Hallo Carsten,
Der Reibwert ist eine Funktion des Anpressdrucks.
Also bei einer Verdoppelung der
Kraft/cm2 verdoppelt sich der Reibwert.
Woher hast du denn diese Korellation ?
Die Frage nach dem woher blieb unbeantwortet.
Das kommt mir erstmalig unter.
Ersetze Reibwert durch Reibung.
Die Kraft, die durch Reibung übertragen werden kann, ist ca.
proportional zu Druck und Fläche.
Also doppelter Druck, doppelte Reibung.
Aber doppelte Fläche mal halbem Druck ergibt die selbe Reibung!
Will man die übertragbare Reibkraft berechnen, kommt man nicht daran vorbei, den Reibwert heranzuziehen.
Reibkraft = Reibwert x Aufstandskraft.
Wie willst du lediglich aus Druck und Fläche die übertragbare Reibkraft ermitteln ??
Diese einfache Rechnung ist aber eine Näherung.
Denn die maximal übertragbare Kraft hängt auch vom
Materialzusammenhalt ab. Stell die einen Radiergummi vor, auf
dem ein Auto abgebremst wird. Dann ist die Reibung nach oben
begrenzt durch die Kraft, die zum Abscheren der jeweils
untersten Radiergummischicht benötigt wird.
So ist das nicht richtig.
Als erstes ist die Reibung begrenzt durch die Übertragbarkeit von Kräften zwischen „Radiergummi“ und Fahrbahn, wofür der Reibwert das Kriterium ist. Das ist das, was man üblicherweise für die Berechnung der Fahrstabilität heranzieht.
Hat man Zweifel, ob der Reifen bzw das Radiergummi unter dieser Reibkraft überhaupt überlebt, dann käme als zweiter Schritt die Berechnung auf Scherfestigkeit.
Nach der einfachen Formel müsste ein 32 Tonner auf Fahrradreifen genau so gut
bremsen wie auf seinen richtigen Reifen.
Die stimmt also nicht ganz.
Doch, zunächst stimmt das so. Dass man keine Fahrradreifen für den Lkw nimmt, hat schlicht und einfach nur mit der Tragfrähigkeit zu tun.
Somit ergibt sich schon ein Vorteil durch mehr Auflagefläche.
Der Vorteil einer größeren Aufstandsfläche bei trockener Fahrbahn ist für Otto Normalfahrer marginal, evtl im Bereich von ein bis zwei Prozent. Kann sogar von Nachteil sein, wenn der breitere Reifen durch geringerem Druck in der Aufstandsfläche (damit geringere Anpassung an die Mikro-Struktur der Fahrbahnoberfläche) weniger Formschluss erzeugt.
aber: Nicht bei Schnee, Wasser, Kies. Denn dann sind schmale Flächen
durch den Effekt des Eingrabens bzw. durch weniger Aufschwimmneigung besser!
Das stimmt auf jeden Fall.
Und somit ist das System IMHO nicht praktikabel.
Gruß
Karl