Neurotransmitter AM oder FM?

Hallo

Was meint Ihr:

Kann man die Kodierung durch Neurotransmitter als Amplitudenmodulation (AM) verstehen, da die Menge an Transmittern eine Rolle spielt?
Oder ist dort eher die Frequenz der postsynaptischen Kanalaktivierung zu betrachten, wodurch die Information Frequenzmoduliert (FM) ist?

Ich kann mich einfach nicht entscheiden.

Schöne grüße
Micha

Hallo,

Kann man die Kodierung durch Neurotransmitter als
Amplitudenmodulation (AM) verstehen, da die Menge an
Transmittern eine Rolle spielt?

die Frage hat drei Antworten:

  1. Die Entstehung eines Aktionspotentials am Axonhügel eines Neurons bzw. einer sensorischen Zelle is amplitudenmoduliert. Direkte Einflußgröße ist das Membranpotential, das wiederum ist (umgekehrt) proportional zur Transmittermenge (bzw. der Reizstärke).

  2. Die von Dir angesprochene postsynaptischen Kanalaktivierung als Einzelereignis ist nocht moduliert. Wenn ein Transmittermolekül bindet, dann öffnet ein Kanal und Ionen wechseln von einer Seite der Membran auf die andere. Das verändert das Membranpotential (s.o.). Zur Weiterleitung durch ein Aktiopnspotential integriert die Zelle lokale Depolarisationen über den Ort und über die Zeit. Viele kurze Membranöffnungen (die schnell genug aufeinander folegn) wirken daher genauso wie wenige längere Kanalöffnungen.

  3. Die eigentliche Reizverarbeitung ist prinzipiell frequenzmoduliert. Ein starker Reiz wird durch die unter 1 und 2 beschriebenen Zusammenhänge im Nervensystem letzlich in eine schnelle Folge von Aktionspotentiealen übersetzt. Schwache Reize erzeugen niederfrequente Folgen.

Ich kann mich einfach nicht entscheiden.

_Du_ mußt dich nicht entscheiden. Die Sache ist doch klar. Konnte ich Deine Unsichrheiten beseitigen oder habe ich die Verwirrung vergrößert?

Schöne grüße

dito,
Jochen

Hi Jo…

Vielen Dank für deine Antwort

Hallo,

Kann man die Kodierung durch Neurotransmitter als
Amplitudenmodulation (AM) verstehen, da die Menge an
Transmittern eine Rolle spielt?

die Frage hat drei Antworten:

  1. Die Entstehung eines Aktionspotentials am Axonhügel eines
    Neurons bzw. einer sensorischen Zelle is amplitudenmoduliert.

Die Entstehung eines AP’s erfolgt doch aus einem Generatorpotential das sowohl FM als auch AM ist. Das wollte ich aber gar nicht wissen.

Direkte Einflußgröße ist das Membranpotential, das wiederum
ist (umgekehrt) proportional zur Transmittermenge (bzw. der
Reizstärke).

Umgekehrt proportional? Das würde doch heissen das bei niedriger Transmittermenge das Membranpotential stark depolarisiert würde. Oder verstehe ich dieses „(umgekehrt)“ irgenwie falsch?
Das wollte ich mit meiner Frage aber auch nicht wissen.

  1. Die von Dir angesprochene postsynaptischen Kanalaktivierung
    als Einzelereignis ist nocht moduliert. Wenn ein

nocht moduliert???

Transmittermolekül bindet, dann öffnet ein Kanal und Ionen
wechseln von einer Seite der Membran auf die andere. Das
verändert das Membranpotential (s.o.). Zur Weiterleitung durch
ein Aktiopnspotential integriert die Zelle lokale
Depolarisationen über den Ort und über die Zeit. Viele kurze
Membranöffnungen (die schnell genug aufeinander folegn) wirken
daher genauso wie wenige längere Kanalöffnungen.

Ist mir alles klar, beantwortet aber immernoch nicht meine Frage!

  1. Die eigentliche Reizverarbeitung ist prinzipiell
    frequenzmoduliert. Ein starker Reiz wird durch die unter 1 und
    2 beschriebenen Zusammenhänge im Nervensystem letzlich in eine
    schnelle Folge von Aktionspotentiealen übersetzt. Schwache
    Reize erzeugen niederfrequente Folgen.

Es findet, wenn ich zunächst die Transmitter weglasse, bei jeder Übertagung zwischen Nervenzelle ein Wechsel zwischen EPSP/IPSP (AM) und AP (FM) statt.

Ich kann mich einfach nicht entscheiden.

_Du_ mußt dich nicht entscheiden. Die Sache ist doch klar.
Konnte ich Deine Unsichrheiten beseitigen oder habe ich die
Verwirrung vergrößert?

Leider bin ich der Meinung das du meine Frage nicht beantwortet hast.
Hast du meine Frage vielleicht nicht verstanden?

Nochmal meine Frage:
Ist die Information die mit der Ausschüttung von Neurotransmitter übertragen wird, durch die Neurotransmitter FM oder AM?

Schöne grüße

dito,
Jochen

Aber trotzdem nochmals vielen lieben Dank für deine Antwort
Schöne Grüße
Micha

Hallo Michael,

das kann gut sein, daß ich die Frage nicht verstanden habe.

Nochmal meine Frage:
Ist die Information die mit der Ausschüttung von
Neurotransmitter übertragen wird, durch die Neurotransmitter
FM oder AM?

Die Ausschüttung von Neutotransmitter an der Synapse ist nicht moduliert. Das ist ein On/Off-Signal. Die Information, die damit übertragen wird, ist ebenfalls ein Bit, was ja nicht moduliert sein kann.

Selbst wenn du du eine _Folge_ von Transmitterausschüttungen betrachtest, ist die Frage nach einer Modulation schlichtweg falsch, weil das postsynaptische Neuron die EPSP/IPSP zeitlich und räumlich integriert. Die Stärke der Depolarisation wird dann am Axonhügel dieses Neurons erst in eine Folge von AP’s übersetzt, und diese Folge ist frequenzmoduliert.

Klar jetzt?

Ach ja:

Direkte Einflußgröße ist das Membranpotential, das wiederum
ist (umgekehrt) proportional zur Transmittermenge (bzw. der
Reizstärke).

Umgekehrt proportional? Das würde doch heissen das bei
niedriger Transmittermenge das Membranpotential stark
depolarisiert würde. Oder verstehe ich dieses „(umgekehrt)“
irgenwie falsch?

Laß „umgekehrt“ weg und es stimmt. Tschuldigung, das war verwirrend.
Ich hab „umgekehrt“ in Klammern dazu gesetzt, weil man manchmal sagt „je MEHR die Polarisation, desto WENIGER Transmittermenge“. Das Potential i.S.d. Polarisation ist also umgekehrt proportional zur Transmittermenge. Da das Ruhepotential selbst aber negativ ist, bedeutet eine Depolarisation einen Anstieg des Potentials, also ist die korrekte Aussage „die Transmittermenge ist proportional zum Potential bzw umgekehrt proportional zur Polarisation“.

Das wollte ich mit meiner Frage aber auch nicht wissen.

ja, ja, tschudligung.

Beste Grüße
Jochen