Hallo Wissende
Bin nicht sicher, ob ich hier richtig poste.
Mein Vater hat zwei allerliebste Kindergeschichten erfunden und aufgeschrieben.
Sie kommen auch in Kindergarten und Schule sehr gut an. Nun hab ich mir gedacht,
ich würd die gerne einem Verlag zukommen lassen. Kann mir hierzu jemand eine
Adresse nennen? Wie geht das so vor sich / Ablauf?
Vielen Dank für eure Infos.
Gruss aus der Schweiz
Sonja
hallo sonja,
ich kann dir 100 adressen nennen. aber was nützt dir das?
es ist nicht so, daß die verlage däumchendrehend auf einsender von netten geschichten warten. genauer gesagt ist es sogar so, daß verlage sich vor netten geschichten gar nicht retten können!
du (oder in dem fall dein vater) müssen also in konkurrenz zu tausenden von autoren ebenso netter geschichten treten.
zuerst einmal betreibt man etwas marktforschung (unumgänglich!), d.h. man guckt sich zum einen an, welche verlage denn wohl geschichten wie die deines vaters veröffentlichen (dazu kann google eine große hilfe sein. oder auch z.b. die suchfunktion der webseite der frankfurter buchmesse, http://www.frankfurter-buchmesse.de oder auch der leipziger: http://www.leipziger-buchmesse.de).
dann schaut man sich das programm der dort gefundenen verlage an und guckt, welche autoren es dort gibt, die ähnliche geschichten veröffentlicht haben (kann ich mich mit denen messen? sind sie besser/schlechter? was machen sie anders?)
nun sind aber 1.) die geschmäcker verschieden und 2.) die bewertungskriterien, was denn nun eine nette geschichte ist, nicht objektiv. also hat man im prinzip jede chance - wenn man sich so verhält, daß man zuerst einmal in die AUSWAHL derer kommt, die veröffentlicht werden.
dazu schreibt man den verlag an, stellt sich vor und fragt freundlich, ob bereit sind, das mitgesandte exposé einmal zu lesen. (das exposé ist sowas wie eine absichtserklärung, darin steht, wie das manuskript sein wird: umfang, titel, inhalt und vor allem, warum genau dieses manuskript zuerst lesen und später dann veröffentlichen sollen.) dazu schickt man 2 oder 3 seiten oder ein kapitelchen des textes, damit die lektoren sehen können, WIE der autor schreibt.
dieses exposé und die textprobe sind jetzt nicht irgnedwie und besonders schöner oder lustiger schrift abgefaßt, sondern in z.b. in times new roman, 12 pt (besser noch eine courierschrift) ohne fettschrift oder andere mätzchen mit 1800 anschlägen pro seite. dazu sind bestimmte randeinstellungen des dokuments erforderlich (einfach nach „normseite“ googeln).
das schickt man dann also an einige ausgesuchte verlage und dann heißt es abwarten und tee trinken. wie bei bewerbungen für einen job hört man von manchen verlagen nie etwas, andere antworten, wie leid es ihnen täte und die geschichten leider nicht ins programm passen, und wenn man großes glück hat und sowohl die idee für die story als auch die umsetzung gut sind, antwortet einem ein verlag, daß er gerne das ganz manuskript haben will.
achso, ich schreibe hier immer von manuskripten. damit meine ich manuskripte für ganze bücher, nicht nur einzelne geschichten.
ich weiß nicht, wie lang die zwei geschichten deines vaters sind - aber wenn sie nur wenige seiten lang sind, wird sich kaum ein verlag dafür finden. dann sollte sich dein vater anthologieprojekten anschließen, d.h. projekten, wo kurzgeschichten verschiedener autoren gesammelt und in einem band veröffentlicht werden. sowas gibt es aber leider nicht sehr oft.
eins noch: ich waren nachdrücklich vor so genannten zuschußverlagen. das sind „verlage“ (d.h. es sind eben keine verlage!), die sich teuer dafür bezahlen lassen, daß sie dein buch drucken. umso schlimmer, wenn sie so tun, als würden sie damit ausschließlich der hehren kunst dienen und neuentdeckte talente fördern wollen.
schöne grüße
ann
Hi Sonja,
Ann hat sicher völlig recht.
Aber wenn Du die Geschichten einem kleineren Kreis in Eurem Umfeld zugänglich machen willst, laß sie kopieren und - für ziemlich wenig Geld - binden, das machen auch Copy-Shops ganz gut (oder kleine Buchbindereien), auch in festem Einband.
Man könnte sich noch eine passende Illustration suchen/ausdenken, vervielfältigen und auf den Einband kleben. Das gibt ein schönes kleines Büchlein, und die Interessierten zahlen sicher soviel dafür, daß Ihr bei +/-0 rauskommt.
Viel Erfolg wünscht MrsSippi
Danke für diese ausführliche Antwort. Super.
Hi Sonja,
ist Dein „Super“ eigentlich auch ein * wert? oder muss die Antwort noch besser sein?
Grüezi: Uli
Danke für diese ausführliche Antwort. Super.
hallo
Mein Gott, bin ich da in alle Fettnäpfchen getreten. Ich wollte eigentlich Astrid
Ann danken, für die - eben ausführliche - Antwort und habe irgendwie falsch
getippt, so dass mein Dank eben fehl geschlagen ist. Trotzdem war er ehrlich
gemeint.
Und nun ist mein „super“, das sagen will - ich kann die Antwort gut, eben super,
gebrauchen, plötzlich ein Wert.
Was soll’s - die Antwort war perfekt. Wollt ihr noch mehr wissen?
Sonja
Hi Sonja,
ist Dein „Super“ eigentlich auch ein * wert? oder muss die
Antwort noch besser sein?Grüezi: Uli
Danke für diese ausführliche Antwort. Super.