Hallo,
vielleicht ist es eine Rechtsfrage, aber da sie in erster Linie medizinisch ist, fange ich hier an. Neutral, damit es keine FAQ-Konflikte gibt und dann ggf. verschoben werden kann.
Eine altere Dame, so über 75 Jahre alt, hat seit einigen Jahren eine Neuropathie in beiden Beinen/Füßen, aber keine Diabetes. Deshalb muss sie regelmäßig zur Fußpflege, um Folgeschäden an den Füßen möglichst im Vorfeld zu verhindern. Da sie keine Diabetikerin ist, muss sie die Fußpflege selbst bezahlen. Als Diabetikerin wäre die Fußpflege eine Kassenleistung, jedenfalls bei der AOK.
Frage: Neuropathie ist Neuropathie, egal was sie verursacht. Ist wirklich nur eine Diabetes-bedingte Neuropathie mit Folgebehandlungen eine Kassenleistung? Eine nicht sachgerecht durchgeführte Fußpflege führt so oder so zu unerwünschten Folgen bis hin zu Amputationen, die dann auf jeden Fall die Kasse übernehmen muss, natürlcih auch die daraus resultierenden weiteren Folgen. Irgendwie ist das nicht recht nachvollziehbar. Gibt es Argumantationsmöglichkeiten, mit der auch nicht durch Diabetes bedingte Neuropathien (bzw. die Begleitbehandlungen, die sich daraus ergeben) wenigstens teilweise durch die KK übernommen werden können? Ein bischen wirre, das Ganze, aber ich hoffe, ihr wißt, worauf ich hinaus will.
Danke im Voraus!
Babrara
Hallo,
wie das rein rechtlich aussieht, weiß ich nicht, und auch nicht, welche Chancen man hat, wenn man versucht, etwas gegen die Zahlungsmodalitäten/-vorbedingungen/-einschränkungen der Krankenkassen zu unternehmen.
Aber ich glaube, man findet da leicht Leute, die einen über passende Auskunftsstellen informieren können, zuallererst würde ich da den Hausarzt fragen. Vielleicht kann auch der Neurologe bei der Krankenkasse protestieren, aber das ist natürlich immer eine Frage der Zeit, der Kraft und des Engagements.
Es gibt aber viele Gründe für Neuropathien, und einige davon sind durchaus klärbar. Zum Beispiel HarnSÄURE- Erhöhung im Blut. Zum Beispiel Chemikalien, Medikamente. Zum Beispiel Vitaminmangel verschiedener Art. Zum Beispiel aber auch - nach Diabetes einer der häufigeren Gründe - Alkohol …
. Das könnte einer der Gründe für die Haltung der KK sein.
Vielleicht, wenn die Ursache der Neuropathie gefunden würde, sähe deren Entscheidung anders aus?
S.I.
Hallo,
die Ursache ist vollkommen unbekannt, keine der von dir genannten Gründe treffen hier zu. Die Dame ist natürlich in dem Alter ständig in ärztlicher Betreuung, aber hat man keinen Schimmer, woher es plötzlich kam.
Haus- und andere Ärzte können keine Fußpflege verschreiben, wird ihr immer wieder gesagt, die KK wimmelt ebenfalls ab.
Danke erstmal
Barbara
Hallo Peluche,
wenn alle anderen möglichen Ursachen ausgeschlossen wurden, handelt es sich bei dir um eine idiopathische Polyneuropathie. Trophische (destruktive) Veränderungen gehören nicht zwangsläufig zu dieser Erkrankung, anders, als bei der daibetischen oder alkoholischen PN.
Für mich besteht zwar kein Zweifel, dass auch bei der idiopathischen Form eine sorgfältige Fußpflege ratsam ist. Das gilt aber für jeden älteren Menschen wegen möglicher arteriosklerotischer Durchblutungsstörungen. Wohl deshalb sieht die KK keinen Grund, die Fußpflege zu bezahlen.
Sollten bei dir besondere Gründe vorliegen, lass dir das von deinem Hausarzt bescheinigen, und geh mit diesem Attest zur KK.
Gruß
Montanus
Besteht auch kein „leicht erhöhter“ Blutzucker oder auch Hba1c-Wert?
Ein Bekannter der Familie hat o.g. - aber keinen Diabetes - und der Arzt hat ihn schon vor Jahren in sein DMP aufgenommen - und er bekommt seine Fußpflege bezahlt.
Hallo Barbara,
ich weiß nicht, ob die sich auch um so etwas kümmern, aber sie kümmern sich um weitaus mehr als der Name sagt - „Verband der Kriegsopfer und Behinderten“ in Kiel.
Man hat dort ausgezeichnete Juristen, die sich gerade im Sozialrecht sehr gut auskennen. Ein paar Mal haben die mir oder in mir bekannten Fällen früher sehr kundig weitergeholfen.
Hätte ich dieses Problem zu klären, würde ich dort versuchen, Auskunft zu bekommen.
Viel Glück S.I.
noch eine Idee
…mir fiel noch ein: nicht nur ein manifester, auch ein latenter Diabetes mellitus kann bereits zu einer Polyneuropathie führen. Man findet ihn durch einen Glucose-Belastungstest heraus (nicht durch die „normalen“ Blutentnahmen). Ob man den vielleicht machen sollte? Sollte ein latenter Diabetes vorliegen, hätte man höchstens nochmal Gutachter nötig, die dessen Bedeutung für eine Neuropathie bestätigen(was seitens der Neurologie aber bekannt ist), da die Sachbearbeiter der KK oft nicht so informiert sind. S.I.
Hallo,
ich antworte mal hier:
Die Patientin (meine Mutter) hat neben Neuropathie ohne bisher erkennbare Ursache weitere Probleme mit den Füßen. Hallux, gesenkte und teilweise immer noch wandernde Mittelfußknochen, seit einiger Zeit stark gekrümmte Zehen, die teilweise schwer entzündet sind, da sie falsch drauf läuft. Eine Folge der Neuropathie ist, dass sie zwar Schmerzen hat bein Laufen, aber die teilweise heftigen Entzündungen nicht oder falsch empfindet. Kann’s nicht recht erklären. Schon wegen der anderen Beschwerden muss sie zur Fußpflege, zusammen mit der Neuropathie aber zur Spezialistin für solche Fälle. Mimimum einmal im Monat, und das geht ins Geld. Obwohl es wirkllich schlimm ist, gibt es bisher keine Rezepte, und die Kasse wimmelt ab. Obwohl die bei anderen Beschwerden ausgesprochen hilfreich und kulant war bisher.
LG Barbara