alle Schreiber sind sich hier einig, daß die Todesstrafe:
unethisch ist (möchte ich zur Disposition stellen).
keinen besonders hohen Abschreckungseffekt hat (höchstens in Terrorregimen)
nur von dem ethisch ungebildeten Volk befürwortet ist (könnte sein).
Ein Punkt der bisher nicht aufgegriffen wurde ist die Gerechtigkeit.
Ist es unethisch, wenn die Strafe in einer Relation zur Tat steht?
Das Prinzip Auge um Auge und Zahn um Zahn ist in unseren Augen heute barbarisch, aber ist es auch ungerecht?
Darf ein Mensch auf ein Recht pochen, nämlich das Recht zu leben, daß er anderen Menschen verwehrt?
Gruß
Carlos
P.S. Ich bin persönlich gegen die Todesstrafe, weil sie von ungerechten Menschen in ungerechten Rechtssystemen (z.B. den USA) ausgeübt wird.
„Darf ein Mensch auf ein Recht pochen,
nämlich das Recht zu leben, daß er
anderen Menschen verwehrt?“
Ein Säufer fährt einen Unbeteiligten zum Krüppel.
Ein Schläger drischt jemanden krankenhausreif.
Eltern mißhandeln ihr Kind, das dann lebenslang psychische und physische Folgen zu ertragen hat.
Herr Schäuble sitzt im Rollstuhl, weil ein Durchgeknallter …
Ein Mensch nimmt einem anderen Menschen die Gesundheit, hat er dann noch das Anrecht auf seine eigene körperliche Unversehrtheit?
Das ist doch nur eine logische Weiterung Deiner Frage.
Und schon finden wir uns im Mittelalter wieder!
Auge um Auge
Ich habe mal irgendwo aufgeschnappt (keine Ahnung ob das stimmt), die Regel „Auge um Auge, etc.“ sei geradezu als eine Liberalisierung des Strafsystems zu verstehen gewesen, da sie eine Verhältnismäßigkeit der Strafe einfordert. Vorher, so müßte man dann annehmen, wurden die Leute schon für kleinere Delikte alle gemacht.
A propos „Verhältnismäßigkeit“ bzw. „Gerechtigkeit“: die ist meiner Ansicht nach da schon nicht gewahrt, wo ein Jüngelchen, das ein paar Automaten geknackt hat, in den Jugendknast geschickt wird, wo er dann von Mithäftlingen vergewaltigt wird, die ein paar Jährchen älter und ein paar Dutzend Kilo schwerer sind als er.
Die Schilderungen, die man über die Zustände in (einigen) US-amerikanischen Knästen hört, lassen mich sehr ins Grübeln kommen, für welche Delikte Haftstrafen dort „verhältnismäßig“ sind.
Aus der Perspektive der Opfer (oder deren Angehörigen) steht ja wohl selten die Besserung des Täters durch den Strafvollzug im Vordergrund, sondern das Streben nach ganz persönlicher Rache (haben auch einige der Diskussionsteilnehmer angesprochen, und ich bin mir sicher, daß es mir in einem solchen Fall auch so gehen würde, trotz aller grundsätzlichen Bedenken gegen die Todesstrafe).
Hallo liebe Forumsteilnehmer,
Ein Punkt der bisher nicht aufgegriffen
wurde ist die Gerechtigkeit.
Ist es unethisch, wenn die Strafe in
einer Relation zur Tat steht?
Das Prinzip Auge um Auge und Zahn um Zahn
ist in unseren Augen heute barbarisch,
aber ist es auch ungerecht?
Darf ein Mensch auf ein Recht pochen,
nämlich das Recht zu leben, daß er
anderen Menschen verwehrt?
Gruß
Carlos
P.S. Ich bin persönlich gegen die
Todesstrafe, weil sie von ungerechten
Menschen in ungerechten Rechtssystemen
(z.B. den USA) ausgeübt wird.
Damit hast Du die Frage auch schon beantwortet.
Jesus sagte, „Wer ohne Schuld ist, der werfe dem ersten Stein.“
Na ja, wer von uns …?
Liebe Forumsteilnehmer,
Wenn ich möglichst theoretisch an diesem Problem herumdenke, mag ich gelegentlich ins Wanken kommen. Doch dann stolpere ich regelmässig über ein kaum je genanntes
Argument: Es gibt ja keinen Vollzug ohne dass ein Mensch einen Menschen töten muss. Wer von uns möchte das auf sich nehmen? Wer glaubt, so etwas könnte spurlos an einem vorbeigehen, möge doch einmal ein Tier eigenhändig töten: man vergisst es nicht so schnell.
Zur Theorie: es wird doch auch das Prinzip gestützt, dass Töten richtig sein kann.
Gruss Tamaro
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