haste keinen in deinem Bekanntenkreis, der dir nen PC
zusammenbauen könnte? Dadurch ließe sich geld sparen und du
kannst den PC perfekt auf dich abstimmen.
Das sehe ich ähnlich, es geht aber noch viel einfacher. In vielen PC-Geschäfte und bei einigen guten und günstigen Online-Versendern kann man sich seinen PC selbst konfigurieren, d.h. aus seinen persönlichen Wunschkomponenten zusammenstellen. Zusammenbauen und auf seine Funktionstüchtigkeit überprüfen tut ihn dann das Geschäft bzw. der Versender. Das kostet oft gar nichts, max. jedoch ca. 50 EUR Aufpreis.
Der Vorteil: wenn man weiß, was man braucht, kann man viel Geld sparen, indem man auf unnötigen Schnickschnack und überdimensionierte Bauteile verzichtet. Dafür kann man in Qualität und Ergonomie investieren, so dass man lange Zeit Freude an seinem PC hat und nicht bei jeder Benutzung in Versuchung gerät, ihn aus dem Fenster zu schmeissen. Die Leistung kann trotzdem höher als bei einem Fertig-PC sein, wo der 4 GHz - Prozessor vom lahmen Arbeitsspeicher und einer billige OnBoard-Grafik bei 10% seiner Maximalleistung ausgebremst wird (was vielleicht noch als positiv zu bewerten wäre, weil bei voller Auslastung das Billignetzteil zu brennen anfangen würde *g*).
Fertig-PCs von der Stange im unteren Preisbereich haben meist zwei Nachteile:
1.
Die Bauteilqualität ist sehr schlecht, weil der Kunde nur nach den beworbenen technischen Daten (oder eher „Hausnummern“) kauft, die Qualität aber gar nicht beurteilen kann - also wird sie eingespart. Ein billiger Fertig-PC, der laut ist, rattert, klappert, heiß läuft, sich oft aufhängt oder abstürzt und wo diverse Bauteile (gern billige Netzteile und Festplatten) schnell das zeitliche segnen ist leider eher die Regel als die Ausnahme.
2.
Der Käufer richtet sich eben nach den beworbenen „Hausnummern“, wie der Taktfrequenz des Prozessors (die mit dessen Leistung nur indirekt zu tun hat), der Größe des Speichers auf der Grafikkarte (die mit deren Leistung gar nichts zu tun hat) und der Größe der Festplatte (die immerhin einen Aussagewert hat). Das weiß der Verkäufer und deshalb baut bei den wenigen werbekritischen Bauteilen „hohe Zahlen“ ein. Ferner noch 1000 Mehrwertfunktionenen, wie TV, Radio, VOIP etc. pp., die der Käufer in seiner Schnäppchenmentalität unbedingt haben will, aber vermutlich nie benutzen wird.
Das ist teuer und deshalb muss der Verkäufer an der Qualität anderer wichtiger Teile, die nicht im Werbeprospekt stehen, sparen. Das führt dazu, das solche Fertig-PCs ihre völlig überdimensionierte Prozessor-Leistung meist gar nicht „auf die Straße bringen“ können, weil irgendwo ein Flaschenhals ist.
Aus diesem Grund (versteckte Qualitätsprobleme und unausgewogene Zusammenstellung und/oder Verteuerung durch unnötigen Schnickschnack) halte ich nicht viel von Supermarkt-PCs und mag hier nur ungern Hersteller-Tips abgeben. Besonders abraten würde ich aber von Dell, wo man für wenig Qualität und Null Ergonomie wirklich einen Haufen Geld bezahlt. Auch Fujitsu-Siemens ist kein Hersteller, dem ich hohe Qualität zutraue.
Prinzipiell keinen PC kaufen würde ich bei Saturn und Mediamarkt, weil dort zu 100% die unzeitgemäß stromfressenden, heißen und damit meist auch lauten Intel-CPUs verbaut sind. Erstaunlich gut ist die Leistung und Qualität der aktuellen PCs von LIDL und ALDI, wobei ich hier die LIDL-Rechner wegen der moderneren und ergonomischeren AMD-Prozessoren vorziehen würde. Allerdings bezahlt man gerade bei LIDL und ALDI eine Menge Geld für eine Leistung und Ausstattung, die man nicht mal annähernd braucht.
Allgemein würde ich darauf achten, dass:
- zu Gehäuse und Netzteil möglichst Angaben bzgl. Hersteller und Qualität gemacht werden und dort definitiv kein Müll verbaut ist, billige Netzteile sind Ursache Nr. 1 für PC-Probleme
- ein AMD Athlon 64 - Prozessor in einem Sockel 939-Board verbaut ist und auf keinen Fall ein heißer Stromfresser, wie der Intel Pentium 4 oder Celeron.
- der Festplattenhersteller angegeben ist und entweder Hitachi oder Samsung heißt, keinesfalls jedoch Excelstor- oder kugelgelagerte WD-Platten verbaut sind
- wenn du auf dem PC spielen willst, besonders auf einem TFT-Bildschirm, eine ausreichend starke Grafikkarte verbaut ist (und das hat nix mit der Menge an Grafikspeicher zu tun, mit einer Radeon 9200 SE kann man auch ned vernünftig spielen, wenn sie da 512 MB Grafikspeicher drauflöten - ein Mofa mit 1000 Liter - Tank fährt deshalb auch nicht schneller!)
Ich halte es überhaupt für erstrebenswert, wenn möglichst zu allen wichtigen Bauteilen (Prozessor, Grafikkarte, Mainboard, Festplatten, Arbeitsspeicher, Netzteil) Angaben zu Hersteller und Modell gemacht werden. Je weniger hier genau bezeichnet ist, desto unseriöser ist der Händler. Wer nur mit Hausnummern und markigen Sprüchen hausieren geht, hat was zu verbergen.
LG, Jesse