Hi ihr alle.
Ich bins mal wieder aus California. Also, mein Spanischlehrer hier hat grad ne neue Unterrichtsmethode gestartet. Das ganze funktioniert ohne Buecher und ohne Hausaufgaben. Jeden Tag lernen wir 10-15 Vokabeln ohne irgendwelche Grammatik, einfach nur Vokabeln. Aber das besondere ist, dass wir uns zu jeder Vokabel eine Geste ausdenken. Die Unterrichtszeit wird dann damit verbracht, die gelernten Vokabeln in Geschichten zu verarbeiten, die so seltsam, irrsinnig und verrueckt wie moeglich sind. Und jedes mal wenn man eine der neuen oder alten Vokabeln sagt, machen alle Leute in der Gruppe (ca. 4 Schueler pro Tisch) die Gesten. Es ist echt wahnsinnig genial, die Erfolge dieser Methode zu sehen. Ich lerne Spanisch grade mal seit 3 Monaten und habe schon jetzt ein Vokabular von ungefaehr 500 Woertern. Und jeder, wirklich jeder, in meiner Klasse weiss jedes einzelne Wort auf unserer Liste.
Grammatik spielt bei dieser Methode ueberhaupt keine Rolle. Man uebernimmt einfach mit der Zeit Sachen, die man von Lehrer hoert.
Ein besonderer Vorteil ist auch, dass man durch diese Methode nicht staendig uebersetzt und nur vocab paukt, sondern automatisch von Spanisch zu einem Bild vor Augen uebersetzt ohne in die Muttersprache zu wechseln.
Sorry, wurde jetzt n bisschen lang, aber meine eigentliche Frage ist, ob irgendwer weiss, wie sich diese Methode nennt und wo man sich darueber informieren kann
Vielen Dank und an alle Lehrer in Deutschland die das hier lesen: Lasst euch mal auf neue Methoden ein!!! Schule kann naemlich echt Spass machen, Schuelern und Lehrern!
Hat echt keiner ne Idee wie diese Methode heisst??
Sorry, war wohl echt zu lang, oder weiss echt einfach keiner, wie diese Methode heisst oder wo man mehr darueber erfahren kann, vor allem wie das im Gehirn funktioniert. Ist echt wichtig, versuche grad mein Term paper darueber zu schreiben.
Die von dir geschilderte Methode ist sehr interessant, aber durchaus nicht neu - nur sehr selten angewandt.
Durch die Kombination von Wörtern mit Gesten wird versucht, beide Gehirnhälften in gleicher Weise einzusetzen. Aufregende, verrückte Geschichten erleichtern das Behalten, weil das Gehirn alles, was nicht Besonderes oder Interessantes ist, aussortiert und vergisst. Wenn dann das Lernen noch im Zusammenhang geschieht und nicht Einzelwörter gelernt werden, sondern Wortfelder sowie Kommunikationssituationen, ist man in jedem Fall auf dem richtigen Weg.
Vokabeln und Grammatik zu „pauken“ ist sowieso mega-out und eignet sich in keinem Fall für den Beginn des Sprachenlernens.
Wenn allerdings ein moderner Methodenmix eingesetzt wird und nicht eine Beschränkung auf Gestik stattfindet, sind durchaus noch bessere Ergebnisse zu erhalten. Da ich selber mehrere Jahre in der Erwachsenenbildung gearbeitet habe (jedoch im medizinischen Bereicht), habe ich, was Sprachen angeht, einfach vor etwa 3 Jahren den „Selbstversuch“ gestartet - mit großem Erfolg. Mittlerweile spreche ich 5 Sprachen fließend, in weiteren 4 habe ich fundierte Kenntnisse. Durch Beschäftigung mit den neuronalen Lernprozessen und effektivem Einsatz der Lerneingangskanäle Hören, Sehen und Selbst-Sprechen kann man sich effektive Gewohnheiten „antrainieren“.
Schau doch mal bei
V e r a F. B i r k e n b i h l
nach. Die hat verschiedene gehirngerechte Lernmethoden u.a. Fremdsprachen lernen ->ähnlich wie Kinder ihre Muttersprache erlernen, entwickelt.
Keine Grammatik mehr pauken und das lernen läuft auch mehr oder weniger nebenbei.
Fand ich äußerst interessant. Ich lerne nur noch so.
Gruß B.
habe ich, was Sprachen angeht, einfach vor
etwa 3 Jahren den „Selbstversuch“
gestartet - mit großem Erfolg.
Mittlerweile spreche ich 5 Sprachen
fließend, in weiteren 4 habe ich
fundierte Kenntnisse.
Hast Du dazu bestimmte Lernhilfen gehabt, oder mit ganz normalen Sprachkursen gearbeitet?
Ich will nämlich auch g’rad wieder 'mal an meinen Sprachen arbeiten - aber Kurse sind so überhaupt nix für mich.
Wichtig ist besonders, dass man sich nicht auf einen Sprachkurs allein einlässt. Hier einige Beispiele, welche Möglichkeiten man zum effektiven Sprachenlernen einsetzen könnte:
-mehrere Sprachkurse (in Bibliothek ausleihen, um Kosten zu sparen) in Form von Büchern, Kassetten, CD-ROMs
-fremdsprachige Radiosendungen
-Filme, z.B. auch DVD mit direkter Übersetzung oder Untertitelung
-Internetseiten im jeweiligen Land, es gibt eigentlich für jede Sprache kleine Selbsttests oder E-Mail-Newsletter
-E-Mail-Freundschaften knüpfen
-Sprachkassetten oder CDs unterwegs im Auto, Bus, Zug hören, wenn man sowieso nichts weiter zu tun hat
-wenn die Möglichkeit besteht, eigene CDs zusammenstellen
-ausländische Fernsehprogramme anschauen
-in das jeweilige Land fahren (abseits der touristischen Schwerpunkte, wo man sowieso deutsch oder englisch spricht)
Je nach Lernfortschritt in der jeweiligen Sprache kann man je nach Interesse und Zielsetzung diese Medien zusammenstellen.
Wichtig ist in jedem Fall der richtige Mix zwischen Hören, Lesen, Sprechen, Sehen…
Jedenfalls nicht langweiligerweise Vokabeln oder Grammatik pauken!
Für weitere Rückfragen kannst du mich auch gerne direkt anmailen.