Hallo Physiker,
ich habe folgenden Artikel in wissenschaft.de gelesen:
http://www.wissenschaft.de/wissen/news/224512
Darin steht, daß die Ausdehnung des Universums auch ohne Dunkle Energie erklärt werden könne. Zitiert werden Carroll et al., die - so habe ich das verstanden - einen neuen Term in die RT eingeführt haben, welcher eine Art „antigravitative“ Kraft beschreibt, deren Stärke proportional ist zur „Flachheit“ des Raumes, also umgekehrt proportional zur Konzentration der Masse.
Damit kann beschrieben werden, daß sich der Raum nach dem Urknall extrem schnell ausdehnte (weil kaum Masse da war), die Ausdehnung dann langsamer wurde (weil Masse entstand) und heute wieder schneller wird (weil sich die entstandene Masse verdünnt).
Na gut, ist ja nur ein Modell, und die Mathematik dahinter bleibt mir verborgen (siehe PDF-file der Publikation: http://xxx.lanl.gov/PS_cache/astro-ph/pdf/0306/03064…). Ich verstehe aber folgendes nicht, und das fuchst mich:
Ich ging von folgendem aus:
Masse und Energie sind äquivalent.
Die Energie „entstand“ beim Urknall.
Die Gesamtenergie des Universums ist konstant.
Das paßt nun nicht zusammen. Wenn Masse und Energie äquivalent sind, warum hat dann (Energie in Form von) Masse ganz grundsätzlich andere Wirkungen auf die Struktur der Raumzeit wie Energie (in anderen Formen) ? Wenn es nicht so ist, frage ich mich: Wenn alle Energie beim Urknall entstand, muß doch die Energiedichte und mithin die Raumkrümmung dann extrem hoch gewesen sein, so daß es nach der Teorie von Carroll et al. eigentlich nur extrem langsam hätte expandieren dürfen. Und weiterhin: Wenn ein sich ausdehnendes Universum „flacher“ wird, wird dadurch die Auseinandertreibende „Kraft“ größer und die weitere Ausdehnung schneller: eine positive Rükkoppelung, die doch zu unendlich hohen Expansionsgeschwindigkeiten führt. Macht sowas Sinn?
Sicher habe ich das alles nicht mal ansatzweise verstanden und bin dankbar für jede allgemeinverständliche Hilfestellung.
Danke schonmal,
Jochen

