Neuer Gasbrenner! Was ist das Richtige für mich?

Hallo! Das Einfamilienhaus (ca. 180qm Wohnfläche) heize ich überwiegend über den Holzofen im Wohnzimmer. Warmwasser gibt´s über eine (alte) Gastherme im Bad. Lediglich in den beiden Kinderzimmern (je 18qm) wird über Heizkörper geheizt. Jetzt ist mein 20Jahre alter Gasbrenner ist defekt. Der noch zu beschaffende neue Brenner soll zukünftig auch die Warmwasserversorgung übernehmen. Heute war der erste Heizungsmonteur da und meinte, ich soll unbedingt eine Brennwertheizung mit Schichtspeicher nehmen: „Alles andere macht man heute nicht mehr“. Gleichzeitig muss dazu ein Rohr in den Kamin eingezogen werden und natürlich bräuchte ich eine außentemperaturabhängige Steuerung. Nach 8Jahren hätte sich eine solche Anlage (Kostenpunkt 8500€) amortisiert. z.Z. zahle ich 1000€ Gas jährlich -incl Verbrauch für Gasherd Ich habe bisschen den Eindruck, man möchte mir die Goldrandlösung präsentieren. Vorgestellt hatte ich mir einen ca. 16kw Heizwertbrenner und dabei einen 100-150ltr Wasserspeicher für Brauchwasser - was bestimmt auch wesentlich günstiger wäre. Was meint Ihr dazu?

Hallo

Heizwertgeräte gehören wirklich ins Museum, sowas biete ich meinen Kunden erst gar nicht an; nicht weil ich mehr verdienen will, sondern aus reiner Überzeugung.
Also ein Brennwertgerät sollte es bei dir auch schon sein, das ist effektiver, nutzt die Wärme aus dem Abgas und der Verbrauch reduziert sich.
Witterungsgeführte Regelung ist auf jeden Fall ein muss!
Ein Schichtspeicher muss nicht unbedingt sein, da reicht ein gewöhnlicher Speicher oder man greift auf eine Brauchwasserwärmepumpe zurück und schaltet im Sommer das Gasgerät ganz aus. Zudem kann man sie gleichzeitig im Sommer nutzen um mit der Abluft einen in der nähe liegenden Raum zu kühlen; z.B. Lagerort von Getränken.
Aber dein 16 KW sind viel zu weit oben angesetzt, da hätetst du nen Ferari für reine Satdfahreten, muss nicht sein außer die willst einer der „Glücklichen“ sein die nachher über eine taktende Heizung jammern.
Gibt einfach mal den Suchbegriff „Heizung taktet“ in Google ein und dann siehste was ich meine.
Bei den wenigen Heizkörper und dem geringen Verbrauch solltest du auf eine Brennwertgerät zurückgreifen da die heutigen Geräte eine modulierende Leistung haben. Ein Heizwertgerät kennt nur 100% Leistung und dann fängt in der Übergangszeit erst recht die Takterei an.
Dein Gerät sollte so klein wie möglich sein wie z.B. die Thsision 9 von Elco, die moduliert bis 1,1KW runter, dazu einen passend ausgelegten Warmwasserspeicher oder halt die Brauchwasserwärmepumpe und gut ist.

Wenn du aber billig, billig willst und du nur wert drauf legst das die Bude warm wird dann kannste auch auf einen Vorkriegs-Heizwertkessel zurückgreifen. -> War nicht böse gemeint :wink:

Gruß
Nelsont

Hallo Guido_S!
Na klar ist das Heizwertgerät die billigere Lösung. Aber um wirklich Gas zu Sparen und die Umwelt zu schonen, solltest Du lieber ein Brennwertgerät bestellen. Laß Dir doch noch andere Angebote machen.
Ich denke mal, beim Preis dürfte das letzte Wort noch nicht gesprochen sein.
Gruß Walter

Vielleicht siehst Du mal im Net nach was die derzeit gültige Enev so vorschreibt. Klar kannst Du noch einen NT-Kessel installieren. Die Frage ist ob das dein Schornstein so einfach mitmacht. Wenn es da anfängt zu sotten, dann kannst Du den noch nachträglich sanieren lassen. Und dann dürfte der Preisvorteil von der Billigheizung so ziemlich weg sein.

Danke für die hilfreiche Antwort! Wo ich evtl missverstanden wurde: Es geht mir nicht darum möglichst „billig“ zu kaufen -sonderen „auf meine Situation zugeschnitten“… Argumente wie „…ist das Beste“ und „…nutzt man heute“ helfen dabei nicht.

Die Idee war:
Ich habe mir angelesen, dass Brennwerttechnik gegenüber Heizwerttechnik „bis zu 10% Energie spart“.
In meinem Fall also max. 80,-€ im Jahr. Alleine die Schornsteinsanierung kostet das 10fache.
Da ich meist nur wenige qm heize, dürfte die Ersparnis wesentlich geringer sein.
Zudem sollen die Pumpen der Brennwertheizungen wesentlich mehr Strom schlucken und die Technik wesentlich komplizierter und damit anfälliger sein(???)

Vielen Dank für den Tipp mit der Elco Thision. Ich habe mir das Gerät auf der Herstellerwebseite angesehen und mich mal grob informiert. Insgesamt denke ich, dass eine solche Lösung eher passen würde, als die mir angebotene. Bloß kenne ich keine Firma in der Gegend, die Elco vertreibt.

Hallo Walter!
Nach bisschen Recherche bin ich draufgekommen, dass die Brennwertgeräte garnichtmal soviel teurer sind.
Bloß muss dann der Kamin auch gemacht werden - aber so, wie ich das sehe, kann man(n) das auch selbst.

Hallo,

ein kleiner Hinweis noch: die 10% geringerer Gasverbrauch der BW-Therme gegenüber einer NT-Therme sind das Optimum und werden i.a. nur mir Flächenheizungen (z.B. Fußbodenheizung) erreicht. Entscheidend ist die Temperatur des Rücklaufs, denn damit wird das Abgas abgekühlt (und im Gegenzug der Rücklauf vorgewärmt).
Ich kann nicht sagen, wieviel es bei normalen Heizkörpern ist, schätze aber mal auf ca 7-8%. Du solltest also möglichst Heizkörper für Niedrige Vorlauftemperaturen haben, bei denen dann der Rücklauf entsprechend kalt ist.

Gruß, Niels

Hallo Niels!
Vielen Dank für den Hinweis. Mittlerweile bin ich draufgekommen, dass die Brennwertheizung bei der vorliegenden Konstellation ihr Vorteile kaum ausspielen kann. Werde aber trotzdem eine nehmen, denn auch bei NT-Heizwertgeräten ist eine Schornsteinsanieerung unumgänglich. Die Preisunterschiede bei den Brennern sind marginal.

Hallo Guido, mein name ist Philipp bin seit 7 Jahren Heizungstechniker und beschäftige mich großteils mit dem Service sprich Reparatur von Gasbrennern bzw. Gasthermen und mit der elektischen Einrichtung von Heizräumen sprich Heizungsregelungen und Automation.

also, zu deiner Frage: grundsätzlich gilt: Brennwertheizung (auch Niedertemperaturheizung genannt) hat einen wesentlich höheren Wirkungsgrad als herkömmliche Heizungen (gemeint ist natürlich der Brenner inklusive Heizkessel). Früher hatte man einen Wirkungsgrad von ca 90-94% und heutzutage liegt der THEORETISCHE Wirkungsgrad von Brennwertanlagen bei ca. 105-110%.
Den Schichtspeicher würde ich dir auch empfehlen, doch gibt es beim Ankauf grosse Preisunterschiede (natürlich auch in der Qualität).

Der neue Kamin (Rohr wie du es beschreibst) muss daher wahrscheinlich neu eingezogen werden, da die die Brennwertgeräte eine sehr niedere Abgastemperatur haben und dadurch viel Kondenswasser produzieren.

Zur witterungsgefühten bzw. aussentemperaturabhängige Steuerung würde ich dir sehr raten, da man viel Energie einsparen kann.

Meiner Meinung nach hat dich der Installateur gut beraten, eine Faustregel lautet: ist die alte Heizungsanlage ca. 20-25 Jahre alt, dann wirst du mit einer neuen, modernen, ordentlich gemachten Heizanlage ca. 20% der Kosten einsparen. Dann kannst du dir ja selber ausrechnen wie groß die Amortisierungszeit beträgt.

Ich hoffe ich konnte dir helfen mfg, Philipp

Hallo,

Früher hatte man
einen Wirkungsgrad von ca 90-94% und heutzutage liegt der
THEORETISCHE Wirkungsgrad von Brennwertanlagen bei ca.
105-110%.

das gilt aber nur, wenn man den etwas veralteten Heizwert nimmt, der nur die Wärmeenergie aber nicht die latente Verdampfungswärme berücksichtigt. Setzt man den Brennwert an, bleibt man unter 100%. Am Verhältnis zwischen Brennwert- und Normaltherme ändert sich dabei aber nichts.

Gruß, Niels

Und genau deswegen hatte ich „THEORETISCHE Wirkungsgrad“ gross geschrieben. :wink:

mfg Philipp

Es war auch nicht als Kritk an Deiner Aussage gedacht sondern als Ergänzung bzw als Erklärung warum so ein „Perpetuum Mobile“ möglich ist.