Servus Angela,
die präzise Version von Deinem Griechen kann ich nicht erraten - es gibt zu viele verschiedene Möglichkeiten.
Aber ein paar Grundsätze:
Im Gegensatz zu den Standard-Grillfleischbergen sind Schmorgerichte griechisch ziemlich umfangreich gewürzt. Das radikalste (und eigentlich grundlegende), der Stifado (= Lamm & kleine Zwiebelchen geschmort) lebt davon, dass man die Zwiebelchen satt mit Nelken spickt und nachher beim Schmoren ziemlich Lorbeer zugibt.
Nelken tauchen beim Griechen auf, wo man sie am wenigsten erwarten würde; nicht bloß beim Galaktompuriko.
Beim langen sanften Schmoren im Ofen werden die Aromen etwas milder und die zuerst barbarisch wirkende Gewürzorgie macht solchermaßen abgeschwächt ein schönes Orchester.
Knoblauch gleich beim Anbraten ist am Ende kaum noch als ein Hauch zu schmecken, aber es fehlt was, wenn er fehlt. Knoblauch am Ende macht einen richtigen Knoblauchton.
Ferner spielt beim Griechen die Zitrone eine ziemliche Rolle. Huhn mit Knoblauch & Zitrone eingerieben, mit deren Resten gefüllt und orntlich Oregano anbei ist ein Klassiker, aber grundsätzlich kann Zitrone überall bei, immer vor dem Anbraten. Hat technisch den Effekt, dass von der Säure des Saftes die Poren vom Fleisch beim Anbraten schneller schließen, und verträgt sich als der zuletzt übrige Hauch mit praktisch allem.
Das Winning Team Tomate & Salbei ist in den anderen Mittelmeerländern wenig populär: Italienische Renaissance kennt eh bloß Pfeffer und Salz, und spanische „brutalizaciòn“ von Gerichten beruht auf Öl, Pfeffer, Salz und heftigstem Paprika.
Kurzer Sinn:
Wenn Dus mal mit Nelken, Lorbeer, wenig Salbei, Oregano, Knoblauch probieren magst?
Jetzt wo jeder die Amis bläd findet, bin ich, der ich sie jahrzehntelang in Bausch und Bogen verachtete, natürlich gefordert, sie im Einzelnen ein wenig zu loben:
Ein supi schönes Kochbüchlein, welches mediterrane Küche direkt, klar und einfach, aber authentisch vermittelt, ist ausgerechnet von einer Amerikanerin: Joyce Goldstein, „Die Besten Rezepte aus der Taverna“, Carlsen 1997. Eines der neben Anne Villan seltenen Büchlein aus der Kante, welches sehr schöne Photographien mit gut praktikablen Rezepten verbindet.
Schöne Grüße
MM