kurze Schilderung der Situation, bevor ich meine Frage stelle.
Ich habe folgende Rankhilfe gebaut:
3 Pfosten á 175 cm, Gesamtlänge knapp 6m.
Dazwischen 1 Querlatte und drei VA-Drähte (2mm)
Also vier Ebenen, an denen der Wein als Sichtschutz und Abgrenzung zwischen Nutz- und Freizeitgarten wachsen soll.
Gepflanzt habe ich vor gut vier Wochen mittig zwischen die Pfosten zwei wurzelnackte Reben: einen Muskat Bleu und einen Birstaler Muskat.
Nach letzterem mußte ich lange suchen und weit dafür fahren. http://www.rebschule-freytag.de/tafeltrauben-muscat-… http://www.rebschule-freytag.de/tafeltrauben-birstal…
Nun haben die Reben kräftig ausgetrieben, ich habe bei beiden Reben bereits die ersten Blütenansätze ausgeschnitten.
Der Birstaler hat zwei Triebe, einen etwa 50 cm und einen etwa 30 cm hoch.
Der Muskat Bleu hat aber drei gleiche Triebe gebildet, alle etwa 35 cm lang. Kleinsttriebe an der Veredelungsstelle habe ich bereits ausgebrochen.
Nun soll man ja alle Triebe bis auf einen wegschneiden, allein: Ich trau mich nicht!.
Ich habe schon bei Fassadengruen.de geschaut, aber so richtig hat´s mir nicht geholfen.
Welcher Weinkundige oder Winzer weiß Rat?
Mir sind beide Reben lieb und teuer, sowas ist wie ein selbstgepflanzter Baum und kein Wegwerfartikel.
jetzt schneidest Du eigentlich gar nichts mehr aus, sondern lässt wachsen - nächster Schnitt steht nach meinem Wissen im Februar/März an.
Da die Pflanzen der Begrünung dienen kannst Du auch 2 oder mehr Triebe stehen lassen. 1 Senkrecht binden und dann nach und nach die Seitentriebe erziehen so dass Du auf jeder Latte dann einen Trieb hast der dann die Jahre über bestehen bleibt - also ne Fom wie Spalierobst hat.
Wenn Du die Triebe waagrecht bindest treiben wie bei Rosen die waagrechten Triebe stark aus und bilden dann die Blüten.
wie bereits gesagt, schneidest Du jetzt im ersten Standjahr erst einmal gar nichts von den Trieben weg. Der Wein muss sich erst einmal zum Stock entwickeln - dazu gehören Wurzeln und damit die sich bilden, braucht es Blattmasse.
Blütenansätze solltest Du aus dem gleichen Grund ausknipsen.
Danach - in den folgenden Jahren kannst Du Dir überlegen, was Du haben willst:
Eine grüne Mauer, dann schneidest Du im Februar/März höchstens Erfrorenes und findest Dich mit wenigen Trauben ab.
Oder Du willst reiche Ernte - dann schneidest Du alle Triebe bis auf einen starken weg.
… ich werde wohl wirklich alles stehen lassen und nur Fruchtansätze rausnehmen.
Bei http://www.fassadengruen.de/index.htm
fand ich unter „Weinreben“ und „1. Jahr“ folgendes:
"…Im 1. Jahr soll die Weinpflanze einen kräftigen, langen und gut verholzten Trieb für den künftigen Stamm entwickeln. Dieser muss direkt unten aus der Veredlungsstelle (Verdickung) oder knapp darüber entspringen. Wachsen weitere Triebe, werden sie ausgebrochen.
Falls Sie eine Containerpflanze gesetzt haben, die schon oberhalb der Veredelungsstelle ein verholztes Stämmchen mit mehreren Knospen oder grünen Trieben hatte, dann wird der unterste dieser Triebe benutzt, die anderen werden ausgebrochen und der obere Rest des Stämmchens weggeschnitten…"
Ich werde also das erste Jahr abwarten und nächstes Frühjahr drangehen.