Neurodermitis

Hallo,
ich habe heute erfahren, dass meine Tochter, 14J., an Neurodermitis leidet.
Wie kann ich unser Zuhause „Neurodermitis-freundlich“ gestalten? Welche Ratschläge haben andere Betroffene für uns? Was gilt es unbedingt zu beachten? Wie sieht es mit der Ernährung aus?
Derzeit stehe ich vor einem Berg von Fragen…
Chrissie

Hallo,

wenn Du Neurodermitis und Hilfe in eine Suchmaschine eingibst ergibt sich eine Flut von links. Es ist auch ziemlich offensichtlich eine Menge (esoterisch aussehender) Schmarrn dabei, also etwas Vorsicht walten lassen. Diese Übersicht sieht auf den ersten Blick ganz okay aus: http://www.bellnet.com/suchen/gesund/medizin/neurode…

Viel Glück, Tille71

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Tille71,
vielen Dank für die Link-Seite!
Ich brauche wohl mehr Alltags-Erfahrungen. Welches Waschmittel, Bettwäsche, Seife, Duschgel, Teppich oder Laminat, wie sollte die Ernährung aussehen etc?
Lieben Gruss,
Chrissie

Hallo,

wenn Du Neurodermitis und Hilfe in eine Suchmaschine eingibst
ergibt sich eine Flut von links. Es ist auch ziemlich
offensichtlich eine Menge (esoterisch aussehender) Schmarrn
dabei, also etwas Vorsicht walten lassen. Diese Übersicht
sieht auf den ersten Blick ganz okay aus:
http://www.bellnet.com/suchen/gesund/medizin/neurode…

Viel Glück, Tille71

Hallo,
ich habe heute erfahren, dass meine Tochter, 14J., an
Neurodermitis leidet.
Wie kann ich unser Zuhause „Neurodermitis-freundlich“
gestalten? Welche Ratschläge haben andere Betroffene für uns?
Was gilt es unbedingt zu beachten? Wie sieht es mit der
Ernährung aus?
Derzeit stehe ich vor einem Berg von Fragen…
Chrissie

Hmm, ich wollte damit auch sagen, dass es da keine „Antworten für alle“ gibt (sonst gäbe es ja nicht so viele verschiedene Konzepte und Produkte zur Auswahl!! Inklusive halbseidener Geldmacher).

Deswegen heißt es bei jedem Produkt: Ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren und flexibel sein, Entspannung nicht vergessen, denn die Emotionen spielen oft eine Rolle bei der Haut.

Tille71

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Immer mit der Ruhe…
Hallo Chrissie,

Wie kann ich unser Zuhause „Neurodermitis-freundlich“
gestalten?

Laß Dir bzw. Euch bitte Zeit mit der neurodermitikerfreundlichen Umgestaltung der Wohnung… Es kann nämlich sein, daß Ihr die in den nächsten Jahren noch dreimal umgestalten müßt… Neurodermitis ist jedenfalls kein Todesurteil und keine Behinderung - es ist einfach nur schweinelästig.

Als bei mir mit 30 nach über zehn Jahren durchaus kreativer Ideen endlich die Diagnose ‚Neurodermitis‘ (ich muß dazu sagen, daß bei mir erschwerend etwa siebzigtausend Allergien und Asthma dazu kommen) feststand, ging es nämlich in puncto wohlmeinende Umgestaltungsvorschläge zur neurodermitikerfreundlichen Umgestaltung der Wohnung erst recht kreativ weiter: Teppichboden raus, Parkett/Laminat rein, Katzen abschaffen (Halloooo?!), nicht mehr schminken (HAAAAALOOOO???), nur noch Naturfasern tragen, Astronautenfutter, und, und, und. Ich war echt kurz davor, die ganze wohlmeinende Meute mit Cortison zu vergiften… *ggg*

Was gilt es unbedingt zu beachten?

Erst einmal nichts. Doch! Wenn Deine Tochter phasenweise hoch dosiertes Cortison einnehmen muß, würde ich für ein warmes Plätzchen (möglichst direkt auf der Heizung) sorgen. Ich habe mir bei Cortison auch im Hochsommer den Hintern abgefroren.

Wie sieht es mit der
Ernährung aus?

Seelenruhig abwarten und/oder ausprobieren, zumal nach den neuesten Studien feststeht, daß Ernährung bei Teenagern und Erwachsenen in dieser Hinsicht eine eher untergeordnete Rolle spielt. Ausnahme: Deine Tochter ist Allergikerin (betrifft auch Kreuzreaktionen) oder leidet unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Ich habe für mich herausgefunden, daß mir bzw. meiner Haut die sehr salopp nach Renee modernisierte Variante der Trennkost (hat mit der unsinnigen Methode von Hays nichts zu tun) sehr gut bekommt.

Derzeit stehe ich vor einem Berg von Fragen…

Mein eMail-Postfach ist aufgeräumt. :wink:

Viele Grüße
Renee

Hallo Chrissie,

Ich brauche wohl mehr Alltags-Erfahrungen.

lass dir/euch erst mal Zeit und lass es langsam angehen
(deine Tochter brauchte ja auch Jahre, bis sie 14 war).

Welches Waschmittel, Bettwäsche, Seife, Duschgel, Teppich oder
Laminat, wie sollte die Ernährung aussehen etc?

Einfachster Tipp: Lass deine Tochter entscheiden. Die meisten
Allergiker meiden eh, was ihnen nicht gut tut. Das tun sie
instiktiv. Das wichtigste ist aber, m. E., dass die ND nicht
ständig thematisiert wird. Ein ausgeglichenes Wesen lässt
die ND oft zurückgehen.
Renee hat m. E. schon viel wichtiges/richtiges geschrieben.

Lieben Gruss,

retour

Chrissie

D.

hallo renee,

da du dich so gut auskennst - ist sowas denn eine hilfreiche seite in dem fall oder eher nicht? - wenn nicht, dann gebe ich sie nämlich lieber nicht als tip weiter…

http://www.purenature.de/index.php?uin=0746v80dhbpq9…

sag mal wie du das siehst - ich will ja nicht tips geben die nicht hilfreich sind.

danke dir und einen schönen tag!

LG
nina

Hallo Chrissie,

mit den (wenigen) Infos, die du geschrieben hast, lässt sich noch nicht allzuviel raten, da Neurodermitis nicht gleich Neurodermitis ist. Es wäre z.B. interessant zu wissen, wie die Vorgeschichte ist (Neurodermitis erst jetzt aufgetreten oder erst jetzt erkannt), ob noch Allergien vorliegen und wenn ja welche. Oder auch wie sich die Neurodermitis äußert (trockene Haut, nässende Haut, aufgeplatzte Haut, …).

Wenn du das nicht lang im Forum ausbreiten willst, dann kannst du (oder auch deine Tochter) mir auch gerne eine Mail schreiben. Als ich Neurodermitis bekam hatte ich keinen, der sich damit auskannte und ich weiß, wie gut es tun kann, sich mit anderen auszutauschen.

Gruß
Kati

Hallo!

Einfachster Tipp: Lass deine Tochter entscheiden. Die meisten
Allergiker meiden eh, was ihnen nicht gut tut. Das tun sie
instiktiv.

Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Man kann lernen, was die „Verstärker“ der ND sind, wenn man sensibel in sich hineinhorcht. Eine Nahrungsmittelallergie kann man schon nach Sekunden an sich selbst feststellen. Ebenso bei Hautcremes, Stoffen oder Waschmitteln - dazu braucht man keinen Allergietest. Es kribbelt, es juckt, wenn auch nur subtil - man kann es spüren und lernen. Meine Parole ist: Alles essen, alles machen, solange es nicht kribbelt.

Eben deswegen:

Das wichtigste ist aber, m. E., dass die ND nicht
ständig thematisiert wird.

Deshalb würde ich auch die Wohnung genauso lassen, wie sie ist.

Und ich würde mir „Elidel“ verschreiben lassen, mir einen Hautarzt mit Bäderpraxis suchen und evtl. eine Balneo-Photo-Therapie machen (PUVA-Therapie).

Mein ganz persönlicher Rat weil sich so viele Scharlatane rumtreiben und es so viele „Religionen“ gibt, die um diese Krankheit gesponnen werden: Finger weg von alternativen Heilmethoden bei Neurodermitis!

Viele Grüße,
Iris

Hallo,

Es ist schwer zu sagen, was bei Neurodermitis hilft, weil - wie von anderen schon gesagt: Neurodermitis ist nicht Neurodermitis.

Was ist es denn? - Die Antwort darauf kennen auch die Mediziner nicht. Neurodermitis ist schlicht der Name für ein Sammelsurium an (allergieähnlichen) Phänomen, deren Ursachen und Mechanismen man nicht kennt.

Daher dauert die Diagnose einer Neurodermitis auch so wahnsinnig lange (sei denn, der Arzt ist faul und befindet kurzerhand: „keine Ahnung, was das nu wieder is - also Neurodermitis!“). Zunächst müssen alle bekannten Krankheiten ausgeschlossen werden. Wenn man dann am Ende ist und immer noch nicht weiß, was Sache ist, wird es „Neurodermitis“ genannt.

Da man nicht im mindesten Verstanden hat, was diese „Krankheit“ ist, kann man auch nicht sagen, wie man helfen kann. Das Einzige, was man weiss, ist, dass es letzlich etwas mit dem Immunsystem zu tun hat und man die Symptome daher kurzzeitig mit Cortison in den Griff bekommt. Das hat aber mit den Ursachen nichts zu tun und ist auch keine langfristige Lösung.

Es _könnte_ eben alles sein: psychologisches, eine genetische Prädisposition, eine (unverstandene) Allergie, ein Nebeneffekt einer ganz anderen Erkrankung (zB. das Ergebnis einer Stoffwechselstörung) und und und - und eine Kombination aus alledem.

Die Chance, durch eine aufwändige Maßnahme das Umfeld so zu ändern, dass sich die Symptomatik bessert, ist nahe Null.

LG
Jochen

…wie sollte die Ernährung aussehen…

Hallo,
lies mal in „Allergien muessen nicht sein“ wie Bruker Allergien heilte.
Gruss Helmut

HI Nina,
sorry, das Zeug ist schwachfug (woher wollen die wissen, was sie
dir nicht andrehen dürfen?). Investier dein Geld besser wo anders.
LG
D

Hallo,

such Dir einen Heilpraktiker, der eine Bestrahlungslampe für die Eichotherm-Therapie hat. Besprich Dich mit ihm über diese Methode.
evt. findest Du auch was unter "google.

Einen lieben Gruß von rosa

ich habe heute erfahren, dass meine Tochter, 14J., an
Neurodermitis leidet.
Wie kann ich unser Zuhause „Neurodermitis-freundlich“
gestalten? Welche Ratschläge haben andere Betroffene für uns?
Was gilt es unbedingt zu beachten? Wie sieht es mit der
Ernährung aus?
Derzeit stehe ich vor einem Berg von Fragen…
Chrissie

Vorsicht!
Hallo!

such Dir einen Heilpraktiker, der eine Bestrahlungslampe für
die Eichotherm-Therapie hat.

Vorsicht!!! Diese Geräte strahlen UV-C Licht ab, das als gefährlich einzustufen ist. Ausserdem werden dort pauschal Therapiesitzungen von ca. 40 Minuten empfohlen.

Bei einer seriösen Strahlentherapie wird anhand einer Testbestrahlung genau ermittelt, wieviel UV-Licht sinnvoll und _möglichst_ unschädlich ist. Bei guten und sicheren Bestrahlungsgeräten sind das am Ende pro Sitzung wenige Sekunden, bei dunkleren Menschen auch mal wenige Minuten. Aber definitiv nicht 40 Minuten!

Ich würde die Finger davon lassen.

Gruß,
Iris

hi du,

ich habe da noch nie was gekauft - darum ja meine frage ob man so eine seite anderen empfehlen kann.

gruss
nina

Wie kann ich unser Zuhause „Neurodermitis-freundlich“
gestalten?

Hallo, auch unsere Tochter hat es. Wie schon andere hier posten:
Jeder Fall liegt anders. Trotzdem kann es auf keinen Fall schaden
gewisse „Stressfaktoren“ für Haut und Immunabwehr zu vermeiden.

Die wichtigsten Tipps: Kein Milcheiweiß (also Butter und Sahne ja,
Käse und Quark nein); keine reine Wolle; gegen Trockenheit
Luftbefeuchter und viel Eincremen; öfter staubsaugen; starkes
Schwitzen vermeiden. Keine große Sache.

Meiner Erfahrung nach bedeutet Neurodermitis oft auch eine
(vorübergehend) überstarke Sensitivität. Die Schutzschicht ist dünn
und will sich „dicker“ machen. Einem Teenie (Verpuppung!) hilft hier:
Besondere Geborgenheit, nicht zu vielen Eindrücken aussetzen, neues
Essen, neue Leute, neue Eindrücke „langsam“ ranlassen. Cortison hat
viele Nebenwirkungen - würde ich nur im äußersten Notfall nehmen (um
ruhigen Schlaf zu ermöglichen).

Alles Gute!

Uiuiui…
Hallo Nina,

Natur sagst Du? Nicht wirklich… Ich habe mal Spaßes halber das ach so sanfte und natürliche Creme-Bad für empfindliche Haut (http://www.purenature.de/shop/k10/a18/creme-bad.html…) unter die Lupe genommen. O-Ton auf der HP (die Hervorhebungen habe ich teilweise übernommen):

Mit dem Feuchtigkeits-Creme Bad von Simple können auch Menschen mit empfindlicher Haut sich den Genuss eines entspannenden Bades gönnen, ohne Reizungen und Austrocknen der Haut befürchten zu müssen. Der reichhaltige Badezusatz pflegt sensible Haut und verzichtet wie alle Simple-Pflegeprodukte für Haut und Haar auf zwei der Inhaltsstoffe, die häufig Hautirritationen und Allergien auslösen.

Und nun zurück an die Lupe:

• Aqua: selbsterklärend, gelle? *g*
• 3-Dioxane und 5-Bromo-5-Nitro-1: Allergieauslöser , zumindest aber Juckreizauslöser, Formaldehydabspalter, kann Nitrosamine bilden (sie gelten als krebserregend )
• Anthemis Nobilis = Kamille.
• Benzoic Acid (Benzonsäure) = Allergieauslöser , Konservierungsmittel.
• Citric Acid: OK.
• Cocamide MEA: kann Nitrosamine bilden.
• Cocamidopropyl Betaine: zwar nicht allergen, aber reizend hierzu http://www.oekotest.de/cgi/vb/vbgs.cgi?frage=36901 (ist also auch nicht ohne).
• Dipropylene Glycol: ein chemisches Lösemittel, das hautreizend wirkt. BTW: das Zeug ist so ‚verträglich‘, daß es nach dem Sicherheitsdatenblatt nicht einmal mit dem Hausmüll entsorgt werden darf. *g*
• Glycerin: normalerweise OK, kann aber in höheren Konzentrationen die Haut austrocknen.
• Hydroxypropyl Methylcellulose: an sich unbedenklich, aaaaber: es ist ein Emulgator und wenn jemand Probleme mit Kosmetika hat, dann ist es meistens eine Emulgatorenunverträglichkeit.
• Glycol Distearat: und noch ein Emulgator.
• Laureth-10: uuuund noch ein Emulgator.
• Panthenol (Pro-Vitamin B5): OK
• PEG-55 Propylene: huch, da ist ja noch ein Emulgator , der übrigens den Feuchtigkeitsgehalt der Haut stört.
• Pelargonium Graveolens Oil: vielleicht hätte man den Deppen sagen sollen, daß Geranienöl - übrigens ein Duftstoff - zu den häufigsten Auslösern von Kontaktallergien gehört…
• Propylen Glycol: ein Petroleum Derivat, stark hautreizend. BTW: laut Sicherheitsdatenblatt ist Hautkontakt unbedingt zu vermeiden. Wundert es? Nö! Schließlich kriegt man mit Propylen Glycol sogar Bootslack ab! :wink:
• Sodium Chloride: OK, stinknormales Kochsalz…
• Sodium Hydroxide: laut Sicherheitsdatenblatt ätzende Wirkung auf Haut und Schleimhäute ; Warnhinweis: Berührung mit Haut und Schleimhäuten vermeiden, bei kurzzeitiger oder geringer Belastung Atemfiltergerät tragen.
• Sodium Lauryl Sulfate: hochallergen, stark hautreizend und entfettend , was ebenfalls nicht weiter verwundert, wird das Zeug als industrieller Fettlöser verwendet…
• Tetrasodium EDTA: ein hochallergenes Konservierungsmittel.

Streicht man Wasser, Salz und Vitamin B5, bleibt ein chemischer Giftcocktail übrig. Muss ich jetzt wirklich noch schreiben, was ich davon halte? :wink: Von ‚pure Natur‘ sehe ich jedenfalls nicht viel.

Grüße
Renee

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