das Einfrieren von Brokkoli.

Im siebten Jahr (Shmitta, Sabbat-Jahr)
muessen die Felder und Weinberge brach liegen, die Produkte
duerfen nicht verzehrt werden.

Dieses gilt aber nur für Produkte aus Eretz Isroel (nicht verwechseln mit dem Staatsgebiet von Israel).

Die zustaendige Institution fuer Kaschrut
ist der Rabbiner deines Vertrauens:smile:

Mh, eigentlich nicht, da man sich gleich an jemanden wendelt, welcher hier spezialisiert ist, da der eigene Rabbiner auch nur hier anfragt und selten selber entscheidet, ausser in einfachen Fällen.

Gruss,
Eli

BS"D

Hallo Gandalf.

ok, wußte ich nicht, aber wie ist es z.B. mit Kängurus, oder
anderen Tieren, die in der Bibel nicht beschrieben sind?

Für Landtiere die nicht fliegen sind in der Bibel eindeutig Kriterien benannt, ob das betreffende Tier koscher ist: Wiederkauer und gespaltene Hufe. Daneben zählt die Bibel hier auch alle Tierarten auf, auf die dieses zutrifft und diese Liste ist vollständig. Somit ist alles in der Bibel beschrieben, obwohl das jüdische Volk damals noch garnicht alles kannt.

Gruss,
Eli

BS"D

Hallo Petra.

Bitte, Wolf. Das ist ja eklig! Wenn das so ist, möchte ich
bitte nur noch koscheres Obst und Gemüse essen :wink:

Das liegt ganz an dir, da nur ganz wenige Gemüse schon entsprechend aufbereitet angeboten werden. Du kannst also einfach dein Gemüse selber behandeln und putzen, was in der Regel aber weiter geht, als das was die normalen Hausmänner und -frauen tun. Hier ist dann spezielles Wissen zu jeden Gemüse und Obst notwendig und wie dieses behandelt werden kann und wie man erkennt, ob es von Insekten befallen ist.

Also: Wie ist denn das, wenn man bemerkt, dass sich schon
irgendein Tier als Vorkoster betätigt hat? Ist das Obst dann
noch koscher?

Das kommt ganz darauf an. Meistens muss dann noch genauer kontrolliert werden und bei einigem Vorkommen gilt diese ganze Speise als nicht koscher. Bei Reis oder Mehl kann dieses bedeuten, dass die ganze Packung zu entsorgen ist. In den meisten Fällen reicht es, die betreffenden Insekten oder Stellen zu entfernen. Das ist auch gut so, da die meisten Gemüse sehr wohl voller Insekten sind. Aber auch Obst wie z.B. Erdbeeren sind in der Regel voll Insekten.

Wie sieht’s denn mit der anderen Paprikahälfte aus? Noch koscher,
oder nur noch für solche Barbaren wie mich geeignet?

Siehe oben. Ansonsten ist es auch oft nicht erlaubt, trefe (nicht koschere Speisen) an Nichtjuden weiterzugeben, da auch diesen der Genuss von Manchem nach der Bibel nicht erlaubt ist.

Gruss,
Eli

BS"D

Hallo Steffi.

Wenn sich das ganze Volk streng daran halten würde, wie
verträgt sich das denn mit der Ernährung des Volkes in diesem
7. Jahr.

Es muss im Jahr vorher entsprechend eingelagert werden und im 7. Jahr kann sehr wohl das geerntet werden, was von selber wächst. Hinzu kommt das Wissen, dass wenn das ganze Volk sich daran hält, im sechsten Jahr genug für drei Jahre wächst.

Manche erlauben auch den Verkauf bzw. eine spezielle Verpachtung in der Zeit an Nichtjuden.

Moderne Importe mal ausgenommen.

In der Region sind Importe keine Erfindung der Moderne :wink:

Gruss,
Eli

Na dann vielen Dank und Mahlzeit
Liebe Antworter,

da blieb ja kein Aspekt offen.

Vielen Dank

Gandalf

Hallo Wolf,

ich habe mir erst mal den deutschen Beitrag vorgenommen, der nur viele viele weitere Fragen brachte, weil ich mir das alles nur schwer begreifen kann.

Die anderen Artikel versuche ich dann nach und nach mit dem Dictonary in der Hand zu lesen.

Aber jetzt schon mal vielen Dank.

Gruß Steffi