Hallo,
Oh, Gott, man muss Risiken versichern und kann sich nicht mehr
die Rosinen rauspicken.
du scheinst GKV-versichert zu sein!?
Manchmal kann der Schein trügen. Und wo liegt der zwingende Schluß?
Du kannst dir deine Häme sparen; immerhin hat das
Bundesverfassungsgericht das bestehende Gesundheitssystem
bestätigt (Nebeneinander GKV-PKV) - und das ist gut so!
Ich habe auch nichts anderes gesagt. Der Hinweis, dass dies aus Wettbewerbsgründen gut ist, sollte dem verständigen Leser den Schluß ermöglichen, dass man Wettbewerb und damit das Nebeneinander positiv sieht.
Immerhin sorgt die PKV dafür, dass es dir (als
GKV-Versicherter) versorgungstechnisch wesentlich besser geht.
Das wäre die Aufgabe der PKV?
Krankenhäuser und Ärzte könnten nicht oder in wesentlich
geringerem Umfang in fortschrittliche Behandlungsmethoden und
moderne Geräten investieren!
Ist die Finanzierung der Krankenhauslandschaft geläufig?
Immerhin finanziert die PKV das deutsche Gesundheitssystem mit
10,48 Mrd EUR (letzte Erhebung 2007)!
Also ich würde es so formulieren: Sie trägt (zu einen sicher nicht unerheblichen Teil) zur Finanzierung bei.
Die 144,3 Mrd. Leistungsausgaben der GKV finanzieren sicher auch das eine oder andere.
Da ein großer Teil davon (4,85 Mrd.)auf die Arzthonorare entfällt, sorgt die PKV dafür, dass viele Praxen am Leben bleiben, da sie ansonsten nicht kostendeckend arbeiten könnten!
Aber die Honorare von den Privaten alleine würden sicher nicht mal die Fixkosten decken. Da wird wohl eine gesunde Mischkalkulation herrschen.
Was soll der Unsinn? Meinst du, Leute, die in die PKV wollen,
sind so blauäugig?
Also wenn ich hier so manche Frage lese, will mir das eine oder andere Mal schon dieser Eindruck entstehen.
Man bleibt schließlich nicht ewig 25, unverheiratet, kinderlos
und gesund.
Das sind u.a. Hauptthemen in einer guten PKV-Beratung!
Offenbar sind dann manche etwas beratungsresistent. Und das Verkäufer immer auch gute Berater sind, darf ganz sicher angezweifelt werden.
Wenn die privaten KV bisher tatsächlich günstiger sein konnten
als die gesetzlichen, dann nur weil sich Erstere die günstigen
Risiken raussuchen konnten. Alles andere mußte von der
Solidargemeinschaft der gesetzlich Versicherten getragen
werden.
Quatsch! Das liegt selbstverständlich auch an den
unterschiedlichen
Systemen (GKV=Umlage-, PKV=Anwartschaftsdeckungsverfahren)!
Aha. Es könnte also nicht zum größten Teil daran liegen, dass die GKV jeden aufnehmen muss und bei Bedarf auch Ehefrau und Kinder kostenlos mitversichern muss und sie auch keine risikoadjustierten Beiträge verlangen darf?
Die PKV kann schlechte Risiken erstmal ablehnen. Und für Ehefrau und Kind werden jeweils Prämien fällig. Wer ein höheres Risiko ist, muss auch höhere Beiträge zahlen oder mit Leistungsausschlüssen leben. Das alles macht es für die PKV wesentlich einfacher ihre Prämien zu kalkulieren. Dass diese dann wegen der geringeren Risiken auch geringer sind, hat aber nichts mit der Beitragsaufbringung sondern eben mit der Risikoverteilung zu tun. Die Form der Beitragsaufbringung bei den PKV hat lediglich zur Folge, dass die Beiträge relativ konstant bleiben. Aber an den Kosten dürfte das ja wohl kaum was ändern. Und was die Rückstellungen einmal wirklich wert sein werden, kann wohl heute keiner sagen. Es sollte mich wundern wenn da nicht der eine oder andere Euro bei diversen Anlagen verloren gegangen ist.
Mich würde jetzt wirklich mal interessieren, warum der Basistarif 570€ kostet, wenn er angeblich weniger Leistungen bietet. Etwa deshalb weil keine Leistungen mehr ausgeschlossen werden können und jedes Risiko aufgenommen werden muss?
Sicher gibt es am gesamten Gesundheitssystem oder an Ulla im
speziellen viel zu kritisieren. Aber aus Wettbewerbsgründen
ist die aktuelle Rechtslage eindeutig zu begrüßen.
Imho hat sich die Situation für die PKV nicht verschlechtert!
Hatte ich das behauptet?
1.) Nebeneinander GKV - PKV, also Existenzrecht der PKV
bestätigt, Absage an die Bürgerversicherung.
2.)„Beobachtungspflicht“ für die Regierung, um zu
gewährleisten, dass die Gesundheitsreform in Zukunft keine
unzumutbaren Folgen für die Versicherten und die
Versicherungsunternehmen ist. Das Geschäftsmodell PKV dürfe
nicht gefährdet werden!
3.) Imho haben die PKVn natürlich mit der „Auswirkung des
Basistarifes“ gewaltig übertrieben (so macht man das ja vor
einem Grichtsurteil(LOL)- der wird sich nahezu tragen! Wenn
das Ganze aber für die Versicherten und die Gesellschaften
unzumutbar werden würde, müsste die Regierung einschreiten!
Wieso sollte es unzumutbar werden, wenn die Versicherten für ihre Risiken bezahlen müssen und die schlechten Risiken nicht in die GKV abschieben können. Verstehe ich wirklich nicht.
Grundsätzliches Fazit: Hätte es die PKV nicht mehr gegeben,
wäre wohl dein Neideffekt vom Tisch, du wärest aber schlechter
versorgt!
Wo war ein Neideffekt zu erkennen? Man hat die Aussage, dass am Gesundheitssystem und an Ulla viel zu kritisieren ist und dass das einzig positive der Umstand ist, dass jetzt mehr Wettbewerb herrscht, aufgenommen und verarbeitet?
Wegen mir könnten die Reformen ruhig weitergehen. Sie sollten dann aber auch den Titel Reform zu Recht tragen und nicht nur Rumgefummel an einem kaputten System sein.
P.S. Deine Ulla ist übrigens PKV-versichert (LOL)!
Es ist weder meine Ulla, noch bin Parteigänger.
Möglicherweise ist hier etwas in den falschen Hals geraten. Wenn es die Privaten nicht gäbe, dann müßte man sie erfinden. Es macht auch wenig Sinn sich die Nachteile des einen oderen anderen Systems vorzuhalten. Vielmehr sollten die jeweiligen Vorteile gesucht werden.
Die Frage um dies es eigentlich geht ist doch die, warum der Gesetzgeber es für richtig hält, das jeder eine Krankenversicherung hat.
Hierfür wird es dann Gründe geben und auf denen sollte dann die Versicherungslandschaft aufgebaut werden.
Stichworte zum Nachdenken hierüber könnten etwa Pareto-Effizienz oder adverse selection sein.
Bei der Kfz-Haftpflicht kommt man ja komischerweise auch ohne gesetzliche Versicherungen aus. Da herrscht munterer Wettbewerb, jeder kann sich seine Versicherung ausssuchen und jede Versicherung ihre Versicherten. Es gibt risikoadjustierte Prämien und wer wechseln will, kann sich das jedes Jahr aufs Neue überlegen.
Gruß