Ich nehme seit zweieinanhalb Jahren Antidepressiva, und was die
ständigen Tiefs und Heulkrämpfe angeht, hat es auch gut funktioniert.
Vorletzte Woche bin ich dann nachts ins Bett gegangen und auf einmal
fing ich an zu schwitzen, hatte richtig Panik und Übelkeit. Ich bin
dann aufgestanden und erstmal in Ohnmacht gefallen und musste mich
übergeben.
Jetzt entwickle ich richtige Neurosen vor meinem eigenen Bett.
Jedesmal, wenn ich mich hinlege, muss ich an die Situation
zurückdenken, kriege Panik, es schnürt sich alles zu.
Ich weiß überhaupt nicht was ich machen soll. Ich kann nicht mehr
unbefangen ins Bett gehen und mein Freund ist natürlich auch schon
völlig fertig…ich meine: ich bekomme Panik, wenn ich an seiner
Seite liege!!!
es wurde mir schon nahegelegt vom Neurologen, dass ich eine Therapie
machen sollte, aber seine Warteliste ist bis auf zwei Jahre dicht.
Ich ertrag diesen Zustand nicht mehr - gleichzeitig hab ich auch
angst, dass die Depression wiederkommt, dass würd ich nicht mehr
durchstehen.
Vielleicht habt ihr ja einen Rat oder jemand ist hier, der ähnliches
erlebt hat.
Hallo Veil,
ja, ich kenne das, was du beschreibst.
Ich halte es für dringend angesagt, dass du den Rat deines Neurologen befolgst und ENDLICH eine Psychotherapie beginnst.
Eine psychische Erkrankung, die sich in der von dir beschriebenen Form äußert, nur medikamentös zu behandeln, ist längerfristig gesehen nicht besonders effektiv.
Es ist keinesfalls nötig, dass du die Therapie bei deinem Neurologen machst, im Gegenteil, es kann durchaus Vorteile haben, wenn du das trennst und dir möglichst schnell bei einem anderen Psychotherapeuten Hilfe holst.
Deine Angst, dass die Depression wiederkommt, kann ich sehr, sehr gut nachvollziehen…solange du Medikamente einnimmst, müsste das aber einigermaßen kontrollierbar sein.
Leider kann ich dir dazu aber nichts weiter sagen(befrage deinen Neurologen zu dem Thema)da ich meine Depression ausschließlich(und erfolgreich)psychotherapeutisch bearbeitet habe.
Ich möchte dir gerne ein wenig Mut machen, die Angstsymptomatik, die bei dir jetzt auftritt möglichst schnell mit therapeutischer Hilfe anzugehen.
Nichts ist schlimmer als diesen Attacken alleine hilf- und ahnungslos gegenüberzustehen.
Ein Therapeut kann dir gute Strategien zeigen, wie du damit umgehen kannst und wird mit dir zusammen versuchen herauszufinden, was dahinter steckt.
Ich wünsche dir alles Gute,
Anna
gibts keinen anderen therapeuten der keine arteliste hat oder wie sind die umstände weshalb du 2 jahre warten musst? erklär das doch mal genauer, damit man dir evtl alternative suchmöglichkeiten geben kann.
LG
nina
gibts keinen anderen therapeuten der keine arteliste hat oder
wie sind die umstände weshalb du 2 jahre warten musst?
Also es war vor über zwei Jahren, als ich meinen Nervenzusammenbruch
oder wie man das nennen soll, hatte. Damals hatte ich überhaupt keine
ersichtlichen Grund, warum ich den ganzen Tag nur am Heulen war,
nichts gegessen hab und todunglücklich nur ferngesehen hab. Es war
irgendwie die Angst davor, dass meine Beziehung kaputtgehen sollte,
obwohl es keine Probleme gab.
Dann bin ich nach vier Tagen zum Neurologen/Psychiater gegangen. Der
hat mit mir Tests gemacht (EEG, Blutwerte und so) und mir Citalopran
aufgeschrieben, 20mg. Damit war die Sache für ihn gegessen.
Zu einer Psychotherapie hat er mir erst in diesem Sommer geraten,
ehrlich gesagt hatte ich auch immer tierische Angst davor, denn ich
müsste mich ja dann mit irgendwelchen Sorgen auseinandersetzen und
zugegeben verdränge ich die Sachen immer schön.
Ich hatte schon vor etwa 3 Jahren Panikattacken,aber allein die
Gewissehti, dass esy sich nur um ein Kopfding handelt, hat mir
geholfen, dass es weggeht.
Das klappt diesmal leider nicht, denn jedes Mal, wenn ich etwas zu
viel nachdenke, zuviel Ruhe habe, dann kommt diese beklemmende Gefühl
wieder. Es ist sowas wie absolute Dumpfheit im Kopf, und danach kann
es auch zhu schweißattacken oder so kommen.
Ich werd nächste Woche mal nach passenden therapeuten suchen, im
internet oder branchenbuch …muss ja langsam.
Danke für deine liebe Antwort. Es tut allein schon gut, zu wissen,
dass es auch andere Leute gibt, die ähnliche Probleme haben. Andern
Leuten erzähl ichs eigentlich gar nicht, denn mir selbst kommts ja
schon so völlig unerklärbar vor.
Ich werd deinen Rat beherzigen und mal nächste Woche ein bisschen
nach Therapeuten suchen. Dioe werden mit Sicherheit auch nicht eine
derartige Warteliste haben. Angesehen davon wär ich eh nie wieder zu
ihm gegangen, denn man wird mehr oder weniger abgefertig , schnell
das Rezept in die Hand.
Vielleichts wirds ja dann wieder besser. Ich hätte gern mal wieder
diese Unbefangenheit in Machen und Denken… so völlig ohne
Fragezeichen im Kopf durch den Tag gehn.
Ich wünsch dir auch weiterhin mit deiner Therapie alles Gute!
Gruß,
Corinna
grüss dich nochmal,
ok - also stimmt das mit der warteliste so nicht 
ich verstehe deine ängste ja, nur - mach dir klar, das diese ängste ja zum grossteil auf vermutungen und phantasien beruhen - du weisst ja gar nicht wirklich wie eine psychotherapie oder sonstige ablaufen.
und das kannst du herausfinden wenn du dir jemanden suchst und eingespräch führst, dir z.b vorher aufschreibst was deine ängste diesbezüglich sind und z.b auch fragen über den verlauf stellst.
klar machen solltest du dir dann noch eines : so wie du lebst - ist das weniger angsteinflössend? wirklich? - oder ists nicht eher so, das es nur so scheint?- und überlege dir mal welche aussichten auf veränderungen du denn hast ohne professionelle hilfe von aussen!
ja und dann gibts noch einen punkt den du ausser acht lässt hierbei:
in der therapie zwingt dich niemand üebr dinge zu sprechen - das bedeutet - du entscheidest was du thematisieren kannst und wie tief.
und je besser du dich in der therapie aufgehoben fühlst, desto mehr wird dich der drang packen dinge zu thematisieren die du heute nichtmal andenken willst - auch wenn es dir dann noch immer schwerfallen mag -
letztlich wirst du merken wie viel es dir bringt und das es sinnvoll ist - nichts ist auf dauer selbstzerstörerrischer als verdrängung und totschweigen.
wenn du also bedenkst - du versuchst schon viele jahre eine bestimmte methode und diese methode hat dazu geführt, dass es dir geht wie es dir heute geht - dann kannst du davon ausgehen - es wird sich nichts verbessern wenn du nicht einen anderen weg versuchst der ja bekanntermassen erfolgreich ist - leicht sicher nicht - aber ist das wie du jetzt lebst leicht? nach den ersten wochen und der umstellung wirste nämlich merken, das es schwerer heute ist als selbst am anfang der therapie.
wenn du also nun soweit bist diesen weg zu gehen - ist in dir doch mehr als die hoffnung, dass eine therapie dir helfen kann - wenngleich dieses gefühl sicher sehr unterschwellig sein dürfte… aber das ist doch nicht schlimm, wichtig ist, es ist irgendwo vorhanden!!!
wichtig wäre evtl. wenn du bald loslegst und nicht wartest bis dich der mut verlässt und die nächste phase des im vakkum leben beginnt - du also deinen punkt nicht verpasst…
deshalb wäre mein tip: ruf die kassenärztliche vereinigung an und frage dort nach der abteilung für therapeuthen - wenn du da dann dein wohngebiet nennst, kann man dir mehrere therapeuten nennen die in deiner nähe sind - oder wie es eben für dich praktischer ist.
diese theras solltest du innerhalb einer woche anrufen, denn sonst haben sie evtl alle keinen platz mehr und du musst wieder neue erfragen (dort ist halbwegs aktuell bekannt wer patienten aufnehmen kann)
und dann rufste an (am besten 10 - 5 min vor der vollen stunde, da erwischte am ehesten wen oder es läuft ein band, dann einfach nummer hinterlassen und um RR bitten) und machst was aus.
du hast dann ohnehin erstmal sog. probandenstunden - hier geht es darum sich ein bild zu machen - welche therapie beantragt wird, welche diagnose, ob ihr zusammenpasst, die sprache eine ähnliche ist (so nenne ichs immer*g), du dich wohlfühlst und was dir sonst noch subjektiv wichtig ist. - da kannst du alles fragen und dich vergewissern wie nach meinung der/oder des theras der ablauf sein könnte, was die ziele sind (deine vor allem) klären etc.
LG
nina