Hi!
Weshalb diese Bevormundung?
Es handelt sich um Fahrzeuge für öffentliche Straßen, die für
die Allgemeinheit bestimmt sind.
Richtig.
Es obliegt dem Fahrer…
Würde nur der Fahrer solchen Geschosses bei einem Unfall in
Stücke gerissen, könnte man argumentieren „es obliegt dem
Fahrer…“. Das ist aber auf einer öffentlichen Straße ein
schwaches Argument. Niemand darf mit profillosen Reifen
fahren, aber niemand käme auf die Idee, mit „es obliegt dem
Fahrer…“ für abgefahrene Reifen zu argumentieren, obwohl
damit auf trockener, ebener Fahrbahn und niedriger
Geschwindigkeit keine besondere Gefahr ausgehen muß.
Das ist ja auch ein illegaler Defekt.
Ein Auto, das von mir aus 400 fährt und dafür zugelassen ist, ist nicht defekt.
Ähnliches
gilt für alkoholisierte Fahrer und für Leute, die meinen, am
Steuer unbedingt telefonieren zu müssen. Überall könnte man
sagen, mitten in der Nacht, freie Strecke und dann obliegt es
dem Fahrer. Die allgemeine Lebenserfahrung zeigt, daß viel zu
viele Menschen mit der Verantwortung nicht angemessen umgehen
können.
Hier bin ich klar der Ansicht, dass
1.) Telefonieren am Steuer genauso problematisch ist wie Rauchen, CDs wechseln, Karte lesen, Navi programmieren, u.s.w., was jedoch alles nicht verboten ist.
2.) die wenigen hundert wirklich schnellen Autos, die über 250 laufen und auch für solche Geschwindigkeiten genutzt werden, sicherlich zu fast 100% bestens gewartet sind und von erfahrenen Fahrern pilotiert werden.
Ein alter BMW 525i für 2000 Euro hingegen, der mit 8 Jahre alten, abgefahrenen Reifen von einem 19-jährigen bis 230 gejagt wird, ist hier deutlich gefährlicher.
Ich bin der Letzte, der etwas gegen Eigenverantwortung hat.
Aber bitte nur dort, wo der die Verantwortung Wahrnehmende die
Folgen seines Tuns alleine zu tragen hat.
…dann müsste es eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120 und einen 1/2-jährlichen TÜV geben.
Rechte und
Eigenverantwortung finden ihre Grenzen, wo Rechte und allemal
das Leben Unbeteiligter betroffen sein können.
So ist es.
Unsere Straßen einschließlich der Autobahnen sind nicht für
beliebige Geschwindigkeiten geeignet.
Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass man mit dem richtigen Equipment auf manchen deutschen Autobahnen zu bestimmten Zeiten auch mal deutlich über 250 fahren kann.
Ich weiss aber auch, dass manchmal 220 schon deutlich zu schnell ist. Hier empfehle ich den Vergleich zwischen einem Sportwagen und einem aufgemotzten Kleinwagen á la Fiat Uno Turbo.
Daher macht es keinen Sinn, eine generell gültige Geschwindigkeitsgrenze festzuelegen, an die man sich mit jedem Mülleimer herantasten kann, sondern generell höhere Geschwindigkiten, sagen wir über 180, nur mit penibel gewarteter Ausrüstung zu fahren.
Hier hakt es eigentlich, nciht bei 200 Autos in Deutschland, die über 250 laufen und 2 mal im Jahr perfekt gewartet dafür benutzt werden.
Das System aus Straße,
Fahrzeug und Fahrer ist fehlertolerant, soweit es dem Fahrer
physikalisch und physisch möglich ist, auf Ereignisse zu
reagieren. Der kleinste Gegenstand auf einer Straße, ein
Reifenfetzen, ein Stück Brett, eine Radkappe oder ein
plötzlich auftauchendes Tier machen irgendwann Ausweichen oder
eine andere angemessene Reaktion unmöglich.
Das stimmt.
Ich persönlich bin der Meinung, dass es, ein einwandfreies Fahrzeug vorausgesetzt, ab 270 spannend wird. Die Straße wird dann schon sehr eng und ein Ausweichen schwierig.
Daher fahre ich auf der Straße nicht schneller. Andere haben ihre Grenze vielleicht erst bei 290 oder 310 und sind dabei noch deutlich sicherer unterwegs als so mancher Chaot mit 120.
Wichtig ist in allen Fällen, dass man seine Grenzen kennt und im öffentlichen Straßenverkehr nicht überschreitet.
Die Folgen sind
definitiv unkontrollierbar und reichen bis zum Abheben mit
Landung auf der Gegenfahrbahn.
Das geht auch bei 80 schon.
Das Ganze ist im Sinne des
Wortes Verantwortungslos und die Fürsprache für beliebige
Geschwindigkeiten ist unter diesem Aspekt schlicht dümmlich.
Das sehe ich anders.
Für mich ist es befremdlich, dass viele Verkehrsteilnehmer die Relation zwischen Geschwindigkeit, individuellem Fahrkönnen und technischen Möglichkeiten des Fahrzeugs nicht kennen bzw. nicht kennen wollen.
Ein mit 120 Km/h pilotierter, 15 Jahre alter VW Bus mit Campinghochdach und 10 Jahre alten Reifen ist für mich deutlich bedenklicher, als ein mit 270 von einem Routinier bewegter Porsche.
Mathias, ich las von Dir vor einiger Zeit ein Statement der
Art, wir sollten „unser Öl“ notfalls mit Gewalt holen oder
sichern.
Das ist unwahr.
Ich gab lediglich zu bedenken, dass der Kampf um die Ressourcen begonnen hat und wir uns überlegen müssen, was wir wollen.
Falls Du das damals nicht verstanden hast: ich selbst bin gegen Krieg und würde mich eher auf echte(!) Alternativen zum Erdöl konzentrieren.
Solange man in Deutschland jedoch nicht über Flottenverbräuche, verbrauchsabhängige KfZ-Besteuerung und Verbote von Neubau-Ölheizungen diskutiert, ist mir das zu scheinheilig.
Man kann. sogar emissionsoptimiert, mit 300 Sachen über die Autobahn jagen, wenn man Gas benutzt. In Deutschland wird jedoch politisch und gesellschaftlich akzeptiert, dass die Lobby aus Autoherstellern und Ölfirmen dies verhindert.
Mal bei Benz in Deutschland angefragt, ob man für ein aktuelles Benzinmodell einen bivalenten Gasumbau (Gas und Benzin parallel nutzbar) bekommen kann? Mal bei Benz in Italien angefragt? Die Antworten sind sehr interessant.
Diese Diskussionen in Deutschland sind scheinheilig, neidgetrieben, präpotent und nicht lösungsorientiert.
Jeder der sich freut, dass sein Euro 1 Toyota ja mit 7 Litern auskommt und sich echauffiert, dass ein böser Nachbar mit seinem Mercedes ML320 ja 12 Liter verbraucht, ist medial und gesellschaftlich ins Recht gesetzt. Dass seine alte Gurke deutlich mehr Schadstoffe emittiert, sieht niemand.
Der Neid auf die 80.000 Euro-Kiste des Nachbarn steht im Vordergrund und die Schadenfreude, dass er ja mehr Sprit braucht, überwiegt.
Da bin ich selbst ja noch ein Gutmensch mit meinen 6 Litern Diesel…
Insgesamt bietest Du ein Bild, wonach Du das Leben
beliebiger Menschen, unsere Lebensgrundlagen und den Frieden
dem einen einzigen Ziel unterzuordnen bereit bist, so schnell
Auto fahren zu dürfen, wie Du es für richtig hältst.
Was soll ich dazu sagen?
Nein.
Grüße,
Mathias