Hallo
haben uns letztes Jahr direkt am Haus ein neues Beet angelegt, oval mit einer kleinen Mauer abgegrenzt. War dann extra beim Gärtner und habe mich beraten lassen und 150 € für Pflanzen ausgegeben.
Die Kriterien sind:
Südlage, aber durch einen Ilex am Rande des Beetes ist die Morgen- und Mittagssonne nur halb auf dem Beet, sonnig ist es nur für ca. 4 Stunden. Außerdem kommt durch den Ilex nicht sehr viel Regen auf das Beet und ein ca. 50 cm breiter Streifen direkt am Haus ist durch den breiten Dachüberstand vor jeglichem Regen geschützt.
Gepflanzt wurden: Funkien, Storchenschnabel, Frauenmantel, Herbstastern und 2 andere Sorten, deren Name ich vergessen habe.
Funkien dümpeln vor sich hin (haben keine Blüte angesetzt), Storchenschnabel haben von 5 Pflanzen nur 2 mehr oder weniger kurz geblüht, der Frauenmantel ist mehr als dünn und die anderen ebenfalls.
Ich möchte nun eigentlich mehr oder weniger alles entfernen und neu pflanzen, habe aber keine Ahnung was.
Könnt ihr mir da zu etwas raten - was unter den Voraussetzungen auch eine Blüte hervor bringt?
Wäre sehr dankbar.
LG
150 EUR für ein paar Stauden? Respekt, sind das Solitärstauden, handgepämpert und mit exotischem Dünger aus längst vergessenen geheimen Rezepten versorgte Pflanzen?
Nun gut, Hosta brauchen feuchten, nährsoffreichen Boden und wollen erst mal Blätter treiben, bevor sie blühen - Geduld. Alchemilla ist ein Wiesen(un)kraut, das überall wächst, warum bei euch nicht Fragezeichen. Herbstastern wollen volle Sonne und nährstoffreichen Boden und viel Platz und brauchen auch ihre Zeit.
Unter die Dachtraufe gehören trockenheitsresistente Pflanzen wie Sempervivum, Saxifraga und Gräser, die das abkönnen, vorausgesetzt, es stehen keine hohen Pflanzen davor. Als Halbschattenpflanzen würde ich Digitalis, Aconitum, Bergenia und Epimedium als Bodendecker vorschlagen; Liatris, Kniphofia, Aquilegia, Paeonia für den sonnigeren Bereich.
Ich weiß ja nicht, wie groß euer Beet ist und bin jetzt auch zu müde, um Büchers zu wälzen. Vielleicht könnt ihr ja mit der Auswahl was anfangen und mehr Tipps folgen bestimmt noch. Ich vermute, dass der Boden nicht unbedingt der beste ist, erzähl mal, wie der beschaffen ist.
Gähnender Gruß
Horst
Servus,
ich sekundiere Horst, und schlage vor - falls es nicht gar zu trocken ist - die Kandidaten Akelei und Digitalis breit auszubauen: Von beiden, insbesondere Fingerhut, gibts eine relativ breite Palette verschiedener Arten (Fingerhut) oder Sorten (Akelei), die wenn sie einmal da sind, sich selber weiter aussäen. Ist halt eine Explosion von Blüten im frühen Sommer, nachher nicht mehr so viel. Im Kontrast dazu vielleicht Margeriten, die zwar auch ihre Wasserversorgung brauchen, aber sonst (auch für Licht) anspruchslos sind, und sich auch leicht selber aussäen.
Für spätere Blüte kann man mit Einjährigen Sommerblumen probieren, was geht.
Schöne Grüße
MM
Hallo Horst,
erst mal danke für die späte, schnelle Antwort. Leider kann ich mit den lateinischen Namen nicht so viel anfangen, kann ich aber nachschlagen.
Boden wurde aufgeschüttet, sehr gute Garten-bzw. Blumenerde, ca. 40 cm hoch - alles neu - sollte ja ein Blütenmeer werden…
Tja, handgehämmert sind die Pflanzen wohl nicht, aber es waren ca. 40 Stück und das hat eben seinen Preis.
Gut’s Nächtle erst mal.
LG
Hm, 40 Stauden für den Preis, nu ja, Edelgärtner. Und hm, Blumenerde, doch nicht das Tütenzeug aus dem Baumarkt, das ist in der Regel fast reiner aufgedüngter Torf und nicht das Schwarze unterm Nagel wert, was nach der Arbeit übrig bleibt.
Ich ergehe mich halt in den botanischen Bezeichnungen, weil die eindeutig sind, im Gegensatz zu deutschen und dazu noch regional verschiedenen Benamsungen.
Hallo
na ja, Edelgärtner? Ganz normale Gärtnerei eben - wollte ja gute Beratung und gute Pflanzen.
Pflanzerde habe ich auch bei dem Gärtner gekauft, war auch nicht billig.
Und die lateinischen Namen werde ich mir raussuchen und noch mal eine neue Runde starten.
Herzlichen Dank.
LG
Surfempfehlung
Hallo!
Da hast du wohl Pech gehabt mit dem Gärtner. Hat der sich Euren Garten mal angeschaut, oder war das Ferndiagnose?
Was ich ja immer wieder gern mache: Ich gucke in die Nachbargärten, was dort unter vergleichbaren Bedingungen wächst. Ein, zwei Gespräche mit den zugehörigen Gärtnern und wenn Du Glück hast, zückt der den Spaten und teilt die eine oder andere Staude mit Dir.
Ansonsten empfehle ich eine schöne Seite zur Lektüre:
http://www.gartenstauden.de/
Wenn Dich schon ein Fachmann nicht ordentlich berät, werde doch selber zu einem
Ein bißchen Versuch und Irrtum gehört dazu.
Hosta mögen eher Schatten und feucht, Alchemilla ist eine meiner Lieblingsstauden (ich liebe es, wenn Wassertropfen auf den Blättern liegen), aber so richtig heiß und trocken macht ihr zu schaffen.
Ich rate auch zu lateinischen Namen. Wenn Du eh neu lernst, ist es die selbe Arbeit gleich diese zu lernen. Und Verwechslungen sind ausgeschlossen. Überleg mal, was alles als „Vogelbeeren“ bezeichnet wird, fast alle Strächer, die rote Beeren tragen, werden irgendwo so genannt. Ob damit dann Sorbus, Cornus, Lonicera, Prunus oder sonstwas gemeint ist, bleibt damit im Dunkeln.
Schöne Grüße
kernig